Schienenersatzverkehr wegen Personalmangels

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    • Schienenersatzverkehr wegen Personalmangels




      Im Sommer SEV auf der Selketalbahn!
      Es kann nicht wahr sein: Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) wollen im Sommer auf der Selketalbahn Ersatzverkehr mit Bussen anbieten. Grund: Personalmangel. Seit langer Zeit habe der Betriebsrat davor gewarnt. Auf der jüngsten Betriebsversammlung warf der Arbeitgeber dem BR noch vor, "alles schlecht zu reden". Über den geplanten SEV verlor er kein Wort.
      Die Geschäftsführung muss endlich ihre Verantwortung gegenüber den Kolleginnen und Kollegen wahrnehmen. Das schlechte Betriebsklima, die zunehmende Arbeitsbelastung und sinkende Fahrgastzahlen sind alarmierende Signale. Wenn sich jetzt nichts ändert, droht der HSB und der gesamten Region ein immenser Imageschaden.
      Der Betriebsrat fordert: Die HSB muss jetzt kurzfristige Lösungen vorlegen und endlich eine nachhaltige Personalstrategie entwickeln. Die wahren Experten arbeiten übrigens seit vielen Jahren bei der HSB - es ist Zeit, auf die Kolleginnen und Kollegen zu hören. (Pressemeldung BR der HSB, 18.04.17).

      volksstimme.de/sachsen-anhalt/…bei-harzer-schmalspurbahn


      Personalmangel bei Harzer Schmalspurbahn


      Den Harzer Schmalspurbahnen fehlt Fachpersonal. Deshalb fahren teilweise Busse statt Dampfloks.


      Wernigerode
      (dpa) l Wegen Personalmangels fahren auf manchen Strecken der Harzer
      Schmalspurbahnen künftig Busse statt Dampfloks. Die Einschränkungen
      betreffen den Bereich der Selketalbahn, wie das Unternehmen am Dienstag
      in Wernigerode mitteilte. Die Fahrten zum Gipfel des Brockens können
      dagegen ohne Einschränkungen stattfinden. Ein neuer Sommerfahrplan gilt
      ab 29. April. Das Unternehmen hofft, bis zum Sommer genügend Personal
      für die Dampfloks gefunden zu haben und dann auf die Busse verzichten zu
      können. Die Selketalbahn quert den Harz von Quedlinburg bis zur Grenze
      nach Thüringen. Händeringend gesucht werden demnach vor allem
      Dampflokheizer. Wegen ständig wechselnder Arbeitszeiten im
      Schichtbetrieb und Wochenendarbeit gestalte sich die Suche nach
      geeignetem Personal sehr schwierig. Die Bemühungen sollen jetzt nochmals
      verstärkt werden.


      Beste Grüße Reiner
    • Hallo,

      so kann man die Einstellung einer ungeliebten Teilstrecke natürlich auch befördern, SEV in der Hochsaison wird sich sicherlich "positiv" auf die Fahrgastzahlen auswirken.

      Leid tuts mir um die Personale, habe ich doch wenig Hoffnung dass sich an deren Situation nachhaltig etwas verbessern wird.

      Im Grund können wir nur alle hoffen dass sich die Ideenlosigkeit des örtlichen Managements endlich mal in entsprechenden (personellen) Konsequenzen wiederspiegelt.

      Gruß Michael
    • Das Problem ist doch, zu niedrigen ostdeutschen Busfahrerlöhnen findet und hält man keine Lokführer mehr, und zu Mindestlöhnen keine Heizer und Schaffner. Diese Zeiten sind (zum Glück) auch im Osten ein für allemal vorbei!

      Selbst die kleinsten und verrufensten "Regio-Gurkenbahnen" auf Regelspur zahlen da erheblich besser wie die HSB. Und wenn dann noch dazu das Betriebsklima schlecht ist, dann hat man einfach Pech gehabt! Eisenbahner können sich ihren Arbeitgeber in der aktuellen Lage aussuchen. Und dieser allgemeine Personalmangel wird sich die nächsten Jahre noch drastisch verschärfen.
      Das muß man in aller Deutlichkeit so sagen. Aussitzen und auf bessere Zeiten hoffen geht seitens der HSB nicht mehr!

      Viele Bahnen wären übrigens froh, wenn sie solche engagierten Personale wie die HSB hätten. Aber von Idealismus mit Aussicht auf bittere Altersarmut kann man halt nicht leben! Demzufolge, die Löhne der HSB müssten um mindestens 30 % steigen, um überhaupt erstmal wieder den Anschluß an das unterste Lohnniveau anderer Eisenbahngesellschaften auf dem Markt zu finden.
    • Mir kommt das alles eher so vor, als ob die HSB langsam aber sicher die Probleme über den Kopf wachsen. Klar ist, mit den seit 1993 eingefroren Zuschüssen seitens der Eigentümer kommt man finanziell nicht mehr auskömmlich klar. Man schleppt sich schon seit Jahren mehr recht als schlecht dahin!

      Das Personal wird ja sowohl lohn- aus auch mengenmäßig bereits an der untersten Leine gehalten.
      In Zeiten von Überangebot mag dieses System noch leidlich funktioniert haben. Aber jetzt, wo fast ausnahmslos alle Eisenbahnen händeringend Personal suchen, fällt dieses ganze System wie ein Kartenhaus in sich zusammen.
      Und in dieser prekären Situation muß natürlich das "ungeliebte Stiefkind" Selketalbahn als erstes darunter leiden. Hoffen wir mal, daß diese Aktion nur so etwas wie ein Hilfeschrei an die Eigentümer und Subventionierer ist, um sie wachzurütteln, wie ernst die finanzielle Lage der HSB eigentlich ist.

      Sollten die Eigentümer das dagegen einfach so hinnehmen, dann dürfte dies so langsam aber sicher der Anfang vom Ende der geliebten Selketalbahn sein. Denn personalmäßig gibt es da kaum noch was zum ausdünnen. Sind ja meines Wissens lediglich 6 bis 8 Mann täglich, die die ganze Selketalbahn am laufen halten. 3 auf jedem Dampfzug, einer auf jedem Triebwagen, dazu noch einer in der Fahrkartenausgabe Gernrode. Der Rest (Zugleitung usw.) fällt quasi nebenher in Personalunion mit anderen HSB-Strecken ab. Mehr rationalisieren kann man da eigentlich nicht mehr!
    • Hallo,

      an einer opulenten Verwaltungsstruktur hapert es der HSB jedoch nicht. Aber zur Verwaltung der Mangelwirtschaft braucht es wahrscheinlich ausreichend Personal. :zwink: Ein normaler Mittelständler in der freien Wirtschaft wäre mit so einer Verwaltungsstruktur schon lange insolvent. Die HSB ist es dank Subventionen (noch) nicht. Einsparpotential ist durchaus noch vorhanden.

      Freundlichen Gruß, René
    • Den SEV auf der Selketalbahn kann sich die HSB dann aber auch getrost gleich ganz schenken!
      Sollen sie den Betrieb in dieser Zeit halt gleich ganz einstellen. Denn die Leute fahren zu 99 % wegen der Bahn an sich im Selktal mit.
      Einen Alibi-Bus im SEV braucht da kein Mensch, noch dazu zu diesen Fahrpreisen.
      So kann sich die HSB wenigstens noch die Euronen für die SEV gleich mitsparen. Das wäre wenigstens konsequent!