Alljährlicher Betriebsausflug der teuflischen Gemeinschaft !

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    • Alljährlicher Betriebsausflug der teuflischen Gemeinschaft !

      Alljährlich, also wie jedes Jahr am 30.04., wird von der Gemeinschaft der teuflischen Wesen ein Betriebsausflug durchgeführt. Und nur zu diesem Anlass lassen besagte Wesen (nicht die von Harry Potter!) die Hüllen fallen, nein ganz so schlimm war‘s auch wieder nicht, sie nehmen nur ihre Tarnkappen ab und erscheinen uns unbedarften Sterblichen in nahezu menschlicher Gestalt und geben Irdischen, die an sie glauben, die Gelegenheit, ihnen zu huldigen und mit ihnen zu feiern!

      Dass es sich um eine alte Tradition handeln muss, beweist die Tatsache, dass schon Geheimrat Goethe von solchen Zusammenkünften wusste und sie literarisch verewigte, und er machte auch den Hauptversammlungsort bekannt, unseren Brocken! Lokale Gruppierungen dieser verschworenen Gemeinschaft feiern aber auch gern an ihren Wirkungsstätten!

      Kurz nach der Erschließung des Brockens durch die Nordhausen Wernigeröder Eisenbahn-NWE-konnte die Betreibergesellschaft einen Geheimvertag mit der teuflischen Gesellschaft abschließen, das immer ein Teil der Hexen und Teufel den angebotenen Zug benutzen muss und somit auf ihre traditionellen Fluggeräte verzichteten. Man wusste halt damals schon die Wirkung von Flugtreibstoffen auf die um den Brockenberg stehenden und selbst heute noch kümmerlich bis gar nicht aussehenden Bäume! Also messerscharf geschlussfolgert hat die Bahn damals schon aktiv den noch gar nicht bekannten Umweltschutz ernst genommen. Unterbrochen durch die Zeitläufe (1944 bis 1951,1961 bis 1993) fuhren die Hexensonderzüge seit 30.04.1901, nun mehr in der Regie der IG-HSB und das seit 26 Jahren!

      Also war der 30.04.2018 der Tag, an dem ich ein paar Fotos einfangen konnte.




      Nun hatte ich bei meiner spontanen Anreise auf mehrfaches freundliches Drängen einer einzelnen Person schon geahnt, das man an den Bahnhöfen und der Westerntor Kreuzung weder ein Stativ noch einen Fuß auf den Boden bekommen würde, und so begab ich mich zum Blochplatz, wo die HSB dankenswerter Weise auch nach wenigen Minuten einen Personenzug (8939) in Richtung Brocken vorbei schickte zur Feinjustierung des Motivs und der Kamera!

      Da man manchmal mit dem zufrieden sein soll, was man grad in der Hand bzw. vor der Linse hat, hielt ich eisern durch und meinen Standpunkt fest, verteidigte erfolgreich meinen Platz und belehrte die zahlreich anströmenden Fotofreunde über Aufbau und Wirkungsweise einer halbwegs akkuraten Fotolinie, eingedenk der Erfahrung aus etlichen Fotofahrten.

      Bevor der Belagerungszustand gegen mich ausgerufen wurde, machte sich der IG-Sonderzug durch entsprechende Geräuschentwicklung bemerkbar und das Motiv war gegessen!



      Wie man unschwer erkennen kann, hatten Hexen und Teufel ein großes Interesse an der reibungslosen Durchführung der Zugfahrt, sie behielten die Strecke im Auge, an bestimmten Stellen nicht ohne urige Warnschreie auszustoßen.

      Leider war mein fotojagderprobtes Fortbewegungsmittel auf Grund des starken Anreiseverkehrs auf der Straße im Drängetal in seiner Geschwindigkeit stark eingeschränkt, für einen kurzen Abstecher nach Hasserode zum Bahnhof reichte es aber noch.


      Hin und her gerissen, ob man noch einen Abstecher zur Thumkuhlentalkurve machen könnte, wurde ich schon nach wenigen Metern einer Entscheidung enthoben, eine lange Kolonne Fahrzeuge hatte mich erfasst und zwang mich, mit etwa 40 km/h zu Berge zu rollen!

      Also auch kein fotografischer Blick auf die Tunnelausfahrt vom Drängetal aus, dafür aber am Wegehaus Drei Annen hurtig nach rechts ausgeschert und schon nach wenigen Minuten hörte man 99 7232 mit ihrem Zug an der Windbruchkurve in der Steigung und kurz danach an mir vorbeifahren.

      In Drei Annen Hohne erfolgten die üblichen Zeremonien, wasserfassen, Fotografen überall und alles garniert von einer Zugkreuzung mit 8924. Dann ging es weiter Richtung Schierke

      Auch auf diesem Abschnitt wurde permanent nach allen Seiten die Strecke augenscheinlich gesichert, vermutlich gegen Zuschauer, die schnöde das Geräusch der bergwärts fahrenden Dampflok verachten sollten. Vermutlich hatten die Dame und der Herr auf dem jeweiligen rechten und linken Wasserkasten den bösen Blick eingeschaltet, alles hielt gebührenden Abstand.



      Da nun die Gäste und Gastgeber den Zug verlassen hatten und eilig dem Ort der Feierlichkeiten zustrebten, gelang in einer ruhigen Minute dieses Bild der ungetarnt reisenden Mitglieder der teuflischen Zunft, gewisse Ähnlichkeiten mit uns bekannten Menschen sind aus Tarnungsgründen nicht auszuschließen, sonst hätte ich sie so nicht ablichten dürfen!



      Nun nochmal einen abschließenden Blick auf den Bahnhof Schierke, 8934 fährt gleich nach Wernigerode aus, und die Lok des Sonderzuges bekommt einen kräftigen Schluck Quellwasser (kein Schierker Feuerstein, wie ich mich überzeugen musste), um dann gegen 00:20 am 01.05.18 die Rückfahrt zu beginnen und die Gäste wieder zu ihren Startbahnhöfen zu befördern.

      An dieser Stelle der übliche Dank an die durchführenden Mitglieder der IG, dem beteiligten Personal der HSB, an die Gäste, die mitfuhren und an die bestellende Gesellschaft der teuflischen Wesen, (hoffentlich will dort niemand in absehbarer Zeit auf den Bus umsteigen), denn so eine Tradition gehört weiter geführt zu werden!
      Vielleicht sieht man sich im nächsten Jahr, wer möchte, kann auch schon unser neues Buchungssystem für das Oktoberwochenende testen! :wink: Einer hat schon!!


      winfried
    • Hallo Krimderöder!

      Danke für den Bericht aus dem Harz.
      Dieser ist doppelt... erfreulich..
      Zum einen, weil die Harzer Bahnen mit aktuellen Bildern und Ereignissen usw. in der letzten Zeit eher selten hier zu sehen sind, zum anderen, weil es bisher wenig über die diesjährige Walpurgisfahrt hier oder in anderen Foren zu sehen gab.
      Die auf der Lok sitzenden Hexen und Teufel sind ja echt zu beneiden...
      Da gab es die Geräuschkulisse der 32 buchstäblich auf die Ohren...
      Auch die anderen teuflischen Fahrgäste dürften Ihre Freude gehabt haben.
      Gibt es denn noch mehr Bilder von dem schönen Abend, bzw. der Fahrt?
      Viele Grüße
    • Vielen Dank, meine Herren, für die positiven Worte!
      Ja Netz-Kater, der Sound war unüberhörbar, ich wusste in Wernigerode genau, wo der Zug war, was wiederum von dem Pollenbelag auf den Schienen herrührte,die wohl eher an Schmierseife erinnerte! Das Fahrwerk der Lok war auch ganz gelb in Schierke.Allein das war schon ein Genuß!
      Von meiner Seite leider nicht, ich hatte mit dem Straßenverkehr zu kämpfen, da war kein weitere Stop drin.
      Ja, was die Sicht angeht, sie ist sicher auf den knapp 20 km besonders, vorallem, wen man entsprechend gesichert ist.Klar ist das bei schönem Wetter angenehmer als bei regen waagrecht von vorn! Aber Alle haben durchgehalten! Gruß Winfried