Unterwegs auf Harzer Gleisen (2)

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    • Hallo Reiner,

      ein guter Ansatz, bisher einmal im Jahr. Einfach mitfahren ist nicht einfach, denn der thematische Sonderzug ist (zum Glück) ausgebucht. Die beschauliche Westerhäuser Bio-Käserei macht übrigens sehr leckeren Käse. Mit dem Inhaber haben wir uns erst vor kurzer Zeit beim Käsekauf vor Ort länger unterhalten. Er setzt sich sehr für Natur-, Landschafts- und Tierschutz ein. Ein sehr netter und empathischer Mann. Gut, dass er als Partner dieser kulinarischen Reise gewonnen werden konnte. Außerdem ist der Bio-Brockenbauer Thielecke aus Tanne mit dabei, dessen Hofladen wir regelmäßig besuchen. Wir sind als Familie an freien Tagen ständig in der Region unterwegs und unterstützen so die regionalen Anbieter. Ich würde mir wünschen, dass es viele andere Einheimische genauso machen. Dann richten sich die Angebote automatisch nicht nur an Touristen, sondern auch an Einheimische... und dies ist ein gesunder Mix. Letztlich ist diese Fahrt sehr schön und lobenswert, aber derzeit nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich würde mich freuen, wenn der ausgebuchte Zug zu einer Etablierung dieses Angebotes in kürzeren Intervallen beitragen würde. Ich hoffe, dass dann auch regionale Anbieter aus dem Selketal für diesen "Typisch Harz-Express" im Selketal gewonnen werden können. Das wäre dann ein wirklicher Fortschritt.

      Viele Grüße, René
    • Hallo in den Harz,

      das liest sich doch schon mal gut. Zu oft kann man sowas nicht machen, aber es ist zumindest eine Aktion, die das Selketal fördert und das kann nicht falsch sein. Wird es dann zu oft angeboten, läuft es sich sicher tot. Aber zweimal im Jahr und dann möglichst mit verschiedenen Anbietern, lockt es Einheimische (vor allem die) und Touristen in die Züge, die dann hoffentlich noch öfter genutzt werden, wenn das Gesamtpaket stimmt.

      Grüner gab in seinem Beitrag an, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Genau dies ist natürlich ein Problem und die Selketalbahn kann hier als Bindeglied wirken. Ansonsten fürchtet jeder um seinen Teil vom Kuchen. Bietet die Bahn dem Tagesausflügler mit ihrem Fahrplan günstige Etappenziele, kann auch die örtliche Gastronomie profitieren.
      Ich hab ja schon geschrieben, dass ich die aktuelle Situation um die Selketalbahn herum nun nicht kenne. Was wird dem Gast den heute schon geboten? Nicht jeder mag stundenlang im Wald wandern? Gibt es Angebote für Jung und Alt, die z.B. eine Urlaubswoche füllen können und die zur Bahn passen würden?
      Mit fällt jetzt (für Jung) nur die Westernstadt in Hasselfelde ein, ohne zu wissen, ob sich das überhaupt empfiehlt.

      Ich gebe gern zu, dass ich mich dort immer nur um die Bahn gekümmert habe.

      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Hallo Achim,

      die Westernstadt ist schon einen Besuch wert, gerade auch mit Kindern, weil dort ganz bewusst in den Programmen auf gewaltverherrlichende Darstellungen verzichtet wird. So kann man sich die Shows beruhigt anschauen und das Drumherum der Westernstadt natürlich auch. Pony reiten und Kutschfahrten runden das Programm für die Kleinen ab. Leider ist die Westernstadt sehr ungünstig zum Bahnhof von Hasselfelde gelegen, so dass sich eine Nutzung der Bahn zur Anreise mit Kindern eigentlich nicht empfiehlt.

      Was schreckt Touristen aus Quedlinburg ab, die nur mal eine Fahrt mit der Bahn unternehmen wollen? Der Fahrplan in günstigster Fahrplanlage für Touristen:

      10.30 Uhr ab Quedlinburg
      11.31 Uhr an Alexisbad

      11.46 Uhr ab Alexisbad
      12.31 Uhr an Gernrode

      Ende der Dampfzugfahrt und zwangweises Warten auf den Triebwagen

      13.08 Uhr ab Gernrode
      13.24 Uhr an Quedlinburg

      Was machen die Quedlinburger Touristen, wenn sie einfach nur eine Fahrt mit der Schmalspurbahn unternehmen möchten? Sie fahren mit dem Auto nach Gernrode. Erst vor wenigen Tagen bei meinem Besuch konnte ich genau dieses Verhalten von den zumeist älteren Fahrgästen beobachten. Den Gesprächen am Bahnsteig war es zu entnehmen.

      Das ist schade! Außerdem ist es schade, dass man in den 15 Minuten Aufenthalt in Alexisbad keine Möglichkeit einer schnellen Imbissversorgung (z.B. Bratwurst, Kaffee) vorfindet. Wenn man sich die Zeit nimmt, fährt man die gesamte Strecke nach Quedlinburg mit dem Triebwagen um 12.23 Uhr ab Alexisbad zurück. Die heutzutage häufig im Harz anzutreffenden Tagestouristen begeistert man mit diesem Fahrplan ganz sicher nicht. Die weichen dann zwangsläufig zur Brockenbahn aus. Die HSB freut es, denn da lässt sich dann Geld verdienen, wodurch der Druck zur Veränderung verständlicherweise auch wenig ausgeprägt ist.

      Viele Grüße, René
    • Hallo René,

      ich hoffe es ist okay, wenn ich in deinem Thread auch kurz zwei Bilder zeige, welche mir per Zufall vor wenigen Tagen in die Hände fielen und ich eingescannt habe.
      BItte verzeiht die Qualität, aber ich war zum Aufnahmezeitpunkt noch recht jung.

      Den Güterwagen...

      rekok73 schrieb:

      [...]

      Auch der ehemalige offene Güterwagen 99-03-86 der Gattung OO bzw. später OOm (gebaut bei Waggonfabrik Herbrand in Köln), der später zum Cabriowagen umgebaut wurde und die Bezeichnung NWE 506 erhielt, hat seine besten Tage hinter sich. Die letzte Revision erhielt dieses Fahrzeug laut Anschrift am 18. Februar 1999.



      [...]
      ... habe ich zufällig vor ca. 20 Jahren aus nahezu der gleichen Position aufgenommen:




      Dazu noch eine höchstwahrscheinlich in Betrieb befindliche 199 010:




      Über den genauen Zeitpunkt kann ich leider nur spekulieren... ich habe auf der Regelspurstrecke QLB-Gernode noch ein ausfahrendes 628-Doppel fotografiert und anhand einige Revisionsaufschriften würde ich zwischen 1998 - 2001 schätzen. :ok:

      Schönen Abend,
      Gruß Minfred
    • Hallo Achim,

      im Grund kann ich mich Renés Beitrag anschließen. Die Angebote links und rechts der Strecke sind relativ rar und liegen dann oft auch nicht unmittelbar an der Strecke sondern sind mit etwas Weg verbunden. Dazu kommt dann erschwerend dass der Fahrplan das Planen sinnvoller Touren teilweise schlicht unmöglich macht (siehe auch Renés Beispiel). Eine Tour von Quedlinburg mit der Bahn ins Cafe vom Grünen und retour ist zum Beispiel ohne direkt stundenlang Aufenthalt im Cafe zu haben auch kaum möglich.
      Mein Vater und ich hatten vor längerer Zeit bereits (seinerzeit war noch eine gewisse Frau Keller Landrätin im Kreis Nordhausen) bei der HSB angeregt doch Ausflugsziele und Wandertouren entlang der Strecke zusammen mit konkreten Fahrplanvorschlägen zu bewerben. Die entsprechende Mail an die HSB (mitsamt ersten Vorschlägen) wurde seinerzeit noch nicht einmal beantwortet. Jahre später gab es dann mal eine Broschüre mit Wandervorschlägen, ich weiß gar nicht ob diese aktuell noch verfügbar ist.

      Um mal den großen Bogen zu spannen, so könnte man sagen dass die HSB aber auch nichts bzw. wenig tut um die Fahrgäste selbst in den Harz und auf die Bahn zu locken. Ihr habt in Putbus z.B. das jährliche Bahnhofsfest, in Zittau begeht man jährlich die Historik Mobil. Eine ähnliche jährliche Veranstaltung fehlt im Harz völlig und leider fehlt mittlerweile auch zum großen Teil der betriebsfähige Fahrzeugpark um neben dem Planverkehr überhaupt noch irgendwas (auch mit speziellen Fahrzeugen) anzubieten. Nun könnte man ein solches Fest im Harz meiner Meinung nach nicht jedes Jahr in Wernigerode stattfinden lassen, meiner Meinung nach müsste man jedes Jahr einen anderen Austragungsort im Netz wählen. Aufgrund der glücklicherweise recht großzügigen Gleisinfrastruktur ließe sich so etwas aus meiner Sicht genauso gut in Hasselfeld, Stiege, Elend, Ilfeld und sicherlich auch noch an anderen Stationen der HSB durchführen.

      Gruß Michael
    • Hallo Michael,

      wie Achim schrieb, müssten alle touristischen Partner an einer Erfolgsgeschichte stricken. Die HSB ist hier nicht das alleinige Problem, aber doch ein Teil davon. Es ist aber auch ein Problem der Region insgesamt. Auch im Wippertal bei der Parkeisenbahn Vatterode stand der neue Eigentümer vor gleichen Problemen: Die einzelnen Partner wollten zunächst einfach nicht an einen Tisch. Liegt wohl auch ein wenig in der hiesigen Mentalität begründet, die auch auf mich gelegentlich befremdlich wirkt.

      Hallo Minfred,

      danke für Dein ergänzendes Bildmaterial. Schön, den ehemaligen Zustand als Vergleich zu haben.

      Viele Grüße, René
    • Hallo,

      die Wüste lebt, wie man so schön sagt. Zumindest die Kamele der HSB sind heute sehr lebendig. Während 199 872 wieder fleißig im Bahnhofsbereich vom Westerntor und an der Umladung (Fahrzeughalle) rangiert, konnte ich die 199 874 um 11.00 Uhr auf der Westerntorkreuzung sichten, wie sie mit einem Rollwagen in Richtung Westerntorbahnhof fuhr. Ja, auch die Wüstenschiffe sind eben agiler, wenn die Hitze nicht mehr ganz so drückt. Ein Foto der Fuhre auf der Westerntorkreuzung konnte ich leider nicht machen, denn ich saß im Auto... sozusagen von anderen Autos umringt, auch vernahm ich das blubbernde Geräusch des sich nähernden Kamels nicht rechtzeitig.

      Viele Grüße, René
    • Hallo Michael,

      Michael89 schrieb:

      Hallo Achim,

      im Grund kann ich mich Renés Beitrag anschließen. Die Angebote links und rechts der Strecke sind relativ rar und liegen dann oft auch nicht unmittelbar an der Strecke sondern sind mit etwas Weg verbunden. Dazu kommt dann erschwerend dass der Fahrplan das Planen sinnvoller Touren teilweise schlicht unmöglich macht (siehe auch Renés Beispiel). Eine Tour von Quedlinburg mit der Bahn ins Cafe vom Grünen und retour ist zum Beispiel ohne direkt stundenlang Aufenthalt im Cafe zu haben auch kaum möglich.
      Mein Vater und ich hatten vor längerer Zeit bereits (seinerzeit war noch eine gewisse Frau Keller Landrätin im Kreis Nordhausen) bei der HSB angeregt doch Ausflugsziele und Wandertouren entlang der Strecke zusammen mit konkreten Fahrplanvorschlägen zu bewerben. Die entsprechende Mail an die HSB (mitsamt ersten Vorschlägen) wurde seinerzeit noch nicht einmal beantwortet. Jahre später gab es dann mal eine Broschüre mit Wandervorschlägen, ich weiß gar nicht ob diese aktuell noch verfügbar ist.

      [...]

      Gruß Michael
      es gibt diese Vorschläge immernoch oder wieder... Sie werden auf der Seite der Harzer Wandernadel mit Link zur HSB-Webseite beworben (Stempelspaß im Südharz und Selketal ).
      Wobei aus der Seite leider nicht hervorgeht, was das "attraktive HSB-Andenken" sein soll?! :nixw:
      Die Idee finde ich auch total gut, warum nicht aus der Not eine Tugend machen und die HWN und Restaurants miteinbeziehen... Könnte man doch sicher auch entlang der Harzquerbahn machen?
      Ich habe auch letzten Herbst die Wanderung von Alexisbad über die Verlobungsurne und Köthener Hütte nach Mägdesprung und zurück mit dem Triebwagen gemacht, war total schön.
      Aber leider waren wir die Einzigen im Zug.


      rekok73 schrieb:

      [...] konnte ich die 199 874 um 11.00 Uhr auf der Westerntorkreuzung sichten, wie sie mit einem Rollwagen in Richtung Westerntorbahnhof fuhr. [...]


      Viele Grüße, René
      Sind das Bauzüge oder Foto-Sonderfahrten?
      :frech:

      Mfg
      Minfred
    • Hallo,

      Minfred schrieb:

      Sind das Bauzüge oder Foto-Sonderfahrten?
      ich hätte ja jetzt aus dem Gefühl raus gesagt Überführung eines der 3 Löschwasserkesselwagen. Soweit ich gesehen habe war dieses Jahr (außer der Reihe aufgrund der großen Trockenheit?) der historische Kesselwagen vom Rollbockgüterzug auf einem Rollwagen in Schierke abgestellt. Möglicherweise hat man den jetzt nach Ende der Hitzewelle wieder nach Wernigerode zurückgeholt und auf die übliche Bestückung mit je einem Kesselwagen in Drei-Annen-Hohne und Brocken zurückgefahren.

      Gruß Michael