Lost Places Eisenbahn

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    • ... da stellt sich auch bei mir ein sehr wehmütiges Gefühl ein: Bei der Jagsttalbahn hatte ich mich einst mit dem Schmalspurvirus infiziert! Das war damals im Westen die tollste noch existierende Schmalspurbahn überhaupt!
      Seit der Einstellung war ich nie wieder da, ich wollte sie lieber so in Erinnerung behalten wie sie einst war. Und außerdem gab es ja dann im Osten so viel "Neues" zu entdecken ...

      Ich finde es gut und sinnvoll, dass der jetzige kleine Verein zumindest einige der wertvollsten Württemberger Personenwagen an das Öchsle abgegeben hat und einen ex TW ans RSE Museum / Asbach. So ein Schicksal ist allemal sehr viel besser als irgendwo im Nirgendwo vergessen zu werden und zu verrotten. Zumal hier Wagen an Orte gekommen sind, wo sie auch wirklich gut hinpassen - historisch gesehen.

      Vielleicht gibt es ja für andere Wagen auch noch eine zweite Chance?

      Einige G-Wagen sind noch aus der Anfangspackung der Jagsttalbahn, um die ist es wirklich schade und die passen eigentlich auch nirgends anders hin. Es sind da aber auch einige Österreicher zu sehen. Vielleicht braucht ja die Döllnitzbahn noch einen zweiten Triebwagen-Beiwagen? Oder vielleicht gäbe es in Österreich Interessenten??

      Es ist schon erstaunlich, was sich da so alles angesammelt hatte, sogar mal relativ große und "moderne" Schweizer Meterspurwagen mit geschlossenen Übergängen. Die sind aber inzwischen wohl wieder weg.
      5904

    • Hallo liebe Freunde,

      das ist ein interessantes Thema und ich dachte eigentlich, dass ich dazu kaum etwas beizutragen hätte. Bei genauerer Überlegung fiel mir dann doch ein, was wohl doch irgendwie zu diesem Thema passen würde. Ich kann ja noch einmal nachdenken, ob es noch mehr gibt...



      Hier trifft wohl beides zu. Ein mutmaßlich verlorenes Fahrzeug an verlorenem Ort. Wir befinden uns im Mai 2017 in Putlitz. Der MAK-Triebwagen ist wohl abzuschreiben. Was nun tatsächlich aus der Strecke Pritzwalk - Putlitz werden soll, erschließt sich mir noch immer nicht ganz. 2016 gab es ja die letzte, die allerletzte und die aller-allerletze Abschiedsfahrt. Dann schien Ruhe einzukehren, bis der Eigentümer den kleinen B-Kuppler "Pritzwalk" nach einer Revision ausgerechnet hierhin überführen ließ. Seitdem habe ich von dieser Lok nichts mehr gehört, von der Strecke auch nichts...




      Ein zweites Beispiel aus der Region zeigt aber Lost Place in Reinkultur. Bis 1969 beherbergte dieser Schuppen in Kyritz die Triebwagen des Pollo, hatte danach wohl noch Regelspuranschluss. Im Mai 2011 wuchs die Ruine zunehmend ein. Hier tut sich wohl nichts mehr. Gibt es diese Ruinen noch? Gegenüber stand ja noch das kleine Abfertigungsgebäude des Pollo und der Lokschuppen. Fotos: Achim Rickelt

      Wie ich sogar im Kollegenkreis erfahren konnte, gibt es heute viele Lost Places, die eine gewisse Magie auf die Menschheit ausüben. Alte Bunker und verlassene Militäranlagen ebenso, wie verfallende Dörfer oder nur einzelne Gebäude. Ich hatte mich nie eingehend damit beschäftigt.
      Ein Thema, das mit Phantasie und Einfühlungsvermögen Einblicke in frühere Epochen eröffnen kann. Vielen Dank dem TE, dass er diese Reihe gestartet hat.


      Viele Grüße


      Dampfachim
    • Hallo Ronny,

      die Frage bezüglich des Wagens kann ich Dir auch beantworten:
      Ganz hinten im Zug ist Triebwagen Beiwagen, es existiert noch ein zweites solches Fahrzeug. Die ersten beiden Fahrzeuge sind ein TW und ein ehemaliger TW der zum BW umgebaut wurde. Alle Fahrzeuge stammten von der RSE (ex 785 mm).
      Der zweite Wagen ist inzwischen im RSE Museum in Asbach.

      Viele Grüße

      Matthias
      5904

    • Hallo,

      als Ergänzung zu Achim`s Beitrag habe ich noch einige Bilder aus Putlitz gefunden.
      Im Nachhinein bedaure ich sehr, dass ich dort im Jahre 2013 nicht ausgiebiger fotografisch tätig war.
      Damals verkehrten noch täglich 5 Zugpaare zwischen Putlitz und Pritzwalk.

      Den Triebwagen, welchen Achim bildlich festhielt, fand ich 2013 neben dem Lokschuppen stehend vor.

      Aus meiner Sicht wäre die Strecke prädestiniert für eine Museumsbahn.
      Doch soweit weg vom "Schuss", wird das wohl ein Wunschtraum bleiben.

      der Lokschuppen


      abgestellte Fahrzeuge




      selbst eine DKW hat der Bahnhof aufzuweisen


      Blick in Richtung Empfangsgebäude


      Gleisanlagen hinter dem Schuppen


      der nun schon ewig in Putlitz "beheimatete" Triebwagen




      ein Beiwagen


      Was mag wohl aus diesem wunderschönen Schnellzugwagen geworden sein?



      Gruß Alexander
    • Hallo Alexander,

      am 20. Mai 2017 habe ich in Putlitz nicht nur den Triebwagen im Dornröschenschlaf fotografiert, sondern auch einige weitere Aufnahmen gemacht.
      Eine Art Museumsbetrieb sollte dort schon Ende der 90er zu Zeiten der PEG etabliert werden. Dafür wurden damals einige historische Fahrzeuge beschafft, auch die Lok Pritzwalk. Es gibt dort aber nach meiner Kenntnis bis heute keine ernstzunehmenden Aktivitäten für einen öffentlichen Museumsbetrieb, auch wenn im vergangenen Jahr die Untersuchung der Pritzwalk in Mukran abgeschlossen wurde. Ob die Lok nun eine entspechende Zulassung hat, weiß ich leider nicht. Ich weiß nur, dass sie nach Putlitz überführt wurde.

      Das Schicksal der Strecke Pritzwalk - Putlitz schien besiegelt, als der letzte Personenverkehr 2015 oder 2016 (???) endete. Als Grund für die geplante Stilllegung der Infrastruktur wurde die geplante Sanierung eines Bahnüberganges angegeben, die man nicht mehr zahlen konnte/wollte.
      Es schien endgültig aus zu sein. Im Oktober 2016 führte die PRESS dort noch Sonderfahrten mit 91 134 und einem Teil des Schweriner Traditionszuges als Abschiedsfahrt durch. Zeitgleich schickte ein Sonderveranstalter einen VT 98 auf Abschiedsfahrt. Es folgten noch mehrere Abschiedsfahrten in Form von Fotozügen mit Triebwagen. Dann hatte man sich mit dem Ende abgefunden, bis die Dampflok Pritzwalk nach Putlitz gebracht wurde. Warum bringt man eine Lok auf eine stillzulegende Infrastruktur? Ich kenne keine Antwort.

      Zurück zum Mai 2017. Auf der Rückreise vom Pollo nach Rügen stoppte ich mit Freunden in Putlitz. Wir wollten uns noch einen Eindruck von der absehbar totgeweihten Anlage machen.



      So fanden wir die beiden Vierachser vor. Der VT-Beiwagen in rot/weiß war nicht mehr dort. Wo ist er? Offenbar hatte ein Brand gewütet und offenbar hatten auch Vandalen gewütet.




      In der Nähe des abgestellten MAK-VT schweift unser Blick das Streckengleis entlang in Richtung Pritzwalk. Rechts das Gleis zum Triebwagen, links ein Anschlussgleis am Bahnhof für einen landwirtschaftlichen Betrieb.




      In der Gegenrichtung ist die Einfahrt in den zuletzt genutzten Bahnhofsteil sichtbar. Ganz hinten das Empfangsgebäude. Links hinter dem Baum versteckt sich der Lokschuppen.


      Fotos: Achim Rickelt

      Wer weiß etwas über die aktuellen Pläne in Putlitz? Gibt es doch noch Hoffnung?


      Viele Grüße


      Dampfachim