Parkeisenbahn Vatterode

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    • Hallo Rolf,

      danke für den Bericht und die gesetzten Links. Obwohl ich einige hundert Kilometer weiter nördlich verweilte, konnte ich mir so wenigstens einen kleinen Überblick verschaffen. Immerhin konnten 600 Fahrgäste in zwei Tagen befördert werden. Das bei einer Parkeisenbahn, welche aus städtischer Sicht im Outback gelegen ist, ohne wirkliche Metropole in der Nähe und mit einer recht überschaubaren Streckenlänge. Das sind Fahrgastzahlen, von der manche "echte" Museumsbahn nur träumen kann. Ich freue mich, dass die 'Kleine im Vorharz' einen solchen Zuspruch erhält. Das lässt auf eine gute Zukunft hoffen. Das Konzept scheint stimmig zu sein und trägt Früchte. Den fleißigen Parkeisenbahnern sei dieser Erfolg auf jeden Fall gegönnt.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo Rolf,

      danke für das Einstellen des schönen Videos. In den ersten Sekunden hab ich bezüglich der Musik gedacht: 'Was geht denn jetzt ab?' :frech: ... aber es ist sehr schön zu sehen, dass es eben nicht nur ein Jubiläum, sondern wirklich ein Fest für die ganze Familie war.


      Du bist ja auch mal kurz in Aktion zu sehen und man sieht Dir die Freude richtig an. Kein Wunder beim familiären Charakter der Parkeisenbahn, welche so ganz ohne Allüren auskommt. :zwink:

      Viele Grüße ... und Bis Bald,

      René
    • Ein sehr schönes Video einer doch recht unscheinbaren Bahn. Und das diese Bahn mittlerweile seit 50 Jahren besteht, obwohl diese keine "wirkliche" Beförderungsleistung o.ä. als Aufgabe hat, finde ich sehr beeindruckend.
      Auch das Engagement der ehrentlichen Helfer in den vergangenen Jahren diese Bahn aus dem Dornröschenschlaf wieder zu erwecken, ist sehr beeindruckend und nicht zu unterschätzen.
      Leider schade, dass bisher nur eine Lok und zwei Wagen einsatzbereit sind. Woran liegt das? An der Zeit, Arbeitskraft oder doch wie so oft am Geld? Vielleicht kann dazu mal einer der Verantwortlichen realistische Auskünfte geben (gern auch per PN). Da sollten sich doch über kurz oder lang Veränderungen ergeben. Würde ich zumindest sehr gut finden.
      Auf alle Fälle wünsche ich allzeit gute Fahrt für mindestens die nächsten 50 Jahre.
    • Hallo,

      woran es liegt, daß wir derzeit nur eine Lok und zwei Wagen betriebsfähig haben? Na, an allen drei Ursachen ;-) Wer die Geschichte der Bahn kennt, der weiß, daß in den letzten zehn Jahren unter der Führung des damaligen Landkreises Mansfelder Land schon nur noch wenig Mittel investiert werden konnten. So wurde z.B. im Jahr 2007 die Sicherungstechnik des Bf Wippergrund bis auf den Bahnübergang außer Betrieb genommen und die Weiche mittels Akkuschraubers gestellt. An allen Wagen haben wir erhebliche Rostschäden feststellen müssen, außerdem sind die Radscheiben auf ein Maß abgefahren, das sich nicht mehr überdrehen läßt. Die Achslager sind ebenfalls erneuerungsbedürftig. Der Anstrich besteht aus vielen Schichten Pinsellack, auch da muß mal grundhaft rangegangen werden. Gleiches galt für die Loks. Dabei war die EL 9 002, also die "kleine V180" stets weniger im Betrieb, weil die "kleine V10c" beim Personal beliebter war/ist. In der 002 fährt es sich wie in einem Panzer, die 001 hat viel mehr Komfort und Übersicht für den Lokführer. Folglich ist die 002 weniger verschlissen, und dennoch war auch die HU für diese Lok ziemlich aufwendig.
      Leider habe ich kein Foto von unserem dritten, derzeit kurz vor der Vollendung stehenden Personenwagen, den haben wir nämlich zusammen mit Alt- und Neuteilen auf der Feier ausgestellt, so daß man sehen konnte, warum wir die Wagen alle grundhaft sanieren müssen. Und sowas kostet eben Zeit und Geld. Daneben waren ja ganz erhebliche Aufwendungen für die Gleise (marode Holzschwellen) und die Elektrik der Sicherungstechnik nötig. So haben wir 40 Tonnen Schotter überwiegend per Hand verteilt, über 50 Eichenschwellen neu verlegt und z.B. das gesamte Streckenkabel neu verlegt. Die Bahnhofsdächer waren anfangs undicht, was auch einen Haufen Arbeit mit sich brachte. Mit durchschnittlich vier Arbeitern auf der Baustelle dauert das halt. Der Anspruch war und ist ja auch, eine vorschriftsmäßige Anlage nach BOP mit voll funktionstüchtiger Eisenbahntechnik präsentieren zu können, die auch einen Marathonbetrieb wie den vom letzten Sonntag störungsfrei besteht. Wenn man z.B. bedenkt, daß die neue Fahrbatterie, die wir jetzt haben, 3.500 EUR kostet, dann wird schnell klar, daß man auch bei so einer kleinen Bahn nur Schritt für Schritt weiterkommt. Aus unserer Sicht besteht aber kein Grund zur Sorge: Wenn alles klappt, werden Ende 2017 mindestens vier Personenwagen einsatzbereit sein und für die Lok EL9 001 hat sich auch eine schnellere Instandsetzung angedeutet. Wobei wir an sich im Regelbetrieb keine zweite Lok brauchen, denn mangels Kreuzungsmöglichkeit kann immer nur ein Zug verkehren. Die ersten acht Jahre von 1967 bis 1975 hatte die Bahn ja auch nur die EL 9 001. Aber wir arbeiten trotzdem kontinuierlich daran, daß irgendwann alle acht Personenwagen und beide Loks wieder einsatzbereit sind, und ich bin sicher, daß wir das auch schaffen werden.

      Grüße,
      Rolf
    • Hallo Rolf,

      ausführlicher kann man die Situation wirklich nicht beschreiben. Wer die Parkbahn in Vatterode vor der Einstellung des Betriebes kennt und nun sieht, was in den letzten Jahren mit viel Herzblut vor Ort geschaffen wurde, der kann nachempfinden, dass bei der Herrichtung dieser Bahn für den Fahrbetrieb mit Sicherungstechnik, Gleisanlagen und Gebäuden nicht unbedingt weniger geleistet wurde, als bei manch einer "großen" schmalspurigen Museumsbahnen. Immerhin fährt die Bahn wieder, sie erfreut ihre Besucher ... da ist es zunächst nebensächlich, ob nun wirklich alle Fahrzeuge einsatzbereit sind. Es ist eben wie bei allen Schmalspurbahnen: Man hält die Fahrzeuge betriebsfähig vor, die auch wirklich benötigt werden. Mit steigenden Besucherzahlen (und davon ist realistisch auszugehen) werden dann auch immer mehr Fahrzeuge im Einsatz erlebbar sein. Mit den steigenden Fahrgastzahlen erhöhen sich ja auch automatisch die finanziellen Spielräume. Immerhin rosten (salopp gesagt) bei der 'Kleinen im Vorharz' die Fahrzeuge nicht "an den Schienen fest", wie es bei der in der Nähe befindlichen 'Größten unter den Kleinen' in nicht wenigen Lokschuppen durchaus üblich ist. Und weiterhin gilt auch hier, was für jede andere Bahn gilt: Zahlende Gäste sorgen für eine erfolgreiche Entwicklung dieser kleinen Bahn. :zwink:

      Alle Leser sind also herzlich eingeladen, zu den nächsten Fahrtagen in's Mansfelder Land zu kommen und sich davon zu überzeugen, dass eine Parkeisenbahn durchaus das Flair einer "richtigen" Eisenbahn vermitteln kann. Bei welcher deutschen Schmalspurbahn gibt es schon so schöne persönliche Bahnsteiglautsprecheransagen, wie zu Reichsbahn-Zeiten. Schon allein dadurch fühlt man sich in vergangene Zeiten versetzt ... und spätestens, wenn der Zug den Bahnübergang mit der vertrauten WSSB-Sicherungsanlage befährt, dann fühlt man das pure Feeling einer Eisenbahn. Bei anderen Schmalspurbahnen ist ein Cabrio-Wagen im Zug ein Highlight, in Vatterode ist dieses Highlight einfach Normalität: Hier weht dem Fahrgast der Fahrtwind um die Nase und man spürt die Natur. :klatsch:

      In diesem Sinne -

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo Rolf,
      vielen Dank für diese reichhaltigen Ausführungen über die vergangenen und noch anstehenden Arbeiten. Ich hätte nicht gedacht, dass da so viel zu tun ist. Und was ihr da geleistet habt in den vergangenen Jahren verdient wirklich hohe Achtung. Da bleibt nur zu hoffen, dass der Zuspruch an Fahrgästen stetig wächst und ihr in naher Zukunft alle Fahrzeuge wieder in Betrieb nehmen könnt.

      Gruß
      bahnfreund
    • Hallo,

      bevor ich im Jahr 2011 zu diesem Projekt gestoßen bin, hatte ich selbstverständlich schon Respekt vor der Leistung all' jener, die eine Eisenbahn, sei es Feld-/ Park-/ Schmalspur- oder gar Normalspurbahn nebenamtlich für Museums- bzw. Vergnügungsbetrieb erhalten oder sogar neu bauen. Preß, Pollo, Strube- und Schwarzbachbahn sind nur einige Beispiele für dieses tolle Engagement. Aber seit ich selbst erlebt habe, wieviel Schweiß und Sorgen sowas selbst bei so einer kurzen Strecke wie unserer macht, wie oft nach der Lösung eines Problems gleich das nächste auftaucht, wie oft man den Eröffnungstermin verschieben mußte, kann ich es erst ermessen, was die vielen Helfer im Hintergrund eigentlich schaffen, an die der Fahrgast oft gar nicht denkt. Ich finde es jedenfalls ganz toll, wie viele Menschen es gibt, die mit Herzblut dafür sorgen, daß die Räder rollen. Anpacken und mitmachen, das ist die Devise! So manches Mal wurden wir in den letzten Jahren von Passanten gefragt, warum wir denn nicht fahren, wann wir denn fahren usw. Ich mache den Leuten überhaupt keinen Vorwurf, sie sehen halt bloß, daß da Gleise liegen und denken, das langt schon. Insofern ist so eine Aktion wie die der Preß, bei der einmal Gleisbau erlebbar wird, sehr wertvoll. Oder eben die Arbeitsberichte der Eisenbahner hier und im Kipploreforum, die dokumentieren, wie viel Arbeit vonnöten ist. Dank eines unserer Lokführer, der auch noch ein gutes Händchen für die Kamera hat, könnt Ihr auf unserem youtube-Kanal (siehe meine Signatur) ja auch die Arbeitszugeinsätze der letzten Jahre ansehen bzw. im Kipploreforum gibt es einen längeren Beitragsfaden dazu, dort habe ich auch ein paar Bilder von den Arbeiten gezeigt: kipplore.com/t2466-parkbahn-vatterode

      Grüße,
      Rolf
    • Hallo,

      am kommenden Wochenende stehen die nächsten Fahrtage bei der Parkeisenbahn Vatterode bevor.

      05. August 2017: Fahrbetrieb von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr und Zuckertütenfest

      06. August 2017: Fahrbetrieb von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr

      Vielleicht sieht man sich im Mansfelder Land bei der Kleinen im Vorharz ... alle Besucher sind Herzlich Willkommen!

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      anläßlich des kommenden Fahrwochenendes kann ich die frohe Kunde vermelden, daß nun auch ein dritter Personenwagen instandgesetzt und einsatzbereit sein wird. Das mag für Außenstehende wenig aufregend klingen, für uns ist es aber ein bedeutender Schritt, erhöht sich doch die Kapazität an Sitzplätzen im Zug von 17 auf 25. Ich freue mich darauf, nicht mehr regelmäßig in traurige Kinderaugen zu schauen, wenn ich sagen muß, daß leider kein Platz mehr im Zug ist und auch schon die nächsten zwei Züge ausgebucht sind.

      Viele Grüße und vielleicht bis bald,
      Rolf