In heimischen Gefilden (Harz)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hallo,

      es ist in der Rückschau nicht schlecht, dass die zwei Themen nun zusammengeführt worden sind. Vielleicht kann der Admin / die Admina auch noch die Themen

      bimmelbahn-forum.de/index.php?…rwegs-auf-harzer-gleisen/

      ... und ...

      bimmelbahn-forum.de/index.php?…n-projektauftrag-bekommt/

      hier im Thread zusammenführen. Dann wären die Berichte mit relativ gleichen Bezug in einem Thread vereint. Wenn der gesamte Thread dann noch in die Rubrik "Blick über den Tellerrand" verschoben werden könnte, dann wäre es mir sehr genehm, da ich Schreiberling dann mehr Freiheit hätte, zwangloser über (Schmalspur)Bahn und touristische Angebote im Harz und seiner Umgebung zu berichten. Das würde mich sehr freuen. Danke im Voraus.


      Freundlichen Gruß, René


      Admin: Werde ich mir morgen anschauen und dann ggf. zusammenführen, das Problem dabei ist nur immer, dass die einzelnen Beiträge auch zeitlich eingereiht werden und dann ggf. aus dem Zusammenhang gerissen werden...
    • Hallo,

      auch wenn das weitere Zusammenführen der Beiträge wohl nicht möglich war, was wohl an der zeitlichen Überlappung lag, möchte ich das Thema fortführen. Heute war ich für eine Erledigung kurz in Thale und habe auch mal am Bahnhof angehalten, da gerade ein HEX am Bahnsteig stand. Die Tage des HEX sind bekanntlich gezählt und viele frühlingshafte Aufnahmen werden nicht mehr möglich sein. War es in der letzten Woche sehr sonnig, so ist mittlerweile der April zurückgekehrt und es wechselten sich Sonne und Schauer ab.



      Kurz eine Wendung um 180° und den Bahnhofskopf mit dem markanten ehemalige Verwaltungsgebäude des EHW Thale mit der Schneise für den Sessellift zur Roßtrappe bildlich festgehalten. Wie man sieht, war es durch einen wenige Minuten zuvor niedergegangenen Schauer etwas dunstig.



      Im Friedenspark gegenüber des Bahnhofs erhebt sich die neoromanische Sankt-Petri-Kirche, welche in den Jahren 1904 - 1906 unter Schirmherrschaft der Kaiserin Auguste Victoria errichtet wurde.



      In frühlingshafter Umrahmung fließt auch die Bode durch Thale, hier mit Blick zur Bodetal Therme und dem Turm der katholischen Herz-Jesu-Kirche, welche im Jahre 1913 geweiht wurde.



      Da der Zweck meines Aufenthaltes keine "Fotopirsch" war, sind die Bilder mit dem Smartphone entstanden.

      Viele Grüße, René
    • Hallo,

      heute war ich mit meiner Familie im Selketal bei Meisdorf. Dort gab es bis vor 2 Jahren das Familienhotel Thalmühle am Selketal-Stieg, welches im Jahr 2016 leider einem Brand zum Opfer fiel. Dutzende Male waren wir im Restaurant zu Gast, die Schuleinführung meiner Tochter wurde hier gefeiert und einige Male habe ich sogar mit meiner Tochter im Hotel ein paar Tage Vater-Tochter-Auszeit mit Halbpension genossen. Meine Tochter war mit der Besitzerin, die selbst gerne Pferde mag, schon im zarten Alter von 3 Jahren zusammen auf Pferd und Pony unterwegs. Leider haben die Vierbeiner mittlerweile ein neues Zuhause auf einem Pferdehof finden müssen. Seit dem Brand ist das Hotel geschlossen, aber die freundliche Besitzerin kämpft weiter (um die Erfüllung immer neuer Auflagen) und bietet seit letztem Jahr wieder ein Imbissangebot an. Bei schönem Wetter ist die Thalmühle also weiterhin eine Adresse für einen angenehmen Aufenthalt und wir unterstützen die Thalmühle natürlich sehr gerne durch regelmäßige Aufenthalte vor Ort, denn wir möchten natürlich auch dazu beitragen, den beiden Damen von der ehemaligen Stammbelegschaft des Restaurants in der strukturschwachen Region des Selketales eine berufliche Perspektive zu bieten, was naturgemäß nur über Umsätze funktioniert. Das folgende Bild zeigt das Hotel (vor dem Brand) im Selketal mit über dem Tal thronender Burg Falkenstein.



      Da von Mägdesprung kommend auch die Selkemühle seit dem Jahr 2013 geschlossen ist, war die Thalmühle immer die nächste Anlaufstelle für Wanderer im Selketal. Deshalb ist es gut, dass es das Imbissangebot im Garten des ehemaligen Hotels gibt.

      Ich darf aus der Mitteilung der uns gut bekannten Besitzerin Frau Kühne zitieren: "Ich plane nun an dieser Stelle den Umbau der Thalmühle in eine kleine Ferienanlage mit einigen Ferienwohnungen, einem Campingplatz und einer kleinen Gastronomie. Zunächst werde ich den Kiosk traditionell ab Himmelfahrt wieder eröffnen! Dann wird an den Wochenenden bei gutem Wetter von 12 bis 17 Uhr geöffnet sein."

      Auf der Rückfahrt schaute ich am Bahnhof Gernrode vorbei. Im Hintergrund verlässt soeben der Triebwagen als Zug 8973 (Quedlinburg - Hasselfelde) ohne Fahrgäste den Bahnhof. Danach kehrte eine gespenstische Stille über dem Bahnhofsarreal ein. Irgendwie vermittelte die Szenerie auf mich das trostlose Gefühl von Endzeitstimmung.



      Es handelt sich um ein Sichtungsbild, welches der Illustration des beschriebenen Eindrucks dienen soll.

      Viele Grüße, René
    • Hallo,

      heute Nachmittag, wir hatten uns angemeldet, fuhren wir nach Westerhausen (bei Thale). Dem Nutzer der B6n ist die Region dieses Ortes bestimmt schon aufgefallen, befinden sich doch auf dem Königstein die markanten Felsformationen von zwei hintereinander sitzenden Kamelen. Am Königstein befinden sich auch ein Weinberg des Weingutes Westerhausen. Genau dieses Weingut besuchte ich heute gemeinsam mit meiner Frau für eine kleine Verkostung. Natürlich haben wir uns vom Weingut auch einen kleinen Vorrat für zu Hause mitgenommen.

      Ein zweiter Weinberg befindet sich am Südhang des nahegelegenen Lästerberges, mit Ausblick ins Harzvorland und die Harzer Berge. Bei diesem Anblick fühlten wir uns eher nach Ungarn an die Donau in das kleine Weinbaugebiet von Neszmély versetzt.



      Der Blick in die Gegenrichtung beweist, dass sich der Standpunkt im Harzvorland befindet.



      Nun bietet Westerhausen neben einem Tiergehege und dem Weingut auch noch die von Bioland zertifizierte Hofkäserei, wo man Käsesorten der kleinen hofeigenen Ziegenherde und der ebenso hofeigenen Herde des Rote Harzer Höhenvieh im Hofladen erwerben kann.

      Auch hier wurde, weil es schmeckt und um regionale Händler zu unterstützen, eine kleine Auswahl mit nach Hause genommen. Die Spendendose des Quedlinburger Tierheims nicht leer ausgehen zu lassen, war dabei Ehrensache.

      Ein Besuch von Westerhausen lohnt sich also auch für Touristen, weil auch hier im Forum immer mal wieder zu lesen ist, der Harz würde touristisch wenig bieten. Doch, der Harz bietet viele interessante Dinge, man muss sich vorher nur mit der Thematik beschäftigen. Das Wandergebiet am Königstein, das Tiegehege (kleiner Tierpark), die spätromanische Kirche des Dorfes... dieser Beitrag als Blick über den Tellerrand soll durchaus als touristische Anregung verstanden werden.

      Von Westerhausen fuhren wir dann zum Bahnhof Börnecke, denn der Kenner weiß, dass man hier einige Feldwege findet, die von alten Kirschbäumen gesäumt sind, die nur von der Natur selbst behandelt werden und von keiner Plantage kommen.

      Auch vom Bahnhof machte ich ein Bild. Er befindet sich abseits des Ortes im Wald und strahlt noch alte Bahnromantik aus, als wäre die Zeit stehengeblieben. Der Bahnhof ist besetzt und die Blumenkästen im Fenster des Stellwerkes sind gepflegt. Da lohnt sich sogar die Aufnahme eines Stilllebens ganz ohne Zug.




      Ich hoffe, dass ich vielleicht manchem Bahnfreund, sollte er die Gleise der Schmalspurbahn einmal verlassen, um die Welt abseits des Schienenstrangs zu entdecken, einen kleinen Hinweis geben konnte. Das würde mich freuen, denn der Harz ist schön.

      Viele Grüße, René
      ... und heute Abend gibt es leckeren Käse mit einem Glas Wein aus dem Harz. Deshalb möchte ich diesen Beitrag mit folgenden nachdenklichen Zeilen enden lassen, manch Pessimisten hierzulande auf die Fahnen geschrieben:

      Es wird ein gutes Leben

      Wenn ich geboren werde
      wird meine Mutter nicht im Wochenbett sterben
      und um mich rum liegt auch nicht alles in Scherben
      in diesem Teil der Erde

      Ich werd nicht hungern müssen
      und wenn es gut geht auch nicht sonderlich frieren
      und von den Impfungen beinahe nichts spüren
      und ich darf vieles wissen

      Denn ich werd lernen können
      und keine Cholera, Malaria, Pest
      hält in den Klauen diesen Kontinent fest
      und keine Kriege brennen

      Es wird ein gutes Leben
      natürlich kann es Überraschungen geben
      und mancher Plan gelingt nicht ganz und bleibt kleben,
      aber alles in allem,
      die Chancen stehn ganz gut, es geht nicht daneben,
      es wird ein gutes Leben

      Ich kann mein Brot verdienen
      und wenn wir kämpfen wird der Lohn mal gerecht,
      im Grunde geht es uns hier gar nicht so schlecht,
      drum keine Trauermienen

      Wenn ich an andre denke,
      dann sind wir ungeheuer privilegiert.
      Lasst uns was tun daß überall was passiert
      und nicht nur Trostgeschenke.

      Und wenn ich älter werde,
      werd ich verglichen mit den Vorfahren alt
      und das in würdiger gesunder Gestalt,
      in diesem Teil der Erde.

      Es wird ein gutes Leben
      es kommt drauf an, dass man das Beste draus macht,
      dass man nach Niederlagen immer noch lacht,
      aber alles in allem
      hab ich am Ende doch ganz richtig gedacht,
      es wird ein gutes Leben.


      (Heinz Rudolf Kunze)

      :wink: