Probefahrt 251 901-5

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    • Probefahrt 251 901-5

      Hallo liebe Schmalspurfreunde,

      im Rahmen ihrer Hauptuntersuchung mit Neumotorisierung absolviert die Diesellokomotive 251 901-5 (ex DB V 51 901 - Gmeinder 5327/1964) zur Zeit verschiedene Einstell- und Probefahrten auf dem Rasenden Roland zur Optimierung der neuen Antriebe und zur Erprobung aller Komponenten. Nach mehreren Fahrten Putbus - Lauterbach Mole (ihrer Stammstrecke wenn man so will) und einer Fahrt Putbus - Seelvitz, stand heute eine wahre Kraftprobe auf dem Programm. Heute wurde in beiden Fahrtrichtungen das Abschleppen eines Zuges mit Maximallänge und einer Neubaulok auf der Gesamtstrecke Putbus - Göhren - Putbus simuliert. Dieses Anforderungsprofil gehört zum Aufgabenspektrum, für das die Lokomotive bei der RüBB stationiert ist.

      So wurden heute die Personenzüge P 103 (99 1784-0 + 10 KB bzw. KD) mit sehr guter Auslastung als Vorspann von Putbus bis Göhren und der Zug P 106 (99 1781-6 + 10 KB/KD) und ebenso beeindruckender Auslastung pünktlich befördert. Die Dampflokomotiven hielten sich dabei deutlich zurück, durften nur auf unkritischen Abschnitten mit Schmierdampf gefahren werden. In Steigungen und beim Anfahren musste die Diesellok die Traktion allein leisten.

      Ich habe einige Fotos mitgebracht, die im Rahmen meines Dienstes entstanden - vielen Dank an meinen Arbeitgeber!



      251 901-5 und 99 1784-0 am P 103 warten in Binz LB die Kreuzung mit dem P 102 ab. Gleich beginnt der erste Härtetest, die Anfahrt aus dem Stand ohne Hilfe in die Maximalsteigung.



      Kurz vor der Abfahrt des P 106 schaut der Lokführer nochmals nach dem Rechten. Am Haken hatte die Diesellok die 99 1781-6 und 10 sehr gut besetzte Wagen.



      Zwischenstopp in Sellin Ost. Hier findet in der Saison eine Zugkreuzung statt, so dass die Zeit für ein Foto ausreicht. Dass der Zug sehr lang ist, kann man deutlich ausmachen, auch wenn er nicht vollständig abgebildet ist. Er hatte inklusive Dampflok etwa 190 t Zugmasse. Im Normalbetrieb sind für eine Lok 150 t erlaubt.




      Blick nach vorn. Wir befinden uns in der Granitz kurz vor dem Hp. Jagdschloss. Die Dampflok blieb die ganze Zeit passiv, wie der leicht kräuselnde Rauch am Schornstein beweist.


      Fotos (09.10.2018): Achim Rickelt


      Viele Grüße

      Euer Dampf - Achim Rickelt


    • Jan Hübner schrieb:




      was für Motoren wurden jetzt neu verbaut? Ist die Leistung mit den alten identisch oder hat man etwas draufgepackt??

      Hallo Jan,

      den Motorentyp kenne ich noch nicht. Wir werden ja dann zu gegebener Zeit Unterlagen und Einweisung bekommen. Ich weiß nur, dass es zwei Caterpillar-Motoren sind. Sie sind leistungsmäßig wohl identisch eingestellt, wie die Originalmotoren (270 PS). Motorentyp und Bezeichnung kann ich jetzt noch nicht sagen.


      Pierre Matthes schrieb:

      Ich hätte nicht geglaubt das man so einen Test am Regelzug wagt. Da hat das Dieselwiesel ja ordentlich arbeiten müssen.

      Hallo Pierre, es gibt keine realistischere Möglichkeit, das zu testen. Es war auch risikolos, denn unsere Dampfloks waren ja nicht schadhaft (das war ja nur simuliert) und hätten die Traktion jederzeit allein übernehmen können. Sie können das problemlos leisten.

      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Hallo Achim,

      ich konnte Deinen Zug mit der blauen Diesellok in meiner Pension sehen, leider konnte ich nicht so schnell zur Kamera greifen. Ich hatte schon Angst, Du hattest mit "Deiner" 81 ausgehaucht. Heute sind viele Bilder auf der RüBB entstanden, anbei ein paar davon:



      Heute morgen Achim mit P 102 in Baabe




      Einfahrt des P 102 in Putbus











      Die Lok wird im Bw zur nächsten Fahrt fertig gemacht





      Frisch restauriert gehts wieder an den Zug





      Ausfahrt des P 105 aus Putbus





      P 104 Ausfahrt Bahnhof Binz


      Danke Achim für das interessante Gespräch, obwohl Du deine 81 fertig machen musstest. Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich meine Bilder aufarbeiten und einen kleinen Urlaubsbericht einstellen.


      Schönen Abend...

      :wink: Wieland
    • 50 3604-1 schrieb:

      War denn unser gemeinsamer Bekannter (Will jetzt nicht ungefragt Namen herumposaunen, aber du weißt ja wen ich meine) als Projektleiter zur Probefahrt gar nicht anwesend?

      Hallo André,

      doch, der war dabei. Er begleitet die gesamte Wiederinbetriebnahme natürlich im Namen des Auftraggebers.



      R.Brühl schrieb:

      Eine Frage hätte ich:

      Wie fährt man unter Schmierdampf?
      Wird der Regler da leicht auf gelassen?

      Danke Gruß Ronny

      PS: was ist mit dem Sommerwagen geplant? Man sieht ihn auf Wielands Bildern.

      Hallo Ronny,

      da das Heißdampfzylinderöl im kalten Zustand einerseits sehr zäh ist und sich trotz laufender Zentralschmierung nicht im Zylinder und Schieberkasten verteilt, wird Dampf benötigt. Dieser Dampf vernebelt das Öl und bringt es an alle Wandungen und an Kolben und Schieber. Wird das über längere Zeit versäumt, läuft die Dampfmaschine trocken und es tritt ein höherer Verschleiß ein (eine Diskussion, die ich bei DSO gerade im Zusammenhang mit der Überführung der 01 1100 geführt habe).
      In der Praxis sieht das so aus, dass bei Schleppfahrten oder langen Gefällefahrten immer mal wieder Dampf gegeben wird. Der Regler wird in der kleinsten möglichen Stellung offen gehalten, damit der nötige Dampf in die Zylinder strömt. Der Mindestdruck wird dabei allgemein von der Bauart der Druckausgleicher bestimmt. In unserem Fall erfordern die Trofimoff-Schieber einen Mindestdruck von 5 bar (bei Schmalspur etwa 3 bar), damit sie sicher auf ihren Stützplatten gehalten und nicht beschädigt werden.

      Kann kein Schmierdampf gegeben werden, weil der Kessel kalt ist, oder ein Schaden dies verhindert, sind die Treibstangen für die Schleppfahrt abzubauen, um dem Verschleiß in den Zylindern vorzubeugen. Für kurze Wege kann das natürlich im Einzelfall unterbleiben.
      Durch die daraus resultierende Unwucht des Laufwerks ohne Treibstangen resultiert eine herabgesetzte Schleppgeschwindigkeit von i.A. 30 km/h.

      Der Abbau der Treibstangen wird vor allem in den alten Bundesländern gern unterlassen, darum meine engagierte Diskussion neulich bei DSO.
      Das ist keine Bemerkung als Ost-Westkonflikt, sondern meine persönliche Beobachtung seit Jahren. Ich finde es einfach nur schade, dass die Technik nicht mehr geachtet wird.

      Viele Grüße

      Dampfachim