[?] Gütertransport auf der Schiene

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hallo René,

      sicher, am Ende ist es immer auch eine Frage, was die jeweilige Bevölkerung für Schwerpunkte setzt. Und das Auto ist nunmal des Deutschen liebstes Kind, da haben die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte nur wenig dran geändert. Wer z.B. den Fahrradverkehr in Kopenhagen oder den Bahnverkehr in der Schweiz mit den Verhältnissen bei uns vergleicht, der wird zu dieser Erkenntnis gelangen. Daß sich daran viel ändern wird, glaube ich auch nicht.

      Grüße,
      Rolf
    • Hallo Rolf und Rene´,
      das Thema wird zur Zeit wegen den schweren LKW-Unfällen mit Todesfolge in den Medien wieder heftig diskudiert.
      Vor ein paar Tagen erst wurde eine ganze Familie aus dem Leben gerissen, weil ein wahrscheinlich übermüdeter LKW-Fahrer hintendrauf gefahren ist. So geht das Tag für Tag! Ist das wirklich der Preis, weil der Gütertransport auf der Straße billiger ist, wie auf der Schiene? Müssen wir uns einfach dran gewöhnen? Denken wir auch mal ein bißchen an die Feuerwehr und Rettungsdienste, die das wegräumen müssen! Ich kann mich damit nicht abfinden! Aus dem ADAC bin ich schon ausgetreten, weil hier einwandfrei die Autolobby vertreten war. LKW-Unfälle häufen sich in letzter Zeit erschreckend! Ist ja nur ein Mensch, der stirbt, da machst eben ein anderer.
      Frustrierend,
      Thomas!
    • Hallo, dem kann ich nur zustimmen! Ich wohne im Rhein-Main Gebiet und sehe täglich den ganz normalen Wahnsinn auf A67, A5, A3. Glücklicherweise muss ich mich nicht (mehr) täglich in den selben Stau stellen, wie viele viele andere. Es ist doch Realität, hier macht eine Logistikbude nach den anderen auf und die LKW rollen hintereinander weg auch auf den Bundesstrassen. Kommt dann noch der fröhliche Landwirt mit seinem Traktor dazu, ist das Chaos komplett. Und auch hier liegen Gleise! Strecke Frankfurt-Mannheim die Riedbahn...
      mit Gruß aus Gernsheim

      Rainer :wink:
    • Hallo,

      diese Meldung zeigt, warum der LKW-Verkehr so gnadenlos günstig ist. Auch dieses Thema wurde im entsprechenden TV-Bericht thematisiert:

      "Ausländische Mitbewerber machen den heimischen Speditionen die Preise kaputt. Unternehmen aus Skandinavien und dem Baltikum beschäftigen philippinische Fahrer auch auf deutschen Straßen, die um die 500 - 600 Euro im Monat verdienen. Gegen deren Dumping-Preise anzukommen, sei unmöglich. Dagegen haben selbst osteuropäische Fahrer keine Chance, die mit ihrem Verdienst von etwa 800 Euro selbst unter diesem Dumping leiden."

      Und da liegt auch der Wettbewerbsnachteil der Bahnen in Deutschland, sind doch die Bahnmitarbeiter hierzulande (meine Person eingeschlossen) in den allermeisten Fällen so dreist, nach deutschen Tarifverträgen bezahlt werden zu wollen. Da muss doch noch eine betriebswirtschaftliche neoliberale Einflussnahme möglich sein, denn die ungeregelten globalisierten Märkte sind doch der Traum für die Mehrheit der Menschen dieser Welt. Die Bundesarbeitsministerin und eventuell künftige SPD-Parteivorsitzende hat es mit dem Tarifeinheitsgesetz ja schonmal versucht. Bätschi! :vogel: Nur das BVerfG sah es dummerweise ein wenig anders. So ein Rechtsstaat ist natürlich kompliziert zu begreifen. Wollte sie sich doch die Welt so machen, wie sie ihr gefällt. Dafür reichen schlechte Gesangsdarbietungen im Bundestag aber wohl nicht.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      tja, das eine sind die realen Verhältnisse, das andere sind mögliche Visionen. Ich wäre ja dafür, die Autobahngebühren für LKW massiv zu erhöhen und im Gegenzug die "rollende Landstraße" stark auszubauen und vor allem günstiger anzubieten. Das würde die Stärke der Bahn - lange Strecken ohne Umladen - zur Geltung bringen und dem LKW die "letzte Meile" überlassen. Aber bedenkt mal: Auch die Anwohner von stark belasteten Bahnstrecken wie z.B. Rheintal, sind ganz und gar nicht begeistert von mehr Güterzügen, die ja vor allem nachts fahren werden.

      Grüße,
      Rolf
    • Hallo Rolf,

      Ist es denn nicht aber egal was man macht? Baut man Bundesstraßen für den LKW-Verkehr aus stört es die Leute wegen erhöhten Straßenlärm und wenn man Schienentrassen ausbaut, stört es die Leute genau so, nur das es hier die Güterzüge sind und nicht die LKW. So ist es dann wie mit der Energie: Atom- und Braunkohlekraftwerke wollen wir nicht! Wir wollen saubere Energie wie Windkraft! Aber Moment mal... Windkraftanlagen töten ja so viele Vögel jährlich und die Flügel stören wenn die Schatten ins Zimmer fallen.

      Egal was man macht, man macht es falsch. Irgendjemand fühlt sich immer angegriffen und/oder ungerecht behandelt.
      Ehe wir alle unter einen hut gebracht haben vergehen meist mehrere Jahrzehnte langer Gerichtsverfahren (immer noch aktuelles Thema: Dresden Waldschlösschen-Brücke) ehe was passiert. Aber wem erzähle ich das... :zwink:

      Gruß


      Paul
    • Ja..es ist schwierig in einem so dicht besiedelten Land irgendetwas Neues aufzubauen. Im Zweifel sollte die Wahl auf das kleinste Übel bzw. den größten nutzen für die Allgemeinheit gehen. Bei Großprojekten gibt es immer Verlierer. Trotzdem sind sie zwingend notwendig. Gerade bein solchen wichtigen Basis-Infrastrukturen wie stark genutzten Eisenbahntrassen bin ich dafür diese weitestgehend unter die Erde zu legen um den Impact auf Umwelt und Siedlungsgebiete so gering wie möglich zu halten, auch wenn das höhere Kosten bedeuten. Woanders klappt das ja auch und erhöht deutlich die Akzeptanz bei der Bevölkerung (Siehe Südlink-Stromtrasse).
    • Forenteilnehmer mit zwei Zungen?

      Hier wird sich stundenlang über den zunehmenden LKW-Verkehr einerseits und den abnehmenden Bahnverkehr andererseits unterhalten bzw. aufgeregt.

      Das die Tatsache, das asiatische Fernfahrer über europäische Straßen fahren, einer der vielen Folgen dieser unsäglichen Globalisierung ist, wird wohl geflissentlich ausser Acht gelassen.

      Seit mehr als zwanzig Jahren trichtern uns die Vertreter von CDU/CSU, SPD und FDP ein, dass die Globalisierung große Cancen für unser Land, für Europa und die Welt bietet. Die Wahrheit sieht aber völlig anders aus:

      Die Globalisierung nützt nachgewiesenermaßen einer Minderheit von Großkonzernen und Handelsunternehmen, der Mehrheit der Bevölkerung hat sie vor allem Arbeitsplatzverlust gebracht - und das nicht nur in Deutschland!

      Mit der Globalisierung lösten größere Produktionseinheiten bisher regional verstreut ansäsige Produktionsbetriebemachten ab - es verlängerten sich zwar global gesehen die Transportwege ungemein, aber betriebswirtschaftlich ( nicht volkswirtschaftlich) machten extrem niedrige Transportkosten diessen räumlichen Nachteil wieder wett.

      Verlierer dieser Globalisierung sind die Menschen rund um den Globus, die als Folge des "Raubtierkapitalismus" ihren Arbeitsplatz verloren und somit von den "Segnungen" der Globalisierung ausgeschlossen sind. Der kanadische Premierminister hat dies im Januar 2018 auf dem Weltwirtschaftstreffen in Davos/Schweiz als erster Führer einer Industrienation offen angeprangert.

      Die Globalisierung zerstört lokal/regional /landesintern funktionierende Märkte und opfert sie global operierenden Heuschrecken, in denen der Mesch nur noch eine Variabel von vielen ist.

      Ich habe dies an einem Beispiel in Deutschland selbst erlebt: Zu meiner Kindheit in den 1970er Jahren gab es im Kühlregal eine große Auswahl an unterschiedlichsten Molkereiprodukten, die zu 70% aus Groß- und Kleinmolkereien in meinem Heimatbundesland (NRW, 18 Mio. Einwohner) und deren Milch überwiegend von NRW-Bauernhöfrn stammten. Bereits damals gab es recht viel Milchproduktre aus Bayern (Käse, Joghurt) in NRW-Supermärkten zu kaufen.
      Heute, 40 Jahre später, ist die Molkerei-Vielfalt völlig zerstört, ca. 5-10 Großmolkereien beherrschen den deutschen Markt, die Vielfalt an Milcherzeugnissen (ausser Käse) ist nahezu verloren gegangen, Joghurt wird aus Brandenburg und Bayern massiv nach NRW gekarrt, natürlich per LKW.

      Seit rund 40 Jahren werden aber von den Deutschen weiterhin fleissig CDU/CSU , SPD und FDP gewählt, mit Sicherheit auch von vielen Bimmelbahn-Forenteilnehmern. Aber genau jene Parteien sind Verfechter der Globalisierung, öffnen Lohndumping und anderen prekären Beschäftigungsvarianten Tor und Tür, senken kontinuierlich das Rentenniveau, schicken die Bundeswehr rund um den Globus auf teure und fragwürdige Missionen, lassen bewußt das System Schiene vor die Wand fahren, verhindern gerechte Steuerreformen, weigern sich das Gesundheitssystem zu Gunsten der Patienten zu reformieren, haben den sozialen Wohnungsbau nahezu abgeschafft... - und werden trotzdem noch gewählt - ich kapiers nicht.

      Wie heißt ess doch so schön: Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber....

      -railfox-
    • Und jetzt? Was tun? Linkspartei wählen? Und dann? Mag sein, die treten aus der Nato aus, holen die Bundeswehr heim, schaffen die private Krankenversicherung ab, kurbeln den sozialen Wohnungsbau an, erhöhen den Mindestlohn auf 18,- EUR, erhöhen die Steuern "oben" (soweit es ihnen das BVerfG erlaubt). In zehn Jahren ist damit der letzte Rest produzierendes Gewerbe wegen exorbitant gestiegener Lohnstückkosten ins Ausland abgewandert, haben sich die Kapitalisten schönere Anlagemöglichkeiten für ihre Kohle gesucht und wir stehen als Griechenland zweipunktnull da. Die Globalisierung wirst Du nur aus einem Land nicht abstellen, die holt Dich ruckzuck ein. Versteh' mich nicht falsch: Ich respektiere ja Deinen Zorn, aber ich sehe nicht, wie man da mal so eben ausbrechen kann. 42 Jahre Erfahrung haben mich gelehrt, daß man allenfalls versuchen kann, vor der eigenen Tür einigermaßen für Ordnung zu sorgen, indem man halt versucht, keine Klamotten aus Bangladesch zu kaufen, wobei dann die dortige Näherin halt auch den Hungerlohn für meine Hose nicht mehr erhält...