Auf geht's zur Wilden Zicke...

    • Hallo,

      auch wenn es nicht zur 'Wilden Zicke' passt, wohl aber zum Tourismus in Naumburg: Da das Thema hier schon angeschnitten wurde, möchte ich bezüglich des Blütengrundes in Naumburg diesen Link einfügen. Dann kann sich auch jeder Leser eine eigene Meinung bilden, ob die Kündigung des Pachtvertrages gerechtfertigt war oder nicht, da der Artikel recht fair geschrieben ist und beide Seiten zu Wort kommen lässt.

      Artikel der Mitteldeutschen Zeitung zum Blütengrund

      In einem anderen Artikel im Netz fand sich die Aussage, dass ein Grund auch die neue Hochwasserschutzrichtlinie sein soll, die einer Verlängerung des Pachtvertrages im Wege stand. (Eventuell betrifft gerade diese Richtlinie die ohne Baugenehmigung errichteten Bauten, welche bei Hochwasser u.U. eine Gefährdungssituation entstehen lassen könnten.)

      Vielleicht schaffe ich es, am kommenden Wochenende mal vorbeizuschauen. Dann sehe ich, ob wenigstens die Fähre tatsächlich wieder in Betrieb ist. Ich werde an dieser Stelle berichten

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      auch dieses Wochenende war ich wieder meine beiden Damen in Bad Kösen besuchen. So möchte ich hier einen kleinen Bericht zum gestrigen Samstag erstellen, welchen ich in drei Teile gliedere. Der erste Teil ist wieder als eine Art 'Vorwort' zu verstehen.

      Am frühen Morgen des gestrigen Samstag startete ich von Wernigerode nach Bad Kösen, denn das Wetter sollte schön werden und so bot sich die Gelegenheit für einen schönen Ausflug. Zunächst wollte meine Tochter gerne in den Tierpark von Bad Kösen und so ging dieser Wunsch in Erfüllung. Da eigentlich alle Menschen den Anblick von Tierkindern mögen, starte ich gleich mit einem solchen Bild.



      Ich hoffe, ich habe nun eure Aufmerksamkeit geweckt und ihr verfolgt den Bericht mit vor Interesse großen Augen. Beim weiteren Rundgang trafen wir auf dieses Zicklein, welches sich vor anstrengender Überlegung ständig am Kinn rieb. Ob das Ergebnis der Gedankengänge die Erkenntnis war, dass es ein 'Wildes Zicklein' sei, darüber hüllte sich das Tier in Schweigen.



      Nach diesem amüsanten Rundgang erfolgte eine Ortsverlagerung nach Naumburg. Natürlich musste meine "kleine Zicke" auch wieder 'Heidi', das schienende (ähm, schielende) Opossum mitnehmen. Vom Verhalten im Bereich von Gleisanlagen hat diese Beutelratte wohl keine Ahnung und so blockiert sie doch das Gleis der Straßenbahn am Marienring. Hat vielleicht ihre Kindheit im Wendland verbracht? Dort haben Gleisblockaden bekanntlich eine jahrelange Tradition. Erlernte Verhaltensmuster lassen sich im Erwachsenenalter nur schwer wieder ablegen.



      Nun das Tier aber schnell aus dem Gleisbereich entfernt, denn gestern wurde der Triebwagen '17' zu Fahrschulfahrten genutzt und den Schock eines Lebewesens im Gleisbereich wollten wir dem Fahrschüler unter allen Umständen ersparen. Ein Opossum ist schließlich kein Lemming, wobei sich die Therorie des Massenselbstmordes dieser Tierart durch Populationsdruck schon länger als wissenschaftlich haltlos herausgestellt hat, da ein Suizid ja den Willen zu dieser Handlung voraussetzen würde. Zu solcher Willensbildung ist ein Lemming nun gar nicht in der Lage. Der Fahrschüler ist zum Glück zur Willensbildung fähig, das Fahren des Fahrzeugs erlernen zu wollen und so trafen wir den Triebwagen zunächst am Theaterplatz an, wo er in Richtung Vogelwiese unterwegs war.



      Bei den Fahrten kam die Freude nicht zu kurz, was dieses Bild eindeutig dokumentiert. Als Fotograf wurde ich von der 'Ille' nett angebimmelt, ein freundlich-winkender Gruß inlusive. Somit geht an dieser Stelle ein besonderer Dank an das Personal.



      Nun knurrte der Magen und bevor die Thematik 'Wölfe in Deutschland' aus einem anderen Thema hier wieder thematisiert wird, gingen wir schnell in den 'Ratskeller' mit seinem gepflegten Ambiente und Essen.



      Nachdem der Wolf in uns durch Nahrungszufuhr vertrieben war, gönnten wir uns noch ein lecker Eis beim Italiener ein paar Schritte weiter. Bei Sonne kommt doch ein solches Dessert immer gut. Dann war es an der Zeit zum Marientor aufzubrechen, welches mit seiner doppeltorigen Anlage im Jahr 1446 als Stadttor erbaut wurde.



      In der Nähe des Tores befindet sich das Depot der Straßenbahn, welches unser eigentliches Ziel war, denn dort fand um 14.15 Uhr eine Führung statt, die sich als sehr interessant und kurzweilig entpuppen sollte. Doch darüber soll das zweite Kapitel handeln. Zunächst erstmal Danke für euer Interesse.

      Freundlichen Gruß, René

      ... und ein kleines Motto am Rande: 'Immer locker durch die Hose atmen.' Heb Dir Dein Lächeln nicht für morgen auf.
    • Hallo,

      nun überquerten wir vom Marientor kommend die Straße und standen vor dem Gebäude des Depots. Dort wurden wir von einem netten älteren Mann empfangen, welcher unser Führer durch das Depot war. Zu Beginn folgte eine kurze Sicherheitsinstruktion und wir betraten die kühle Halle. Hier folgten einige Ausführungen zur Geschichte der Bahn. Insgesamt nahmen 10 Personen an der Führung teil. Dieser überschaubare Personenkreis ließ natürlich eine persönliche Atmosphäre entstehen. Aufgrund der beengten Verhältnisse im Depot sind natürlich Aufnahmen nicht so einfach zu realisieren, zumal es ja eine Führung und keine keine Fotosession war. Hier zunächst ein Blick in die Fahrzeughalle.



      Die Straßenbahn verfügt über LOWA-, Gotha- und Rekowagen. Meine Tochter interessierte sich besonders für den Pferdebahnwagen, welcher in Naumburg zu besonderen Anlässen im Einsatz war und im Jahr 1894 gebaut wurde. Hierbei handelt es sich um einen offenen Wagen, welcher links im Hintergrund zu sehen ist. Zentral blickt man auf den LOWA-Triebwagen '29', welcher das Baujahr 1955 hat. Hier werden momentan die Antriebe aufgearbeitet. Da das Thema 'Werbung' hier schon angesprochen wurde, folgt ein Bild des Wappens von Naumburg, welches in früherer Zeit die Fahrzeuge zierte.



      Nun verließen wir die Fahrzeughalle und besichtigten die Abstellanlage. Hier sieht man den Gotha-Triebwagen '36' mit Baujahr 1961. Auch er befindet sich in Aufarbeitung und ist seines Stromabnehmers beraubt. Im Hintergrund befindet sich der Gotha-Triebwagen '202' mit Baujahr 1965, welcher in früherer Zeit bei der Thüringerwaldbahn verkehrte. Da es sich um ein Einrichtungsfahrzeug handelt, kann er natürlich auf den Naumburger Gleisen nicht eingesetzt werden und dient somit als Lagerfahrzeug.



      Auch einige Nebenfahrzeuge existieren im Depot. Beispielhaft sei hier die Transportlore 'A69' (Baujahr 1963), auf der eine Streueinrichtung abgestellt ist.



      Einsatzbereit ist der Gotha-Triebwagen '38' (Baujahr 1960), welcher in der Abstellung auf den nächsten Einsatz wartet.



      Dieser Triebwagen wurde dann kurz geöffnet und für die letzten Ausführungen und einige kleine Anekdoten durften wir Platz im Fahrzeug nehmen. Diese Gelegenheit nutzte ich für das letzte Bild während der Führung, welches den Führerstand zeigt.



      Dies war dann auch mein kleiner Bericht vom Besuch des Depots. Den Abschluss bildete noch ein kleiner Souvenirverkauf. Für meine Tochter waren natürlich zwei Ansichtskarten der Pferdebahn im Einsatz in Naumburg das absolute 'Must have'. :zwink:

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo Renè,

      danke für die Fortsetzung. Es ist ja auch kein Wunder, daß der Fahrschüler so gut gelaunt ist. Mit so einer alten, schön sanierten, Funkenkutsche bimmelnd u. quietschend durch die Stadt zu fahren, hat schon was. Garantiert bleiben viele Passanten stehen, u. schauen erfreut hinterher.
      Der Führerstand des Gotha-Tw kommt mir auch seit bald 25 Jahren noch recht bekannt vor. Zumindest die unserer Reko-Zweirichter sahen sehr ähnlich aus. Auf den ersten Blick fallen mir Fahrersitz u. Handbremshebel auf, da hatten wir andere Bauarten.
      Bei den schönen Bildern sollte man auch immer daran denken, daß die Naumburger Straßenbahn in den neunziger Jahren schon stillgelegt, u. für Viele wohl auch längst abgeschrieben war.
      Heute hat man in Naumburg die seltene Gelegenheit, das besondere Flair von Straßenbahnen in kleineren Städten zu erleben, wie es sie früher sehr zahlreich gab. Mit ihren kleinen Depots, den kurvenreichen, eingleisigen Strecken mit Ausweichen usw.
      Ich muß dann immer an Stralsund, Mühlhausen u. Eisenach denken. Mühlhausen in Thüringen hat für mich bis heute den reizvollsten Kleinstadtbetrieb besessen. Mit herrlicher Außenstrecke zu den Ausflugszielen im Stadtwald, Güterverkehr bis zuletzt usw. Leider war ich zum Zeitpunkt der Stillegung erst 11 Jahre alt. Das war ein Schock für mich, kannte ich die Bahn doch von Verwandtenbesuchen.
      In dem Naumburger Lindner-Tw kann man heute noch etwas von dem Flair dieser Betriebe erahnen.

      Viele Grüße

      Holger
    • Hallo Holger,

      den Ausführungen von Dir ist nicht viel hinzuzufügen. Es ist eine Freude mit dieser Straßenbahn zu fahren und ein Besuch lohnt in jedem Fall.

      Nach dem Aperitif in Form des Vorwortes und dem Hauptgang in Form der Depotführung fehlt zum Abschluss des 3-Gänge-Menüs noch das Dessert. Während wir es beim Mittagessen in Form von leckerem Eis genossen haben, möchte ich im Forum stattdessen lieber ein paar Bilder zeigen.

      Das erste Bild zeigt nochmals den Triebwagen '17' bei der Fahrt entlang des Marienringes.



      Natürlich wurde auch Planverkehr durchgeführt. Diesen erbrachte der Triebwagen '37' mit Baujahr 1959. Die planmäßigen Fahrten konnten an diesem Tage nie ohne Fahrgäste gesichtet werden. Wir sahen sogar Fahrgäste mit Koffern, welche die Straßenbahn für die Fahrt zum Bahnhof nutzten. Eine historische Bahn mit wahrhaft echten Beförderungsaufgaben, abseits aller Touristenbahnen. Auch am Theaterplatz hieß es: 'Einsteigen bitte!'



      Zum Abschluss erfolgt meine Danksagung zuerst an das freundliche Team der 'Wilden Zicke', an meine 'kleine Zicke' (manchmal), welche mit ihrem (Zwangs-)Aufenthalt in Bad Kösen überhaupt erst dafür sorgte, dass ich diese Stätten meiner Jugend nach langer Zeit wieder besuchte ... und natürlich die Beutelratte 'Heidi', welche der Bad Kösener Spielzeugmanufaktur entfliehen konnte, nur um die 'Ille' richtig kennenzulernen. Sie hat trotz ihres leichtsinnigen Aufenthaltes im Gleisbereich die Besuche bei der Naumburger Straßenbahn schadlos überstanden. :zwink:



      Fest steht: Ein Wiedersehen mit diesem sympathischen Straßenbahnbetrieb wird es geben. Und eine Fahrt mit der Saaleschifffahrt zur Rudelsburg muss auch noch nachgeholt werden.

      Danke, dass ich einen Blick über den Tellerrand werfen durfte (was sowieso meinem Naturell entspricht) ... den Blick über den Tellerrand der Schmalspurbahnen auf eine etwas andere Schmalspurbahn. Schön, dass ich euch auf diese Reise mitnehmen konnte und vielen Dank für euer Interesse. Diese Thematik wird zu gegebener Zeit eine Fortsetzung finden. Es würde mich freuen, wenn ich ein klein wenig gute Laune verbreiten konnte.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo Holger,

      bezugnehmend auf Deine Ausführungen zu den kleinen Straßenbahnbetrieben möchte ich auch berichten, dass ich als Teenager die Dessauer Straßenbahn toll fand. Ich wohnte in Leipzig und kannte nur die Tatra-Straßenbahnen von der täglichen Nutzung. Kam ich dann mal nach Dessau zum Besuch von Tante und Onkel, musste unbedingte eine Fahrt mit der Straßenbahn sein. Damals gab es nur eine Strecke vom Dessauer Hauptbahnhof nach Dessau Süd und sie wurde mit Gothaer Trieb- und Beiwagen befahren. Die Durchfahrt der Wendeschleifen quietschte wie Hölle und ebenso war es in einer Kurve nahe des Theaters, wo die dortige Gaststätte von den Einheimischen scherzhaft 'Quietscheck' genannt wurde. Nach der Wende bekam sie vom Besitzer offiziell diesen Namen und heutzutage befindet sich dort ein Italiener, welcher sein Ristorante zwar nicht mehr 'Qietscheck' nennt, wohl aber noch darauf hinweist.



      So eine Fahrt vom Hauptbahnhof nach Dessau Süd und zurück war für mich das Größte. Auch, dass man die Fahrkarten im Fahrzeug erwerben konnte, was in Leipzig auch nicht so war. Somit habe ich auch schöne Erinnerungen an einen ehemals kleinen Straßenbahnbetrieb. Schade ist nur, dass sich in heutiger Zeit kein einziger Gotha-Triebwagen mehr in Dessau befindet, sondern "nur" ein LOWA-Triebwagen. Die LOWA-Triebwagen wurden in Dessau aber 1979 ausgemustert und es verkehrten dann über 13 Jahre nur Gothaer in der Stadt. Mit diesen Triebwagen habe ich dann ab Anfang der 1980-er Jahre den Betrieb kennengelernt und 1987 erfolgte dann ja mein Umzug nach Dessau und somit zurück zu meinen anhaltinischen Wurzeln. :zwink:

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo Rolf,

      natürlich habe ich Nichts dagegen, wenn Du diesen Seitenblick wagst. :zwink: Ein Reiseführer wäre vielleicht keine schlechte Idee, aber vielleicht eher Etwas für ein eigenes Thema. Dann wäre aber auch eine gewisse Thementreue notwendig.

      Herr Plehn von der Straßenbahn Naumburg hat den Bericht auch gelesen und hofft nun zusammen mit seinem Team, dass vielleicht der ein oder andere Leser mal den Weg zur 'Wilden Zicke' findet. Dieses Ansinnen kann ich nur voll unterstützen. Die so oft vom endgültigen Aus bedrohte Straßenbahn hat es verdient, weiter ihren Aufgaben nachkommen zu können.

      Der 'Wilden Zicke', 'Ille', 'Ringbahn' ... oder wie man sie auch immer nennen möchte allzeit gut Fahrt!

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      heute bin ich wieder nach Bad Kösen gefahren, um meine zwei Damen von der Reha abzuholen. Endlich ist die Familie wieder vereint. Ich startete sehr früh am Morgen. In Kleinjena im Streckenkilometer 3,1 der Unstrutbahn senkten sich die Schranken und hielten meine freie Weiterfahrt auf. Aus Richtung Freyburg näherte sich der Triebwagen und ich nutzte die Gelegenheit für einen Schnappschuss mit dem Handy.



      Danach ging es zur Klinik und von dort zunächst zum Hauptbahnhof von Naumburg. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Hungergefühl verspürt hatte und außerdem der Koffeinspiegel verdächtig in den Keller gerauscht war, galt es nun, beim Bäcker entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Bei der Ankunft am Bahnhof entschwand gerade die 'Ille' in Richtung Vogelwiese. Eine Gelegenheit für einen weiteren Schnappschuss.



      Danach konnte das Bahnhofsgebäude betreten werden und der Unterkoffeinierung wirksame Maßnahmen entgegengesetzt werden. Leider war eine intravenöse Gabe nicht möglich (würde auch blöd aussehen, wenn man beim Bäcker an der Nadel hängen würde) und so musste die Wirkung über den Umweg des Magen-Darm-Traktes abgewartet werden. Vor dem Betreten des Gebäudes fertigte ich noch eine Aufnahme und just in diesem Moment schritt eine junge Dame grazil durchs Bild und lief dann in Richtung Straßenbahn-Haltestelle. Ich entschuldigte mich bei ihr, dass ich sie ungefragt auf die Speicherkarte gebannt hätte und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu, dass sie das Bild ungeheuer beleben würde. Mein Angebot, dass Bild zu löschen und neu aufzunehmen lehnte sie daraufhin geschmeichelt ab. Freundlichkeit und ein Lächeln helfen eben ungemein bei der zwischenmenschlichen Interaktion. Ein wenig intelligenter Humor kann natürlich auch nicht schaden, auch wenn sich dabei beim Empfänger meist die Spreu vom Weizen trennt, was man aber als Sender nur dürftig beeinflussen kann. :zwink:



      Nachdem der Akku wieder voll geladen war, ging die Fahrt nach Freyburg, direkt zum Schloss Neuenburg, einer Höhenburganlage hoch über dem Unstruttal. Hierbei handelt es sich um die ehemals älteste, größte und wichtigste Burg der Landgrafen von Thüringen. Beim Wort 'Thüringen' spitzte meine Tochter sofort die Ohren, ist sie doch eine geborene 'Erfurter Puffbohne': Die Herkunft der Erfurter Puffbohne

      Es folgt ein Blick auf den Eingangsbereich der imposanten Burganlage, mit deren Bau schon im 11. Jahrhundert begonnen wurde.



      Ansicht des imposanten Bergfrieds 'Dicker Wilhelm', welcher ab Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet wurde und mit einer Höhe von 23 Metern als markante Landmarke das Unstruttal überragt. Er war als Wohn- und Wehrturm ausgeführt, wie man unter anderem an den vorhandenen Abortanlagen erkennen kann. Wenn es also damals nahe des Turmes regnete, obwohl die Sonne keiner Wolke begegnete, war es nicht zwangsläufig ein Vogelschiss, diese Erkenntnis war recht real und nicht ungewiss.



      Es folgt zum Abschluss ein Blick von der Neuenburg in das Unstruttal mit dem Bahnhof Freyburg (km 6,2), welcher 2012 als SPNV-Halt aufgelassen wurde. Der neue Haltepunkt befindet sich einige hundert Meter weiter (km 6,5) und näher zur Ortsmitte. Gerade erreicht ein Triebwagen aus Naumburg den ehemaligen Bahnhof.



      Nach diesem kurzen Abstecher in einen Baustein der thüringischen Geschichte, heutzutage im Bundesland Sachsen-Anhalt gelegen, ging die Fahrt zurück nach Wernigerode.

      Freundlichen Gruß, René ... und ein Dankeschön, dass ihr diesem Thema bisher die Treue gehalten habt. :wink:
    • Hallo Renè,

      danke, daß Du auch noch ein Foto vom Naumburger Tw 37 gezeigt hast. Den hatte ich schon vermißt. :ok:
      Das war mal der Stralsunder Tw 15, Baujahr 58 (wie ich :-D ), die letzte Neuanschaffung der Stralsunder Straßenbahn.
      Leider konnte er das Ende dort (1966) auch nicht verhindern.

      Ja, die mitteldeutsche Toskana hat schon ihre Reize:

      unstrutradweg.de/etappe-6.php

      Bis Anfang der sechziger Jahre gab es sogar Güterverkehr mit kleinen Lastkähnen u. Dieselschleppern auf der Unstrut bis zur Zuckerfabrik Artern! Man kann sich das heute kaum noch vorstellen. Allerdings waren in den siebziger Jahren noch etliche Schleusen zu sehen.
      Ich hoffe sehr, daß es möglichst schnell gelingt, die Flußschifffahrt auf der unteren Unstrut wieder in Gang zu bekommen. Die "Fröhliche Dörte" war doch inzwischen sehr bekannt, u. ein tolles Aushängeschild!

      Einen schönen Abend allen Usern,

      Holger