HarzTourCard und das Selkebahn-Ticket: Beschränkungen in der HSB-Nutzung (2018)

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    • Eine Urlaubsregion schafft sich langsam ab...........

      Hierzu ist bereits eine interessante Diskussion bei DSO im Gange, wo auch nachgewiesen wurde, dass die Übernachtungszahlen im Harz im Gegensatz zu anderen deutschen Urlaubsregionen merklich rückläufig sind.

      In der Eifel, die auch in zwei Bundesländern liegt (NRW und Rheinland-Pfalz) und im Gegensatz zum Harz immer eine strukturell-wirtschaftlich unterentwickelte Region war, ziehen alle ländergrenzenüberschreitend an einem Strang und in dieselbe Richtung. Die Eifel wird dort als ein großes , zusammenhängendes Urlaubsgebiet verstanden und vermarktet und entsprechende Investitionen in den Tourismus wurden und werden zentral gesteuert. Dort hat man vor allem in den 1970er Jahren gelernt, dass Tourismus kein Selbstläufer ist und auch gewisse Investitionen in die Infrastruktur kontinuierlich erfolgen müssen.

      Der Harz bzw. vor 1989 der damalige bundesdeutsche Westharz brauchte vor 1989 den eigentlichen Harz nicht zu befürchten, denn touristische Highlights wie Brocken, Harzquerbahn, Blocksberg, Quedlinburg usw. lagen aus Westharzer Sicht "geschützt hinter der Mauer" und bedrohten den Tourismus im Westharz nicht - Sorgen vor benachbarter ausländischer Tourismuskonkurrenz wie etwa in der Eifel, der Bodenseeregion, den bayrischen Alpen etc. und damit kontinuierlichen Zwang zu Investitionen kannte man im damaligen Westharz eigentlich kaum.

      Mit der Wende wurde der Harz für alle Deutschen plötzlich ein Stück größer, doch statt z.B. wie in der Eifel, wo zwei Bundesländer erfolgreich kooperieren, tat und tut man sich im Harz diesbezüglich offensichtlich schwer, drei Bundesländer (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und auch Thüringen ) treten für ortsfremde eher als Konkurrenten denn als Partner auf.

      Und so tritt das eigentlich interessante Mittelgebirge Harz touristisch betrachtet eher auf der Stelle bzw. befindet sich in einem bösen Teufelskreis: Ungenügende Versorgungsmögichkeiten (Gastronomie) - schlechte bzw. kaum bezahlbare ÖPNV-Verbindungen - überteuerte Übernachtungskosten - ausbleibende , zentral koordinierte Investitionen in bzw. für den Tourismus sowie Kirchturmdenken in einigen Gemeinden sorgen für rückläufige Besucherzahlen.

      Doch statt mit besonnenen Konzepten darauf zu reagieren, indem man. z.B. die Übernachtungspreise in Herbergen mit massivem Sanierungsstau senkt oder die für viele jetzt schon nicht mehr bezahlbaren Fahrpreise der HSB senkt, kommt genau das Gegenteil: Erhöhung der Preise auf ein Niveau, dass auch die letzten hartgesottenen Harzliebhaber zweifeln läßt, ob ein Kurz- oder Langurlaub in Franken, im Thüringer Wald, im Weserbergland, im Schwarzwald, in der Eifel, an der Mecklenburgischen Seenplatte usw. nicht doch die erholsamere und vor allem bezahlbare Alternative zum Harz ist.

      Ja, Deutschland ist ein reiches Land, aber der Mittelstand blutet immer mehr aus und so müssen mittlerweile auch ehemals als "wohlsituiert" geltende Familien immer öfter auf den Pfennig (bzw. Cent) achten, und da geraten zunehmend überteuerte Urlaubsregionen wie der Bodensee, die Ostsee oder auch der Harz aus dem Blickfeld mancher Familien und auch Rentner.

      Glück Auf!

      -railfox-
    • Glück Auf Gerd!

      Tja, wenn man nichts konstruktives beizutragen hat, kommt dann halt sowas raus:

      "ich vermisse im Railfoxschen Sermon/Rundumschlag das Erzgebirge."

      In welcher Hinsicht denn? Ist das Erzgebirger Deiner Meinung nach eine preiswerte, familienfreundliche Urlaubsregion wie Franken oder der Schwarzwald oder eher eine überteuerte Tourismusabzocke wie der Bodensee oder auch zunehmend der Harz?

      Klare, eindeutige Aussagen helfen doch ungemein, auch wenn man noch ein relativer Forenneuling ist.

      Grüße

      -railfox-
    • Hallo Rolf,

      was verstehst Du unter "Massentourismus"?

      Volle Strände wie am Ballermann auf Mallorca, wo man den Strandsand vor lauter Handtücher nicht mehr sieht oder "FDGB-Massentourismus", wie es ihn schon vor der Wende im Harz und an der Ostsse zwischen Boltenhagen und Heringsdorf gab?

      Wenn der "normale" Tourismus im Harz erst merklich ausbleibt, wird sich mancher Harzbewohner sehnlichst den von Dir gescholtenen "Massentourismus" zurückwünschen. In den bayr. Alpen bleiben schon heute wegen Klimawandel, Naturzerstörung etc. die schneereichen langen Winter aus und der Tourismus geht merklich zurück, Folge dieser menschgemachten Entwicklung: Touristen bleiben aus, Arbeitsplätze fallen weg, Menschen wandern ab, die Region fällt zurück.

      Im Harz halten sich die "naturbedingten" Faktoren wie zu geringer Schneefall usw. in Grenzen, hier werden Touristen durch fehlende Angebote, überhöhte Preise und z.T. realitätsferne Unternehmer (Gastronomie, Verkehr) vergrault.

      Aber vielleicht fühlen sich die dortigen Einwohner auch einfach wohler, wenn sie wirtschaftlich-infrastrukturell auf das Niveau von Eifel, Rhön, Uckermark oder Hunsrück zurückfallen und vom "Massentourismus" verschont werden. Dann muss man zwar 200 km zum Arbeitsplatz pendeln, aber der örtliche Discounter bietet vmtl. alles, was man zum Über-Leben in der Abgeschiedenheit so braucht. Die Mieten und Immobilienpreise sind ja auch wesentlich günstiger als in prosperierenden Städten oder unschönen Orten mit "Massentourismus".

      Augenzwinkernde Grüße

      -railfox-


      PS: Fahr doch mal an einem sonnigen Sonntag an den Rhein nach Königswinter bei Bonn und fahr mit der ältesten deutschen Zahnradbahn hoch zum Drachenfels und seiner Burgruine. Dort herrscht im Gegensatz zum Brocken dann wirklich Massentourismus, wenn gefühlt halb Holland und das halbe Ruhrgebiet sich auf wenigen Quadratmetern tummeln. Da bietet der Brocken doch mehr Platz - ist ja auch nicht "umme Ecke" vom Ruhrgebiet und Holland und auch etwas höher und breiter. ;)
    • Verständnis-Problem meinerseits.

      N'abend,

      ich habe bei der Formulierung irgendwie ein Verständnis-Problem - kann aber auch an mir liegen.

      Das Selkebahnticket kostet jetzt 26 Euro. Die HSB-Selkebahn ist aber nur eingeschränkt nutzbar. Gibt es da noch eine andere nutzbare Bahn im Selketal? Oder ist das dann eher ein Selkebusticket?


      Und wie ist die Formulierung "berechtigt zu einer beschränkte Nutzung ... in Höhe von 25€..." zu verstehen? Heißt das, ich kann in den 3 Tagen nur einmal im Gegenwert von 25€ mitfahren? Das würde ja bedeuten, ich könnte nicht einmal von Quedlinburg nach Eisfehlder Talmühle one-way fahren?


      Ich hoffe, ich verstehe es falsch.


      Ich war gerade ein paar Tage im Harz gewesen. In Sachen Tourismus gibts da noch einiges an Nachhole- und Sanierungsbedarf. Die Landschaft war schön, aber das drumherum war jetzt nicht so, dass ich gedanklich da wieder einen Familienurlaub planen würde. Das haben andere Regionen, Ost wie West bedeutend besser im Griff.

      Viele Grüße,
      Tilo


      PS: Ein Schnappschuß von gestern:

    • :hey:

      Hallo Bernd,

      vielen Dank für die Bestätigung.

      Dann werde ich die Bahn nur noch als das Betrachten, was ich eigentlich nicht will - als Fotoobjekt. Eine Mitfahrt als Familie kann und will ich mir dann nicht mehr leisten. Zum Urlaub machen gibt es auch andere Regionen in Deutschland, genauso schön, aber Familienfreundlicher. Mir geht es nicht um geiz-ist-geil oder alles-kostenlos-Mentalität. Bezahlbar sollte es aber schon noch sein. Da bekommt man in anderen Regionen mehr Leistung für das gleiche Geld.

      Schade eigentlich.

      Gruß Tilo


    • Hallo

      tobtilo schrieb:

      Da bekommt man in anderen Regionen mehr Leistung für das gleiche Geld.
      Das kann ich nicht abschließend Beurteilen. Allerdings ist mir das Preis- Leistungsverhältnis auch suspekt. Ich bin von hier, aber eine Bahnfahrt auf den Brocken ist einfach zu teuer. Ich sehe mir die Züge inzwischen lieber von außen an...sehen, riechen, hören.....
      Gruß Michael