Was eine Lok bloß auf dem Rasthof Oberlausitz will....

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    • Was eine Lok bloß auf dem Rasthof Oberlausitz will....

      ... oder besser Lokparkplatz Rasthof Oberlausitz. Blöd nur, daß da keine Schienen liegen. Dieser Schwertransport mit einer polnischen Industrierangierdiesellok wurde von der Autobahnpolizei schon vor 2 Monaten unter anderem wegen mangelhafter Ladungssischerung und Nichteinhaltung der Achslasten aus dem Verkehr gezogen. Heute war ich zufällig zu gegen, als eine polnische one men show zumindest erst einmal das Gewichtsproblem behoben hat.





      Nach dem Absatteln hat der polnische Freund erst einmal die Platte mit dem Königsbolzen am Schwanenhals so nach vorn versetzt, dass die neue Zugmaschine den Auflieger auch aufsatteln kann. Dank mobiler Druckluftversorgung des Schlagschraubers vom LKW kein großer Akt.



      Eine der beiden goldenen äh pinkenen Stahlketten der Autobahnpolizei, die kommen erst wieder ab, wenn alles in Ordnung ist.



      Was will man damit noch machen...



      Mit dem neuen Zugpferd soll es morgen? weiter gehen und zwar zurück nach Polen.



      Hier nochmal beide Zugmaschinen.

      VG Gerd
    • Es bleibt alles so vor Ort, denn trotz einiger Maßnahmen des Unternehmers ist das Gespann weiter nicht genehmigungsfähig.
      Die Sächsische Zeitung meldete am 5. 6. 18, dass der Transport immer noch auf dem Rasthof steht: [www.sz-online.de]

      "Zwei Monaten nach einem unfreiwilligen Stopp eines Schwerlasttransports auf dem Autobahnrastplatz Oberlausitz bei Bautzen haben am Montag Arbeiten zur Weiterreise begonnen. Das in Polen beheimatete Transportunternehmen hatte einen technischen Sachverständigen beauftragt, ein Gutachten zu erstellen. Es ist für das Genehmigungsverfahren des Transportes bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde erforderlich. Der Verkehrsüberwachungsdienst der Polizeidirektion half vor Ort bei der Verwiegung des Gespannes. Die Polizei hatte den Sattelzug am Karfreitag gestoppt, weil das Fahrzeug erhebliche technische Mängel aufweist. „Der Sattelzug ist nicht geeignet, eine Lokomotive zu transportieren“, sagte Polizeisprecher Thomas Knaup.
      Bereist zuvor hatte der Unternehmer versucht, das Gewicht der Ladung und des Aufliegers zu reduzieren. So ließ er an der gut 42 Tonnen schweren Diesellok beispielsweise das massive Antriebsgestänge demontieren. Zudem spannte er eine nun vierachsige Zugmaschine vor, in der Hoffnung, dass die Gewichte und Achslasten des Schwerlasttransportes nun im erlaubten Rahmen liegen würden. Doch das Gegenteil war der Fall. Auch bei der erneuten Wägung waren die erlaubten Achslasten an der Zugmaschine und dem Auflieger überschritten. So ist das Gespann nicht genehmigungsfähig und wird vorerst nicht weiterfahren dürfen.

      Die ursprüngliche Ausnahmegenehmigung begrenzte das Gewicht des Schwerlasttransportes auf 62 Tonnen. Doch tatsächlich war das Gespann beinah sechs Tonnen schwerer, als es Karfreitag von der Polizei gestoppt worden war. Somit ist eine neue Genehmigung einer Straßenverkehrsbehörde unumgänglich. Zusätzlich bedarf es an dem Auflieger und an der Zugmaschine weiterer Achsen, um die insgesamt knapp 68 Tonnen Gewicht gleichmäßiger auf die Fahrbahn verteilen zu können. Allein unter der Zugmaschine wirkt eine Kraft von mehr als 35 Tonnen auf den Asphalt und damit immer noch deutlich mehr als erlaubt.

      Auch muss die Ladung zusätzlich gesichert werden. Nur zwei Ketten hatten bisher dafür gesorgt, dass die Diesellok während der Fahrt nicht verrutschte. Das reicht jedoch nicht. Im Falle einer scharfen Bremsung oder eines plötzlichen Ausweichmanövers wäre die Ladung wahrscheinlich nicht zu halten gewesen, so Thomas Knaup.

      Die Bußgeldstelle der Landesdirektion wird sich nach Abschluss der Arbeiten mit den vier bereits eingeleiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren weiter befassen. Das zu erwartende Bußgeld wird für den 47-jährigen Fernfahrer vermutlich im dreistelligen Bereich liegen. Er zahlte bereits eine Sicherheitsleistung von knapp 800 Euro, welche mit der Höhe der dann tatsächlich von der Bußgeldstelle erhobenen Forderungen verrechnet wird. Auf das Transportunternehmen selbst kommen nach derzeitigem Stand Forderungen von mehr als 10.000 Euro zu.

      Wann das Unternehmen, das die dreiachsige Diesellok vom Typ Fadlok 401 DA gekauft hat, die Fracht tatsächlich in Spanien erhalten wird, ist weiterhin ungewiss."

      Mich hatte es schon gewundert, daß dies nur durch das Tauschen der Zugmaschine alles im Gewichtslimit sein soll. Die Lok in Einzelteilen zu transportieren, wäre sicher einfacher gewesen...

      Es bleibt also spannend.

      VG Gerd
    • Die Zurrkraft der verwendeten Gurte oder Ketten in Summe muss mindestens dem Gewicht der Ladung entsprechen und dies überschreiten.
      Also fiktiv mindestens 8 Ketten je 6 t Spannkraft, ohne jetzt, die Parameter der verwendeten Zurrketten zu kennen.

      dolezych.de/ladungssicherung/zurrketten

      Hier mal ein Link zu einem der führenden Hersteller. Auch wenn stärkere Zurrketten verwandt werden, sollte das immer paarig geschehen.

      Und wenn man es schafft, den deutschen Behörden Genüge zu tun, ist man noch lange nicht mit dem Teil durch Frankreich, dort sind die Strafen noch drastiger.

      VG Gerd

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    • Man ist wieder mal in den Medien....


      Polnische Transportfirma fühlt sich diskriminiert
      Seit Monaten steht eine Lok an der A4 bei Bautzen



      Auf dem Rastplatz Oberlausitz an der Autobahn 4 steht seit Monaten eine Lokomotive. Ein polnisches Transportunternehmen wollte die Diesellok nach Spanien überführen. Wegen Überladung und fehlender Papiere wurde der Transport von der Polizei gestoppt. Auch die Rückfahrt ist nicht möglich. Bei der polnischen Firma spricht man von ungerechter Behandlung.

      ....

      Abends wird es eng auf der Raststätte Oberlausitz. Unzählige Fernfahrer verlassen mit ihren Trucks die A4. Die Stellplätze sind umkämpft, sogar an den Auf- und Abfahrten reihen sich die Lkw. Das Transportunternehmen Focus Truck würde indessen gern seinen Platz auf der Raststätte abtreten. Seit vier Monaten stehen hier die Räder eines Tiefladers still. Auf ihm thront eine alte Diesellokomotive. Es ist ein schräger Anblick.

      ....

      Anfang April hatte die Autobahnpolizei den polnischen Schwertransport festgesetzt. Dazu gab es gute Gründe: Der Tieflader war überladen, die Lokomotive nicht ordnungsgemäß gesichert, auch fehlten einige Papiere. Das Unternehmen Focus Truck hatte geplant, die Diesellok vom Typ "Fablok 401 Da" quer durch Mitteleuropa zum neuen Eigentümer nach Spanien zu fahren. Weil man die deutschen Vorschriften nicht erfüllte, endete die Fahrt 50 Kilometer hinter der polnischen Grenze. Die Polizei sieht die Sache auch vier Monate nach dem Stopp nüchtern: "Es gibt erst grünes Licht, wenn alle Genehmigungen beisammen sind", erklärt Polizeisprecher Thomas Knaup. Dabei sei es der Polizei erst einmal egal, wie lange die Lok an der Raststätte steht.
      Hoch emotional ist die Angelegenheit dagegen für Michal Woch von Focus Truck geworden. Dabei sind es nicht nur die hohen Bußgelder von mehr als 10.000 Euro, die sein Blut zum Kochen bringen. Der Fernfahrer fühlt sich und seine Landsmänner von Deutschen diskriminiert. MDR SACHSEN erklärt er, wie er zu diesem Vorwurf kommt.

      .....

      Nach dem verordneten Zwangshalt für die Lok auf dem Tieflader organisierte das Unternehmen Anfang Juni auf Anraten der Polizei eine andere Zugmaschine mit mehr Achsen. Die gesamte Last hätte nun bewegt werden können. Jedoch wurde beim Wiegen festgestellt, dass ein zu hohes Gewicht auf den Antriebsachsen lag. "Die deutschen Regeln ermöglichen in so einem Fall eine Ausnahmegenehmigung. Es ging doch nur um den Rücktransport", sagt Woch. Man hatte sich nämlich entschieden, die Lok nun zu verschiffen. Aber die Firma bekam diese Ausnahmegenehmigung für die Rückfahrt zur polnischen Grenze nicht.

      Stattdessen wurde ein neuer Vorschlag gemacht: Ein zweiachsiges Zwischenstück - ein sogenannter Dolly - könnte zwischen Auflieger und Zugmaschine gehängt werden, um die Lasten besser zu verteilen. "Also haben wir einen Dolly gemietet und nach Bautzen geschickt", berichtet Woch. Auch hier hatten die Polen Pech: Nach deutschem Maßstab war der Dolly schrottreif und die Dekra untersagte es, ihn weiter zu bewegen. Zusätzliche Kosten für die Dekra wurden fällig.

      .....

      Woch schimpft: "Wir habe verschiedene Versuche gemacht, die Angelegenheit in Übereinstimmung mit den deutschen Gesetzen zu bereinigen. Aber die Polizei blockiert uns und belastet uns mit zusätzlichen Gebühren." Für ihn ist die Situation beispielhaft für eine allgemeine Bosheit, Gemeinheit und den Neid gegenüber polnischen Firmen, für die es dadurch schwierig ist, durch Deutschland zu fahren, wie er sagt.

      Wie der Pole berichtet, werde im Augenblick der Dolly den Dekra-Anforderungen angepasst, damit er vorschriftsmäßig an die Zugmaschine andocken kann. Dann hofft er, die Lok endlich von der Raststätte abtransportieren zu können.
      Quelle: MDR/ma

      hier in gekürzter Form.


      Und ein aktuelles Bild.



      VG Gerd

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