Lommatzsch-Löthain und zurück am 29.04.1971

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Lommatzsch-Löthain und zurück am 29.04.1971

      Wie ich schon in vorhergehenden Berichten geschrieben hatte, zeichnete sich in den 1970er Jahren das große Schmalspursterben in Sachsen ab. Um eben noch so viel wie möglich davon Bildlich fest zuhalten machte ich mich mit dem Motorrad dann mal auf den nicht allzu weiten Weg nach Lommatzsch, wo noch Güterverkehr für die Kaolinabfuhr in Löthain auf dem Rest der der Strecke nach Meißen bestand. Der Anschluss in den Steinbruch der LPG Jahna wurde damals schon nicht mehr bedient, bzw. der Steinbruch war nicht mehr in Betrieb.

      Zu dieser Zeit verkehrten auf dieser Strecke nur noch die IV K Loks von der Lokeinsatzstelle Mügeln des Bw Nossen.

      Der Bahnhof Lommatzsch liegt an der eingleisigen Nebenbahnstrecke Riesa – Nossen, wo auch schon lange der Eisenbahnbetrieb eingestellt ist. Hier war auch ein Übergang der Normalspurfahrzeuge auf die Schmalspurstrecken nach Döbeln und Meißen - Triebischtal mit Rollwagenverkehr möglich. Hierfür befand sich in Lommatzsch auch eine Rollwagengrube zur Verladung der Fahrzeuge. Die Strecke nach Döbeln war aber schon 1966 still gelegt worden, so dass nur noch auf dem Reststück bis Löthain Güterverkehr mit Rollfahrzeugen statt fand.

      Ich hatte mir vorher im Fahrplan ein Zugpaar rausgesucht, was zeitmäßig günstig hin und zurück an diesem Donnerstag verkehrte.

      Es waren die Züge GmP 69 910 15:30 Uhr ab Lommatzsch und GmP 69 911 17:17 Uhr ab Löthain.

      Da noch Zeit war bis zur Abfahrt schaute ich mich mal kurz im Schmalspurteil von Lommatzsch um.
      Auf der südlichen Bahnhofsseite befindet sich von der Ladestraße nach rechts die Ausfahrt nach Löthain und zur Rollwagengrube. Gerade dahinter die Ladelehre und der Lokschuppen mit Behandlungsanlage.




      In nördlicher Richtung befanden sich die Bahnsteig- und Abstellgleise, sowie der Wasserturm in dem hohen Gebäude.





      An diesem Tag verkehrte die 99 1539, welche später als Traditionslok Nr. 132 in Radebeul ihr weiteres Leben fristet, mit dem 69 910 . Der Zug ist gekuppelt und mit Saugluft gebremst, abfahrbereit und der Zugführer macht noch die Papiere fertig.
      Da mich die Kollegen kannten, durfte ich dann wieder im Packwagen mitfahren um ein paar Bilder von der Strecke zu bekommen.
      Dann ging es schon los.





      Der nächste Halt war dann Mertitz-Gabelstelle, der Trennungsbahnhof für die Linien nach Döbeln und Meißen.
      Dort musste der Zugführer wieder eine Zuglaufmeldung erstatten. Auf dem Gleis 3 der Meißner Seite war schon längere Zeit ein GGw abgestellt.





      Auf einem Nebengleis der Döbelner Seite stand neben dem Bahnhofsgebäude ein OOw auch schon sehr lange in der „Kamille“ wie man so schön sagt.








      Weiter ging die Fahrt durch die Lommatzscher Pflege in Richtung Käbschütz.







      In Käbschütz war ein kurzer Zwischenhalt für einen Plausch mit einem Dorfbewohner angesagt. Der Zugführer gibt dann wieder den Abfahrauftrag nur per Hand.









      Der Bahnhof Leutewitz wurde mit 10 km/h zügig durchfahren und konnte nur mit Nachschuss festgehalten werden.








      Ebenso ging es durch Mauna, wenigstens noch schnell ein Bild vom Stationsgebäude.






      Zwischen Mauna und Görna-Krögis ging es bergan, aber die IV K brauchte sich nicht sehr zu bemühen und ich konnte wieder mal ein Bild vom Zug mit Landschaft machen.






      Im 2. Teil geht die Fahrt weiter …
    • Lommatzsch-Löthain und zurück am 29.04.1971 (2)

      Admin: Beiträge in einem Thread zusammengeführt

      . . .und zwar am Anschluss zur BHG (Bäuerliche Handelsgenossenschaft) Görna-Krögis vorbei, welcher noch mit einer sehr alten und seltenen Konstruktion einer Entgleisungsvorrichtung ausgestattet war.





      In der damaligen Endstation Löthain angekommen, wird der Zug umgebildet, der leere O-Wagen wird an die Laderampe geschoben, wo er mit dem abgebauten Kaolin wieder beladen werden kann. Das besondere daran war ja noch, dass die Kaolinerde, die hier verladen wurde, in einer Grube unter Tage abgebaut wurde.






      Am südlichen Bahnhofsende war noch ein Restgleis der Strecke nach Meißen zum umsetzen der Fahrzeuge erhalten. Hinter der Anhöhe ging es dann in das starke Gefälle nach Garsebach wo zwei schwere Brückenabstürze durch Bremsausfall zu verzeichnen waren und deshalb die Strecke schon eher gesperrt wurde.




      Noch ein Foto auf das Stillleben im Bahnhof Löthain, wobei das Empfangsgebäude erhalten restauriert wurde und heute ein sehr schönes Museum beinhaltet.





      Ein Blick zurück zum Bahnhof Löthain. Der Zug 69 911 hat den Bahnhof verlassen und der nächste Wagen steht an der Laderampe zur Beladung bereit.




      Nach der Zugumbildung lief der Packmeister am Schluss und so war es besser möglich von da aus noch Fotos zu bekommen.
      Hier ein Blick zurück kurz vor der Einfahrt Leutewitz. Im Hintergrund das Rittergut.




      Bei der Rückfahrt war es dann besser Möglich noch ein Foto vom ehemaligen Einfahrsignal des Bf. Mertitz-Gabelstelle zu schießen,
      welches mittlerweile schon durch eine Trapeztafel ersetzt wurde.
      Heute kann man zumindest den Betonsockel neben der Straße noch erkennen.




      Jetzt geht es unter starker Anstrengung der 99 1539 die Steigung nach Lommatzsch hinauf, wobei für die IV K nureine Höchstlast von 90t bestand, ansonsten musste von
      Mertitz-Gabelstelle vorgespannt werden.





      Die Einfahrt in Lommatzsch ist fast geschafft, das Signal zeigte frei und neben der Strecke von Nossen kommend, ging es in den Bahnhof.









      Kurz vor Fahrtende ging es noch über eine Höhengleiche Kreuzung mit der Normalspur,

      welche der Bedienung des Anschluss zur VEAB (Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb) Lommatzsch diente.








      Ich hoffe die Fahrt in die Vergangenheit hat wieder mal Gefallen gefunden und es ist wieder ein Stück Geschichte bewahrt.

      Heute ist ein großer Teil der Bahntrasse zum Radweg umfunktioniert und man kann per Pedes die " Verbliebenen Reste" erkunden.

      Viele Grüße an alle Bimmelfreunde - bis zum nächsten Mal - Rudi.
    • Hallo Rudi,
      bitte mal den Ort der Aufnahme "Hier ein Blick zurück zum Dorf Görna-Krögis." in kurz vor der Einfahrt Leutewitz korrigieren.
      Das Bild zeigt den heute nicht mehr vorhandenen Bahndamm zwischen den Bahnübergängen in Leutewitz am Ketzerbach. Das Haus links im Bildrand steht heute noch an der Straße. Im Hintergrund ist das Rittergut zu erkennen.

      Tolle Bilder von Stellen die sonst weniger im Bild festgehalten wurden :thumbsup:

      Gruß
      Thomas
      taubenheim