Wenn die Tochter einen Projektauftrag bekommt...

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    • Wenn die Tochter einen Projektauftrag bekommt...

      Vorwort

      Man gestatte mir diese paar Zeilen des Vorwortes zu diesem Thema unter dieser Rubrik, auch wenn sie zunächst wenig mit Schmalspurbahnen zu tun haben, was sich aber ab dem zweiten Beitrag ändern wird.

      Meine Tochter bekam im zarten Alter von 3 Jahren für den Urlaub im Norden eine Einwegknipse geschenkt und machte ihre ersten Bilder. In der Hauptsache waren natürlich Mama und Papa zu sehen, was hier aber gar nichts zur Sache tut. Ihr zweites Hauptmotiv waren Ponys (und Pferde), denn die mag sie mittlerweile seit Jahren. So wurden auf dem Urlaubsbauernhof die Ponys im Stall fotografiert. Von dieser "Session" habe ich dieses Bild ausgewählt.



      Auch wurde während des Urlaubs der 'Westküstenpark' in Bad St. Peter-Ording besucht und hier wurde die Tierpflegerin bildlich festgehalten. Wo? Na, diese Frage erübrigt sich doch.



      Zu ihrem 4. Geburtstag bekam meine Tochter dann ihre digitale Kompaktkamera geschenkt, welche sie auch heute noch ihr Eigen nennt. Natürlich wurde der Geburtstag auf dem Reiterhof verbracht und die Ponys wurden aus diesem Anlass vor dem Ausritt entsprechend verziert.



      Wenig später folgte dann das erste Reitabzeichen und auch das erste Reitturnier. Aber diese Thematik soll hier fotografisch nicht weiter beleuchtet werden. Die Kamera wurde und wird eifrig genutzt ... auch, um ihre 4 Meerschweinchen in allen Lebenslagen auf's Bild zu bannen.



      Anfang letzten Jahres war ich mit ihr an den Harzer Schmalspurgleisen unterwegs, wobei einige Bilder entstanden sind, welche ich hier im Forum an anderer Stelle schon gezeigt hatte. Stellvertretend möchte ich nochmal dieses Bild der Ausfahrt eines Zuges aus dem Bahnhof Hasserode zeigen, welches sie im Alter von 7 Jahren motivlich ganz gut hinbekommen hat (nach meiner Meinung).



      Zwischenzeitlich gehörten dann keine Eisenbahnen mehr zur Motivauswahl, aber nun ändert sich das Geschehen. Im Rahmen eines Projektes der Schule sollen die Kinder Fachwerkhäuser, Sehenswürdigkeiten und die Schmalspurbahn in Wernigerode fotografieren. Das Thema Fachwerkhäuser und Sehenswürdigkeiten hat meine Frau zusammen mit meiner Tochter schon gestern "abgearbeitet", da ich zur Schicht war. Das Thema Schmalspurbahnen / Eisenbahnen bleibt natürlich mir vorbehalten. Und so werde ich mit ihr losziehen und nachfolgend die entsprechenden Fotos meiner mittlerweile 8-jährigen Tochter an dieser Stelle präsentieren. Das gibt mir auch die Gelegenheit, mich mehr um meine Homepage zu bemühen.

      Die Eisenbahnlinie Tatabánya - Oroszlány

      Den Staffelstab habe ich hiermit schonmal weitergereicht. Natürlich werden die Bilder keinen Fotowettbewerb gewinnen können, aber warum soll der Nachwuchs nicht auch seine Bilder zeigen dürfen? Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Viel Freude bei den kommenden Beiträgen. Hier ein Bild vom gestrigen Tag vom Marktplatz Wernigerode bei strahlendem Sonnenschein mit dem Wohltäterbrunnen aus dem Jahre 1848.



      Wer nur perfekte Fotografie mag, dem sei an's Herz gelegt, dieses Thema bitte nicht wieder anzuklicken. :zwink:

      Freundlichen Gruß, René
    • 1. Kapitel (HSB zwischen Wernigerode und Drei Annen Hohne)

      Hallo,

      wie versprochen, komme ich nach den einleitenden Worten nun zu den ersten Bildern. Nach der Schule holte ich meine Tochter ab und wir starteten gemeinsam in Richtung Drei Annen Hohne. Unterwegs erfolgte in Hasserode ein kleiner Abstecher zur 'WERBAT'-Zufahrt, wo wir gemeinsam den 8937 erwarteten, welcher mit 99 7247 bespannt war.



      Die kleine 'MEDION'-Knipse meiner Tochter hatte das erste Bild eingefangen. Es konnte also weitergehen. Was hatte ich zu tun? Natürlich musste ich meine Tochter zu den Fotostandpunkten fahren. Ich erklärte ihr vor jeder Aufnahme, auf welchem Gleis und aus welcher Richtung der Zug kommen würde. Den Rest machte sie allein, als da wären: Motiv wählen, Zoom bedienen und natürlich den Auslöser betätigen. Da mit der kleinen Kamera keine Serienbilder möglich sind, war es natürlich immer eine kleine Überraschung, ob sie das Motiv nach ihren Wünschen getroffen hatte.

      Nun fuhren wir gemeinsam zum Gasthaus 'Drei Annen', wo wir den Zug wieder erwarteten. Wir hatten einige Minuten Zeit und meine Tochter hatte ihre Sorge, dass der Fotoapparat vor Eintreffen des Zuges in den Standby-Modus wechseln würde, wie es ihr an dieser Stelle schonmal ergangen ist, nur das zur damaligen Zeit einfach der Akku leer war.



      Weiter ging die Fahrt zur Bahnhofsausfahrt 'Drei Annen Hohne'. Hier konnte meine Kleine eine Übersichtsaufnahme des Bahnhofs machen.



      Dann entdeckte sie den neben den Gleisen den Neigungsanzeiger und fragte mich, was das für Schilder sind. Ich erklärte es ihr und sie sagte: 'Mache ich auch mal ein Bild davon.' Gesagt, getan:



      Nun ertönte ein Lokpfiff und der 8929 nach Nordhausen setzte sich in Bewegung. Er war mit 99 7243 bespannt. Nach der Vorbeifahrt des Zuges sagte meine Tochter: 'Das ist ganz schön aufregend, weil sich die Züge bewegen. Das ist nicht einfach, ein Bild zu machen.' Wenn man bedenkt, dass für eine Achtjährige natürlich auch die Geschwindigkeiten von Schmalspurbahnen schnell sind, wenn da eine Lok angerollt kommt, die mal eben 60 Tonnen auf die Waage bringt, dann hat sie mit ihrer Aussage wohl recht.



      Als nächster Zug folgte dann natürlich der 8937 zum Brocken, welcher uns ja nun schon zweimal begegnet war.



      Nun ging die Fahrt zurück nach Wernigerode, denn ein Eis schlecken stand auf dem Programm. Wo gibt es das beste Eis in Wernigerode? Klar, bei 'Busche'. Hier konnten wir dann gemütlich die Abfahrt des Triebwagens in Richtung Nordhausen und die Ankunft des 8904 beobachten. Bald wurde der leere Wagenpark in Richtung Fahrzeughalle rangiert und wir waren mit unserem Eis fertig. Also erwarteten wir die Rückkehr der 99 7235 von der Fahrzeughalle.



      Eigentlich sollte es das letzte Bild sein, aber dann entdeckte meine Tochter noch die 99 7239 am Lokschuppen. 'Die fotografiere ich nun auch noch!' war ihre Ansage. Also Objektiv gekonnt durch das Geflecht des Zaunes gehalten und 'Knips' ... ist doch auch anschaulich geworden.



      Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Freude mit diesem 1. Kapitel. Wie schon erwähnt: Es sind keine Bilder in Spitzenqualität. Dafür sind sie mit viel Freude und ohne Druck entstanden. Kinder sind eben oft herrlich unkompliziert. :zwink:

      Freundlichen Gruß, René
    • 2. Kapitel (HSB-Einsatzstelle Wernigerode)

      Hallo,

      heute ist wieder ein sonniger Tag. Also wurde ein weiterer Ausflug mit der Knipse unternommen. Diesmal war meine Tochter deutlich sicherer, denn der Bahnhof Wernigerode ist ihr wahrlich nicht unbekannt. Insofern musste ich nur auf ihre Sicherheit im Gleisbereich achten. Den Rest erledigte sie nahezu allein.

      Doch stand zunächst aus motivationstechnischen Gründen ein lecker Eis auf dem Programm. Wollte sie doch gestern schon die Eisdiele fotografieren, hat sie sich heute nicht davon abhalten lassen. Immerhin fand sie das Motiv mit dem Schloss im Hintergrund schön ... da sieht man, dass sie sich in Wernigerode auskennt.



      Danach liefen wir zur Einsatzstelle, wo einige Bilder entstanden sind. Den Anfang bildete die Bekohlung mit dem Blocksberg im Hintergrund.



      Dann wurde die Aussichtsplattform erklommen. Den Weg ersparte ich mir. Wieder unten angekommen, hatte sie die Lok 99 7247 vor dem Lokschuppen fotografiert.




      Nun folgten die beiden für den Einsatz vorgesehenen Lokomotiven in der Einsatzstelle. 99 7235 sollte später den 8937 bespannen und die 199 872 brach zu Rangiertätigkeiten später in Richtung Westerntor auf. Hier stehen sie noch einträchtig nebeneinander und harren der Dinge. Ich musste eigentlich nur die Bewegungen meiner Tochter im Gleisbereich überwachen und habe ihr dazu ein paar Dinge erklärt.



      Nach einer weiteren Ansicht der 99 7235 wurde auch die 99 5901 fotografiert. Leider ist dieses Bild aber nicht so recht gelungen, weshalb ich mir mal das Vorzeigen der Aufnahme erspare.



      Dafür entdeckte sie im Halbdunkel des Lokschuppens noch die zweite 'Kanne' und machte ebenso ein Bild, wobei es sich bei der Aufnahme nicht um ein qualitatives Schmuckstück handeln mag. Aber egal! Wer es mit 8 Jahren besser konnte, der werfe den ersten Stein.



      Nun ging es wieder in Richtung 'Altstadt-Kreisel', vorbei am Wagenzug des 8937, wo meine Tochter die Kamera zückte, weil sie die Kupplungen zwischen den Wagen interessant fand.



      Nun war ihr Interesse richtig geweckt und sie befragte mich zu sämtlichen Anschriften an den Wagen, einschließlich Revisionsdaten. Zum Glück habe ich ja mal im Rahmen der Zugführerausbildung eine Prüfung zum Wagenprüfer bei der HSB abgelegt, weshalb mich diese ganzen Fragen kaum aus der Reserve locken konnten. Im letzten Wagen des Zuges haben wir dann Platz genommen und ich durfte meiner neugierigen Tochter ein paar kleine Anekdoten erzählen. Der Wagen war der einzige im Zugverband, welcher im Inneren in den letzten Jahren noch keine Modernisierung durchlaufen hat, was zu einem weiteren Bild inspirierte.



      Auf der Brücke am Kreisel warteten wir nun auf die Ausfahrt des 8937 mit 99 7235, wobei meine Tochter bei dieser Aufnahme den Zoom ihrer Knipse etwas überstrapaziert hat.



      Der Grund war einfach, denn sie wollte den Zug auch nach Unterquerung der Brücke fotografieren. Hierbei war sie ein wenig hektisch und so musste ich das Bild etwas mehr beschneiden und ausrichten, als es bei den anderen Bildern der Fall war, wo sie schon eigenständig auf den Bildaufbau geachtet hat.



      Ich hoffe, auch dieses Kapitel findet ein wenig Anklang. Das nächste Kapitel wird sich wahrscheinlich um normalspurige Maschinchen drehen, mal sehen. Als ich ihr ein paar Dinge über den Gleisbereich erzählt habe, konnte sie ihren Schalk im Nacken trotzdem nicht ganz unterdrücken und so sagen wir Beide für heute Auf Wiedersehen aus dem Schattenreich. :zwink:



      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo Winfried,

      wenn ich sie weiter begeistern kann, werden weitere Kapitel in diesem Thema hinzukommen.

      Ich bin selbst sehr überrascht, was für ein Auge für Motive meine Tochter hat und über ihre Neugierde bezüglich der Thematik Fotografie / Bahn.

      Freundlichen Gruß, René

      Kleine Zugabe zum 2. Kapitel

      Hier habe ich noch zwei Zugaben des heutigen Tages. Das fotografierte Wandbild musste von mir am PC beschnitten werden. Nun wirkt auch dieses Bild meiner Tochter ganz gut.



      Das Bild von der Mallet 99 5901 haben wir zusammen am PC bearbeitet. Nachdem ich den Ausschnitt vergrößert hatte, haben wir zusammen ein wenig rumgespielt und alle möglichen Variationen ausprobiert. Bei dieser Version war meine Kleine dann der Meinung: 'Das gefällt mir gut!' Na dann zeige ich das Bild doch noch:

    • Hallo,

      da es hier ja im weitesten Sinne um Kinder und den Harz geht, sei mir folgender Hinweis gestattet. Bald findet in Schierke das alljährliche Event der Walpurgis statt. Familien mit Kindern haben auch Möglichkeit die Walpurgis im kindgerechten Rahmen zu begehen. So bietet das Kinder- und Jugendzentrum 'Schierker Baude' im gleichnamigen Ort am 22.04.2017 von 15.00 bis 19.00 Uhr die Kinderwalpurgis mit allerlei Aktivitäten für die jüngeren Familienmitglieder an. Sport, Spiel, Basteln und Verpflegung stehen hierbei im Vordergrund. Auf diesen Gedanken komme ich ganz speziell, weil hier im Forum vor nicht allzu langer Zeit die Fragestellung nach möglichen Programmen (Sonderfahrten) der IG-HSB gestellt wurde. Da drängt sich doch gedanklich eine Kooperation mit der Schierker Baude förmlich auf, um familienfreundliche Programme zu generieren, oder? :zwink:

      Schierker Baude

      Freundlichen Gruß, René
    • 3. Kapitel (Eisenbahnfest im Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt)

      Hallo,

      heute bin ich mit meiner Familie nach Staßfurt aufgebrochen, um das dortige Eisenbahnfest zu besuchen. Ganz bewusst habe ich meine Spiegelreflex zu Hause gelassen und meine Tochter hatte ihre Kamera dabei, um einige Impressionen einzufangen. Dies ist ihr recht gut gelungen, wie ich finde. Lange Rede, kurzer Sinn, weshalb ich mal mit den Bildern beginn:

      Gleich neben dem Eingang befindet sich wohl der Lokfriedhof, den meine Tochter mit den Worten 'Boah, was für ne Menge Schrott' beschrieben hat.



      Natürlich sieht es zum Glück nicht im gesamten Gelände so aus und so konnte alsbald die erste Maschine in Aktion gesehen werden. Es handelt sich um 52 8184 mit einem Fotogüterzug.





      Die 01 005 war neben dem Schuppen abgestellt und meine Tochter fand es interessant, dass diese Lokomotiven ehemals die Schnellzüge bespannt haben. 'Also ein ICE von früher', war auch der treffende Vergleich aus ihrem Mund.



      Auch diese schöne Maschine war natürlich ein Bild wert. Die Perspektive gibt gut das Größenverhältnis der Lok zu einem 8-jährigen Mädchen wieder.



      Dann stand sie vor der 50 3695 und legte den Kopf in den Nacken, um zum Mann im Führerhaus hinaufzuschauen. Ich fragte, ob sie ein Foto machen dürfte ... natürlich durfte sie. Danke dafür! Die Einladung auf den Führerstand lehnte sie aber ab, denn das "Ungetüm" von Maschine war ihr dann doch ein wenig unheimlich.



      Nun ging es in den Lokschuppen. Hier fotografierte sie die Rangierlok. Erst wollte sie die Aufnahme im Schuppen machen, aber ich sagte zu ihr, vom Tor aus, wäre wegen des Lichtes besser. Also entstand dieses Bild.



      Außerdem sah sie im Lokschuppen selbstständig dieses Detail einer Dampflok und fotografierte es natürlich auch.



      Wieder aus dem Halbdunkel des Schuppens heraus, wurde die wirklich beeindruckende Ansammlung an Triebfahrzeugen vor der Drehscheibe in Augenschein genommen.



      Die 44 1486 wurde auf der Scheibe gedreht und meine Tochter nahm diese Aktion aus dieser Perspektive war.



      Nicht nur meine Tochter war von der Dampfschneeschleuder beeindruckt, wie man unschwer erkennen kann. Staunende Kinderaugen konnte man manche auf dem Fest entdecken.



      Die AVG war mit ihrem VT2E (ehemals AKN) zu Gast und der Triebwagen steht hier abfahrbereit zu einer Sonderfahrt nach Egeln. Mit diesen Triebwagen bin ich in den 1990-er Jahren oft gefahren, als ich meinen Wohnsitz noch im hohen Norden hatte. War interessant, diese Fahrzeuge nach so vielen Jahren mal wieder in Augenschein nehmen zu können.



      In der Modellbahnaustellung versuchte sich meine Kleine auch ein wenig mit Fotografie. Die meisten Bilder sind unscharf geworden, aber dieses hier von der Straßenbahn auf der Anlage ist doch ganz vorzeigbar.



      Wie die Bilder aussehen, wenn meine Tochter überrascht wird, zeigt diese Aufnahme eines regulären Güterzuges mit einer Lok von der 'Press'. Er war doch relativ zügig unterwegs und so entstand diese Aufnahme als Notschuss.



      Sämtliche Bilder wurden von meiner Tochter aufgenommen. Ich stand nur gelegentlich mit kleineren Beratungen zur Seite und musste natürlich aufpassen, dass sie sich durch die Ablenkung des Fotografierens unfallfrei in den Gleisanlagen bewegt.

      Es war eine schöne Atmosphäre beim Fest. Manch einem Fotografen sei aber kundgetan: Nur, weil man eine hochwertigere Fototechnik dabei hat, muss man Bahnfreunde mit einer "Knipse" nicht mit abfälligen Blicken anschauen, als hätten sie weniger Anspruch auf das Motiv. Auch Kinder mit einer "Knipse" haben die gleichen Rechte, denn die Eltern haben den gleichen Eintrittspreis an der Kasse entrichtet.

      Freundlichen Gruß, René
    • 4. Kapitel (HSB-Bahnhof Schierke und die 99 222)

      Hallo,

      heute sind wir nach Schierke gefahren, um ein wenig spazieren zu gehen. Zunächst wurde das Auto am Schierker Stern abgestellt, um zum Bahnhof zu laufen. Dort angekommen traf gerade 8926 ein, welcher mit der Einheitslok 99 222 bespannt war. Meine Tochter war meiner Frau und mir schon etwas vorausgeeilt und machte diese Aufnahme.



      Während des Aufenthaltes bewies der Lokführer seine bergsteigerischen Fähigkeiten, natürlich unter Beobachtung meiner Kleinen. Das Bild ist ein wenig dunkel geraten, aber ich möchte es trotzdem hier zeigen.



      Vor der Weiterfahrt des Zuges und unserem Besuch der Bahnhofsbaude wurde noch diese Ansicht der Lok aufgenommen.



      Nach der Stärkung in der Gaststätte war der 8927 zur Stelle und wurde an der Bahnhofseinfahrt abgelichtet. Leider löste meine Tochter etwas zu zeitig aus. Eine Sekunde später und das Bild wäre recht ansehnlich geworden.



      Dann wurde ein Spurt auf die andere Seite des Bahnhofs unternommen. Ich lief langsam hinterher. Bei meiner Tochter angekommen, hatte sie zu meiner Überraschung eine etwas ungewöhnliche Ansicht gewählt und die Lok aufgenommen. Also wieder eine Aufnahme aus absolut kindlichen Blickwinkel.



      Ich habe ihr dann noch einen leicht veränderten Standpunkt empfohlen und gesagt, wie das Motiv recht gut aussehen könnte. Beim Auslösen hat sie die Aufnahme ein ganz klein wenig verwackelt.



      Dann wollte meine Tochter noch in Richtung Feuersteinklippe, um dort zwischen den Granitblöcken ein wenig herumzuturnen. Beim Weg dorthin wurde noch der ausfahrende 8927 in Richtung Brocken auf dem Speichermedium der Kamera archiviert. Auch hier habe ich kleine Hinweise zur Motivwahl gegeben. Leider haben wir auf dem kleinen Display die kleinen Zweige nicht wahrgenommen, die in Richtung der Lok hängen. Künstlerische Freiheit, da die Bahn ja durch den Wald fährt.



      Bei der minimalen Zahl der Fahrgäste in den Zügen wurde mir erneut bewusst, was ich täglich im DINSO II-Netz als Zugbegleiter leisten muss, werden doch in den 'Dünnblechtriebwagen' (nicht meine Wortschöpfung) allein auf dem Abschnitt zwischen Hannover und Hildesheim (etwa 33 km) jährlich ein Vielfaches an Fahrgästen des HSB-Gesamtnetzes befördert, was sich allerdings fairerweise einmal monatlich in einem recht deutlichen Unterschied zur 'HSB-Zwiebelhaut' auswirkt. :ok:

      Zum Abschluss standen zur Freude meiner Tochter noch ein paar Runden mit einer anderen Bahn, dem 'Brockencoaster' in Schierke auf dem Programm, hier ausnahmsweise dokumentiert von meiner Frau. :zwink:



      Im Rausch der Geschwindigkeit verabschiede ich mich und wünsche einen schönen Abend, René
    • 5. Kapitel (Vienenburg)

      Hallo,

      heute habe ich meine Tochter nach der Schule abgeholt und wir sind nach Bad Harzburg gefahren. Es muss ja nicht immer die HSB sein, denn interessante Motive von Eisenbahnen kann man im Harz auch an anderen Orten einfangen. Dabei handelt es sich jedoch meist um Eisenbahnen, die der allgemeinen Daseinsvorsorge der Menschen dienen und dadurch wirkliche Beförderungsaufgaben erfüllen, die somit unverzichtbar für viele Menschen sind und deshalb auch einmal im Fokus des Interesses stehen dürfen.

      Am frühen Nachmittag fuhren wir dann von Bad Harzburg nach Vienenburg. Meine Tochter durfte im Führerraum meines Kollegen mitfahren, was sie wahnsinnig interessant fand. Die betriebliche Situation stand dem glücklicherweise nicht entgegen. Die höheren Geschwindigkeiten und die unterschiedlichen Signale weckten ihre Neugier. Zunächst stellte sie fest, wie lang doch so ein Triebwagen ist und wieviel Leute dort reinpassen. Der Triebwagen war gut gefüllt und sie stellte fest: 'Bei drei Triebwagen musst Du dann aber ziemlich viel arbeiten.' ... 'Naja', sagte ich, 'in den Berufsverkehrszügen nach Hannover sind eigentlich immer mindestens 500 Fahrgäste im Zug.' Das hat sie ziemlich beeindruckt.

      In Vienenburg angekommen, machte sie erstmal ein paar Bilder. Vienenburg mit seinem ältesten noch erhaltenen Bahnhofsgebäude Deutschlands bietet sich für ein paar Bilder auch an, da es zusätzlich ein kleines Freiluft-Eisenbahnmuseum gibt. Zunächst entdeckte sie das alte Stationsschild.



      Interessant fand sie auch den Radsatz einer Dampflokomotive und die Rauchkammertür, welche vor dem Bahnhofsgebäude steht. Hier habe ich mal nachträglich den Fokus am PC auf diesen Ausschnitt gelegt.



      Nun war es auch an der Zeit, für die Zugkreuzung auf die Fußgängerbrücke zu gehen. Während auf Gleis 1 der Zug von Bad Harzburg nach Braunschweig steht, mit dem wir angekommen waren, fährt auf Gleis 2 gerade der Zug von Braunschweig nach Goslar / Bad Harzburg ein, welcher in Vienenburg geflügelt wird.



      Nach diesem Bild konnten in Ruhe die musealen Fahrzeuge in Augenschein genommen werden. Einige Wagen verschiedener Gattungen, mehrere verschiedene Signale, ein historischer Zugzielanzeiger usw. usf. bereichern das Ensemble.



      Danach war es an der Zeit, die Eisdiele aufzusuchen. Dort verbrachten wir ein paar angenehme Minuten, bis wir zum Vienenburger See, welcher in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof gelegen ist, aufbrachen. Vom Weg durch den Park bietet sich dieser Blick auf den Bahnhof mit abfahrbereitem Zug in Richtung Halberstadt.



      Am See konnte meine Tochter schließlich noch dieses farbenfrohe Stillleben einfangen, bevor es für die Rückfahrt wieder zum Bahnhof ging.



      Die Rückfahrt unternahm sie auch wieder im Führerraum und lernte gleich noch etwas über die bahnseitige Absicherung von Bahnübergängen. In Bad Harzburg angekommen, lautete ihr Fazit: 'Papa, so eine Tour müssen wir bald wieder machen. Ist eigentlich viel cooler als die Schmalspurbahn, weil es während der Fahrt schön leise ist.' Verschmitzt fügte sie hinzu: '... und außerdem fährt der Zug schneller.' Kinder setzen eben durchaus andere Prioritäten. Trotzdem wird sie wohl auch weiterhin die Schmalspurbahn fotografieren, denn damit verbindet sie ja auch eine Vielzahl von schönen Erlebnissen im Harz. :zwink:

      Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit bei dieser kleinen Reise.

      Freundlichen Gruß, René

      P.S.: Natürlich haben diese Bilder nichts mehr mit dem Schulprojekt zu tun. Dieses war nur der Auslöser für die Bahnfotografie meiner Tochter. Deshalb sind natürlich auch die weiteren Aufnahmen gut in diesem Thema aufgehoben.