[?] zur Reko-VI K

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    • Das ist soweit richtig. Keine der Maschinen hat überdauert.

      Umgebaut bzw rekonstruiert wurden im Jahr 1966 die 99 696 (Baumuster), 99 648, 99 653, 99 654, 99 687, 99 694 und 99 706.

      1972 waren noch folgende Maschinen eingesetzt:

      Freital-Potschappel: 99 648, 99 696, 99 706
      Nossen (Plandienst): 99 654, 99 694
      Nossen (Reserve): 99 653, 99 687

      Ende 1973 endete der Restbetrieb im Wilsdruffer Netz zwischen Nossen und Siebenlehn und Anfang 1974 stand in Nossen letztmalig eine Reko-Maschine zum Verladen der Fahrzeuge unter Dampf. Bis 1975 wurden alle Fahrzeuge in die RAW Cottbus und Görlitz verbracht und vor Ort zwecks der "Sekundärrohstoffgewinnung" zerlegt und verschrottet. Welche Maschine zuletzt in Nossen unter Dampf stand oder wann welche Maschine verschrottet wurde, ist mir nicht bekannt.
    • Auch das entspricht den Tatsachen. Die Maschinen waren keine 10 Jahre alt, als sie den Weg des alten Eisens gingen, und das obwohl sie sich nach der Behebung der Probleme mit dem Bogenlauf 1967 sich großer Beliebtheit beim Personal erfreuten.

      Aus heutiger Sicht nur schwerlich nachvollziehbar, damals jedoch der politischen Ausrichtung der DDR geschuldet. Die Schmalspurbahn war nicht mehr gewollt und die Schrottquote musste erfüllt werden. Der sind damals viele Fahrzeuge zum Opfer gefallen, unter Anderem auch die 99 714 und eben auch die Reko-Loks.
    • Hallo Lenni und Nuke,
      nochmal auch wenn es vielleicht langsam nervt, es gab keine Reko VIK und auch keine Reko IVK. Beide Maschinen waren Neubaulokomotiven und wurden als Nachbaulok / Neubau in Schweißkonstruktion von der HvM geplant, neue Konstruktionszeichnungen angefertigt und so beauftragt. Also der Richtigkeit halber bitte von Neubau VIK oder Neubau IVK sprechen.
      Der Schrottplan, bzw. die Sekundärrohstofferfassung waren nicht vordergründig die Ursache für die Zerlegung der VIK und VIK Neubaulok. Mit dem Wilsdruffer Schmalspurnetz war schlicht und ergreifend das Einsatzgebiet weggefallen.
      Man hatte die VIK ja ganz bewußt, ab den 30er Jahren beginnend, im Wilsdruffer Netz konzentriert.
      Mit fast 9t Achslast war die VIK für viele Strecken zu schwer. Für die meisten ausgebauten Strecken wie Hainsberg, Thum, Zittau etc., waren sie, für das damalige Beförderungsaufkommen (schwere Güterzüge), schlichtweg zu schwach.
      Man hat nach der Beschwerde über die ABI (Arbeiter und Bauernispektion) und der Kritik im Freitaler Lokalteil der Sächsichen Zeitung, durchaus geprüft ob es noch Verwendungsmöglichkeiten gibt aber ist zu dem Schluß gekommen, dass diese Lok nicht mehr benötigt werden.
      Ein weiters Kriterium für die schnelle Zerlegung und die Ablehnung des Erhaltes einer Neubau VIK als Museumslok war die Tatsache, dass die Neubau VIK noch nicht abgeschrieben waren und für diese Lok, auch wenn sie nur ungenutzt abgestellt waren, "Produktionsmittelfondsabgabe" gezahlt werden musste.
      Deshalb hatte man sich nach Abschluß der Prüfung für die schnelle Zerlegung entschieden.
      Einen kleinen Teil sollte, wegen fehlende Kapazitäten, dass Raw DSF Görlitz übernehmen (99 706...), und den Großteil eine Zerlegebrigade, unter Leitung von Edmund Breit, in Dresden Altstadt auf dem "Konsumgleis". Als die ersten beiden Lok dort angekommen waren, wurde von Berlin der Stop verfügt, alles noch vor Beginn der Zerlegung beendet, die Zerlegebrigade aufgelöst und die vorgesehenen 6 Lok nach dem Raw Cottbus transportiert. Das waren 99 648 am 14.12.74, 99 684 am 8.12.74, 99 685 am 10.10.74, 99 692 am 3.12.74, 99 696 am 14.12.74 und 99 705 am 31.10.74.
      Dort bwurden die Lok auf Flachladewagen, wie sie zum Panzertransport der NVA benutzt wurden, umgeladen, mit Öl konserviert und mit Planen die Essen sowie das Führerhäuser abgedeckt.
      Anschließend wurde für die so konservierten Lok ein Zerlegeprotokoll ausgefertigt (eigentlich sogar zwei, denn das Raw Cs stellte ein solches für die Zerlegung in Cs und fast gleichzeitig das Raw DSF für die Zerlegung in Görlitz aus) und die 6 Lok zusammen mit unbekanntem Ziel abgefahren.
      Viele Eisenbahnfreunde sind seit Jahren auf Spurensuche aber über den Zerlegeort/ Verbleib ist bis heute nichts bekannt. Manche Autoren behaupten, die Lok seien in Brandenburg von Insassen der JVA zerlegt worden aber das konnte anhand der Brandenburger Zerlegelisten widerlegt werden. Tatsache ist, dass es trotz intensiver Recherche noch nicht gelungen ist, den Verbleib eindeutig zu klären.
      Aus heutiger Sicht und mit dem heutigen Beförderungsaufkommen, wären die Neubau VIK sicher eine gut nutzbares Zugpferd auf manchen Strecken. "Schnellzugumläufe", wie sie auf manchen sächs. Schmalspurbahnen gefahren werden, wären mit den laufachslosen Maschinen aber auch heute nicht machbar.

      Viele Grüße

      Marko
    • Hallo Marko,

      das klingt ja durchaus spannend, was Du da schreibst. Danke für die Hinweise. Das bedeutet also, dort wo IV K liefen, war die Achslast zu hoch und dort wo VII K (ich weiß, das ist auch falsch) liefen, waren sie zu schwach, habe ich das so richtig verstanden? Und für Rangierdienste waren vermutlich schon Dieslloks vorhanden?

      Aber nochmal zum Thema Reko/Neubau: sie sind doch im Reko-Programm entstanden und waren dann allerdings Neubauten, oder? Wenn das so ist (wie ich das einmal an anderer Stelle gelesen hatte), dann wären ja durchaus beide Bezeichnungen richtig. Dann wäre Reko "offiziell" und Neubau für "Eingeweihte". Letztlich bleiben es aber die gleichen Loks....

      Liebe Grüße,
      Lenni
    • Hallo Lenni,

      nein die Schmalspurlok waren nicht im Rekoprogramm. Ich hatte bereits irgendwo im Forum darüber geschrieben.
      Die betreffenden IVK und VIK waren Neubaulokomotiven, die man nur als solche nicht mehr bezeichnen konnte, da das Neubauprogramm mit den 50.40 abgeschlossen war und das durch die Parteiführung gefeiert und öffentlich probagiert war. In den Planungen der Hauptverwaltung Maschinenwirtschaft wir vom Nachbau/ Neubau der betreffenden Lok in zeitgemäßer Schweißkonstruktion gesprochen und das Raw Görlitz mit der Neukonsruktion nach bestimmten, in einer Kommission festegelegten Maßgaben beauftragt. Diese waren bei den VIK tiefgreifender als bei den IVK aber beide Lok waren Neubaulok. Um den, in der Planwirtschaft nicht schnell umsetzbaren Neubau zu verschleiern, wurden die betreffenden Lokomotiven "zwischen den 4 Lokschildern" neu gefertigt und das Betriebsbuch mit dem Vermerk: Rahmen erneuert, Feuerbüchse erneuert, Langkessel erneuert, etc., etc. weitergeführt.

      Viel Grüße

      Marko
    • Zum Begriff "Reko-Lok"

      "Reko" hat sich bei den Mitarbeitern der und Öffentlichkeit um die DR als ein Begriff eingeführt, der durchaus großzügig angewandt wird. Wenn man diesen jedoch wissenschaftlich hinterfragt, dann stellt man fest, dass dieser nicht nur ein Kurzwort für "Rekonstruktion" ist, sondern eine sehr starke Abkürzung des in den 1950ern definierten Begriffes "sozialistische Rekonstruktion". Letztere hatte, wenn ich aus dem Kopf wiedergebe, über die Wiederherstellung eines alten Zustandes hinaus drei wesentliche Merkmale hinaus (eben teilweise dem Begriffsinhalt "Rekonstruktion" widersprechend):
      * Modernisierung, Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen
      * Großteilerneuerung derart, das Lebensdauer eines neuen Erzeugnisses erreicht wird
      * Leistungssteigerung.

      Wenn man damit selbst die "Reko-Loks" prüft, dann fallen nach strenger Lesart solche Baureihen wie 03.10 und 01.5 heraus, weil diesen keine gesteigerte Leistung bescheinigt wurde (keine neuen Leistungstafeln, damit keine Berücksichtigung in der Fahrplanerstellung!). Konkret sind nur die BR 50.35, 22, 58.30 als Reko-Lok anzusehen. Alle anderen Maschinen sind "nur" neubekesselt oder massiv umgebaut. Die Oberen der DR hätten sich sicher manches gern gespart, aber für 03.10, 41 und tlw. 50 war eben die Neubekesselung unabdingbar, da war eine Leistungsuntersuchung nicht zwingend erforderlich.

      Sicher, das ist heute eine akademische Diskussion, aber das Eindringen in damalige Hintergründe macht das eine oder andere verständlich.

      Beste Grüße

      Klaus
    • Mir ist es durchaus klar, dass es keine eigentlichen "Reko"-Lokomotiven in dem Sinne waren. Umgangssprachlich werden sie dennoch teils so bezeichnet, ähnlich wie die "VIIk" Maschinen, die ja eigentlich keine sind. Mir ist es nur zu müssig da jedes Mal in den Krümeln zu wühlen. Aber diese Diskussion hatten wir in dem Forum ja auch schon mehrfach und wohl auch genügend.

      Zu berücksichtigen ist auch, dass in den 1960er Jahren der Neubau von Dampfloks in der DDR nicht mehr gewünscht war und deswegen oft unter Begrifflichkeiten wie 'Großteilerneuerung' oder eben auch 'Rekonstruktion' verschleiert wurde. Eventuell lässt sich noch recherchieren unter welchen Begrifflichkeiten das im Fall der VIk (Nachbau) Maschinen gelaufen ist. Ich werde dazu zu Hause noch Mal etwas Literatur wälzen, falls das jetzt wirklich Stein des Anstoßes ist.