Unterwegs auf Harzer Gleisen (2)

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    • Hallo,

      ich habe mal noch zwei Bilder von Mitte der 1990er Jahre herausgesucht, welche ebenfalls die mitten im Wald befindliche Station Sternhaus Ramberg zeigen. Das erste Bild ist das Stillleben eines Blickes von der Einfahrweiche auf die Bahnanlagen des kleinen Bahnhofs, dessen Umfeld sich mittlerweile etwas verändert hat. Heutzutage gibt es (wieder) einen Unterstand für die Fahrgäste, dafür aber keine Telegrafenmasten mehr.



      Beim zweiten Bild steht die 99 7246 mit ihrem Zug nach Gernrode abfahrbereit am Ramberg. Die Lok wurde im Jahre 1997 von der Ausbesserung zurückgestellt und ist in heutiger Zeit im Lokschuppen Benneckenstein abgestellt. Mit diesem Bild kehrt sie für den Betrachter in den Betriebsdienst zurück.



      Viele Grüße, René
    • Hallo René,

      zunächst zum weiter oben geschriebenen.
      Ich stimme Dir völlig zu, dass der Streckenabschnitt Gernrode - Harzgerode, also die Ur-GHE der landschaftliche Höhepunkt im gesamten HSB-Netz ist.
      Da ich 2005 zum bisher letzten Mal dort war, kann ich zur derzeitigen Situation nur wenig sagen.
      Nur soviel. Die HSB offeriert dem Gast mit dem Brocken ein Ziel. Der Fahrgast braucht ein Ziel und in der näheren Umgebung fehlt es im Moment wohl an Zielen. In Gegenrichtung könnte es Quedlinburg sein. Dieses Gebiet zu entwickeln, wäre die Aufgabe der gesamten Region, nicht nur der HSB. Das wird aber sehr schwierig.
      Wer kann mir mal sagen, wie viele Fahrgäste pro Tag im Durchschnitt von der Selketalbahn aus eine HSB-Reise zum Brocken antreten? In meinen Augen ist das eine Weltreise, mit Kindern gar nicht machbar, weil man sie so lange gar nicht beschäftigen kann und auch für Erwachsene sehr zeitaufwendig.
      Gibt es schnellere Angebote, etwa von Harzgerode in Richtung Brocken zu kommen? Gibt es Buslinien von dort, z.B. über Drei-Annen-Hohne?
      Mit der HSB über Quedlinburg und die Regelspur nach Wernigerode müsste man doch auch deutlich schneller sein. Wie ist da die Situation? Gibt es Anschlüsse?

      Zum Bf. Sternhaus-Ramberg habe ich noch dieses Foto aus dem Sommer 1988 gefunden. Es zeigt einen Personenzug in Richtung Gernrode in den Bahnhof einfahrend. Links der beschriebene Unterstand. Wann kam der weg? War das ein Wagenkasten mit zusätzlichem Spitzdach? Er ist auf dem Foto ja leider nicht ganz zu erkennen, aber er scheint erhöht auf einem Rahmen zu stehen, darum meine Frage.




      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Hallo Achim,

      wenn deine letzte Harzreise so lange her ist, dann wird es wohl mal wieder Zeit. :zwink:

      Dampfachim schrieb:

      Wer kann mir mal sagen, wie viele Fahrgäste pro Tag im Durchschnitt von der Selketalbahn aus eine HSB-Reise zum Brocken antreten?
      Das weiß womöglich nur die HSB und die verrät sowas nicht gern. Ich denke wenn du da am Tag gerechnet eine einstellige Zahl raus bekommst wird das wohl ungefähr passen. Bedenken muss man aber auch dass die fraglichen Verbindungen ja nicht nur die Anbindung zum Brocken, sondern generell ins "Restnetz" der HSB darstellen. Man brüstet sich immer mit dem größten Schmalspurnetz aber leider kommt der Netzgedanke stellenweise zu kurz und man strandet dann eine Stunde in Eisfelder Talmühle/Stiege/Ilfeld/Alexisbad (bei Bedarf bitte ergänzen) ohne die Möglichkeit sich gastronomisch zu versorgen oder irgendwas anzuschauen.

      Dampfachim schrieb:

      Gibt es schnellere Angebote, etwa von Harzgerode in Richtung Brocken zu kommen?
      Wenn ich mal in die DB-Fahrplanauskunft Harzgerode-Brocken eingebe, bekomme ich diverse gemischte Bus-/Bahnverbindungen mit ca. 4h über Quedlinburg/Halberstadt/Wernigerode, reine HSB-Verbindungen liegen bei knapp 5h, wobei da halt aufgrund des Ausgangspunktes "weit draußen vom Netz" immer ordentliche Umsteigezeiten dabei sind. Ich schätze mal bezogen auf Bahnhöfe "unten im Selketal" nimmt sich das Ganze nichts je näher man von Alexisbad nach Quedlinburg kommt, desto eher ist der Weg "unten rum" schneller, weiter hoch ins Tal ist die reine HSB-Verbindung schneller.

      Dampfachim schrieb:

      Wann kam der weg? War das ein Wagenkasten mit zusätzlichem Spitzdach?
      Der Wagenkasten in Sternhaus-Ramberg ist lt. "Schweers et al." ein Wagen aus der Serie GHE 71-76, Esslingen 1886. Die genaue Nummer kann wohl nicht mehr zugeordnet werden. Wann der genau dort verschwunden ist können sicher Andere besser sagen.

      Gruß Michael
    • Hallo Achim,

      natürlich hat die HSB mit dem Brocken ein markantes Ziel im Netz. Ob dieses markante Ziel, wenn man über ein solches Streckennetz verfügt, von jedem Winkel des Streckennetzes erreichbar sein muss, ist die Frage. Deshalb mein Gedanke, die vor sich hindümpelte Selketalbahn z.B. zu einem Alleinstellungsmerkmal für Familien zu entwickeln, da sich der Brocken einfach nicht als Ziel für Familien mit kleineren Kindern anbietet. Derzeit wird die Brockenbahn alternativlos von Familien genutzt und so erlebt man es immer wieder, dass gerade Familien mit kleineren Kindern bei rasanten Wetterumschwüngen auf dem Brockengipfel in unnötige gefährliche Situationen geraten. Insofern könnte man gerade den vom Brockengipfel am weitesten entfernten Streckenteil als Ziel für Familien entwickeln. Mit Quedlinburg hätte man ein Ziel für Touristen aus dem Selketal (Alexisbad) und für Gäste aus Quedlinburg müsste man vielleicht Alexisbad und Harzgerode (um Beispiele zu nennen) zu familienfreundlichen Bahndestinationen entwickeln. Unabdingbar wäre dann natürlich eine völlige Neuausrichtung des Fahrplans. Professionell entwickelt und beworben sollte sich so die Selketalbahn entwickeln lassen. Die derzeitige Situation im Selketal ist von eher rückläufigen Fahrgastzahlen geprägt, bei dem auch der Anschluss von Quedlinburg durch den verfügbaren Fahrplan (viele Triebwagenfahrten) keinen positiven Effekt erzielt hat. Die eigenständige Entwicklung der Selketalbahn unter einem Markenkern würde eventuell eine Wende bringen können. Leider wird aber das Angebot im Selketal immer weiter reduziert. Die Entwicklung der HSB beschränkt sich auf die Infrastruktur, z.B. Neubau von BÜSA an vielen Übergängen. Ob da nicht manchmal ein paar günstige Fahrbahnschwellen vor den Übergängen ausgereicht hätten, statt hunderttausende Euro in BÜSA zu investieren, vermag ich nicht zu beurteilen.

      Es gab eine Kooperation zwischen HSB und HEX bei der man eine Richtung Hin- oder Rückfahrt zum Brocken mit dem HEX (Quedlinburg - Halberstadt - Wernigerode) fahren konnte. Ob es diese Kooperation noch gibt: Keine Ahnung, war es doch trotzdem ein tagesfüllendes Programm. :nixw: Ob eine solche Kooperation mit Abellio (löst im Dezember den HEX ab) möglich ist, bleibt abzuwarten.

      Bei dem alten Unterstand müsste es sich um einen alten Wagenkasten gehandelt haben. Er verschwand Anfang der der 1990er Jahre. Nach der Wende war er definitiv noch vorhanden.

      Viele Grüße, René

      P.S.: Danke an Michael für die Erläuterungen zum Unterstand am Ramberg.
    • Hallo,

      nach den gestrigen Gedanken aus der Kategorie "Das wird man ja wohl noch sagen... ähm... träumen dürfen." möchte ich mich nun wieder ein wenig fotografisch der Schmalspurbahn nähern. Momentan bin ich fußläufig ein wenig eingeschränkt, weshalb ich nur Fotopunkte mit kurzem Fußweg erreichen konnte. Da bot sich die Steinerne Renne an, denn bis dort kann man mit dem Auto fahren. Mir schwirrte ein Fotomotiv im Kopf herum, welches sich aber durch die Lichtverhältnisse am heutigen Tag nur schwer umsetzen ließ. Eine Probeaufnahme (eigentlich wollte ich die Lore mit dem Granitstein ganz mit ins Bild nehmen, was aber misslang) möchte ich trotzdem mal zeigen. Die Qualität ist noch nicht so, wie von mir gewünscht. Es zeigt den 8933, welcher heute mit der 99 7235 bespannt war.



      Da sich S/W-Fotografie wunderbar anbietet, um Stillleben in Szene zu setzen, habe ich ein kleines Kaleidoskop von Aufnahmen der Station Steinerne Renne zusammengestellt.









      Von der Renne fuhr ich dann zur Hohne, um am Waldweg, welcher zwischen dem BÜ Hagenstraße am Gasthaus Drei Annen und dem Bahnhof Drei Annen Hohne gelegen ist, den 8925 aufzunehmen. Da die Sonne so schön schien, habe ich mich mal an einer Seitenaufnahme der Lok in voller Fahrt probiert. Farbaufnahmen kann ich auch, wie man sieht... aber ich möchte nicht immer. :zwink:



      Danach gönnte ich mir bei Kukki eine Wurst und fuhr dann nach Wernigerode zurück, um pünktlich zum Schulschluss meiner Tochter zu Hause zu sein. Jetzt gilt es Hilfestellung bei der Säuberung des Meerschweinchenstalls zu leisten. Ich wünsche allen Lesern ein schönes bevorstehendes Wochenende.

      Viele Grüße, René
    • Michael89 schrieb:

      Hallo Achim,

      wenn deine letzte Harzreise so lange her ist, dann wird es wohl mal wieder Zeit. :zwink:

      Hallo Michael,

      das war 2005 nicht meine letzte Harzreise. Schau mal hier: Etwas kühles zum Abend

      2013 war ich auch auf dem Brocken, nur eben im Selketal war ich 2005 zum letzten Mal. Ich glaube, das könnte ich bei Gelegenheit auch mal zeigen.
      Vielen Dank für die Erläuterungen, auch zum Unterstand.

      @René: Nur weil Du die Farben rausnimmst, ist das noch lange keine Schwarzweißfotografie. Richtige Schwarzweißfotos, also richtige Negative, ergeben völlig andere Bildeindrücke. Schwarzweißfotos sind auch viel ausgewogener, es sei denn, man hat sie hart entwickelt. Das war aber bei der Eisenbahnfotografie nicht üblich.

      Ansonsten kann ich Deinen Zeilen zur touristischen Ausrichtung der Selketalbahn zwar verstehen und glaube auch, dass sie funktionieren könnten. Aber das wäre eine Aufgabe für die gesamte Region Selketal, für die HSB als Bahnunternehmen am wenigsten. Für eine ordentliche Gastronomie fehlt offensichtlich die wirtschaftliche Grundlage, sprich die Kundschaft.
      Als ich im April 2005 das letzte Mal im Selketal war, hatte der Zug gerade 3 Wagen, 2 Personenwagen und einen kleinen Gepäckwagen. Der Zug war jeweils nicht überfüllt, ich schätze so 50 - 60 Fahrgäste im Schnitt. Wie soll das für eine angrenzende Gastronomie funktionieren? Von denen geht doch nur ein Teil dort essen und trinken. Wie es heute aussieht, weiß ich natürlich nicht.
      Das Selketal ist touristisch offenbar abgehängt. Das ist einerseits schade, andererseits womöglich sogar ein Segen für die herrliche Natur dort. Wenn ich sehe, wie die Insel Rügen gerade "entwickelt" wird...
      Der Volkssport des Jahres 2018 auf Rügen heißt Kettensägen!

      Ich bin da etwas hin und hergerissen von der Sorge um den langfristigen Fortbestand der Selketalbahn und der Sorge um den Charakter der Region.

      Edit: Habt Ihr da jetzt eine Heizerin? (letztes Bild)

      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Dampfachim schrieb:


      Ansonsten kann ich Deinen Zeilen zur touristischen Ausrichtung der Selketalbahn zwar verstehen und glaube auch, dass sie funktionieren könnten. Aber das wäre eine Aufgabe für die gesamte Region Selketal, für die HSB als Bahnunternehmen am wenigsten. Für eine ordentliche Gastronomie fehlt offensichtlich die wirtschaftliche Grundlage, sprich die Kundschaft.
      Hallo Achim,
      nein die Kundschaft fehlt auf keinen Fall, ich denke es liegt daran das im Selketal jeder sein eigenes Süppchen kocht und auf eine Gesamtvermarktung als touristische Region keinen großen Wert gelegt wird.

      Pfiffchen
    • Ja, die Selketalbahn bietet ne ganze besondere landschaftliche Idylle und Bimmelbahn-Atmosphäre, wie sie sonst wohl nur noch die alte Preßnitztalbahn bieten konnte.
      Aus diesem Kleinod könnte man ein richtiges Highlight machen. Ich denke da an das Vorbild SOEG, wo einfach alles passt. Authentisches Umfeld, schöne historische Züge, großartige Veranstaltungen. Dort arbeiten Bahn und Anrainer eng zusammen und profitieren voneinander.

      Wenn man diese "SOEG-Qualität" im Selketal etablieren könnte, es gäbe nichts vergleichbares! Aber dafür muß man halt Geld in die Hand nehmen, welches nicht genug vorhanden ist. Also konzentriert man sich weiter völlig einseitig auf die Brockenbahn und das Restnetz dümpelt mehr oder weniger so vor sich hin.
    • Hallo,

      zunächst möchte ich mich den Worten von 99 246 bezüglich des Vergleichs Selketalbahn / Zittauer Schmalspurbahn vollumfänglich anschließen.

      Es war keine Heizerin: Die Vergrößerung zeigt einen jungen Mann mit längeren Haaren.

      Natürlich kenne ich die "originale" S/W-Fotografie. Ich würde auch gerne dahin zurückkehren, allerdings fehlt mir momentan die passende Kamera. Letztlich ist die digitale Farbfotografie ja auch keine echte Fotografie, sondern das Ergebnis der Datenumwandlung eines Prozessors. Ob ich diese Daten (die sich am PC mit den entsprechenden Programmen beliebig verändern und retuschieren lassen) in welchen Farben auch immer präsentiere oder eben die Präsentation in Graustufen (um es so zu bezeichnen) wähle, ist letztlich allein eine Frage des Geschmacks. Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten.

      Mir gefallen eben persönlich (was eben die berechtigten Vorlieben anderer Bahnfreunde nicht mit einschließt) einige Sonderfahrten nicht, bei denen man mit riesigem Aufwand versucht, eine Illusion der Vergangenheit herzustellen und wo die anwesenden Fotografen dann inkonsequent mit der teuersten Digitaltechnik fotografieren, um dann am heimischen PC zu versuchen, durch Bildbearbeitung und Retuschierung eine Vergangenheit zu illustrieren, die (wie das Wort schon sagt) eben vergangen und somit nicht wiederholbar ist.

      So hat eben jeder seinen eigenen Blick auf die Dinge... und das ist gut so. :zwink:

      Viele Grüße, René

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von rekok73 ()

    • Hallo,

      da ich in einem der letzten Beiträge den Durchlass des Braunen Wassers im Thumkuhlental gezeigt habe, dass Braune Wasser aber am Bahnhof Hasserode die Strecke der Harzquerbahn nochmals quert, sei der Vollständigkeit halber auch dieser Durchlass fotografisch dokumentiert. Kaum ein Nutzer der Schmalspurbahn wird dieses kleine Bauwerk bewusst wahrnehmen. Es ist auch durch Verbauung der Umgebung sehr schwierig zu fotografieren.



      Auch diese kleinen und meist unbeachteten Bauwerke sind Bestandteil der Schmalspurbahn, haben also auch außerhalb von Hochwassersituationen eine gewisse Aufmerksamkeit verdient.

      Viele Grüße, René