Frage zu Fahrgastzahlen der sächsischen Schmalspurbahnen

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    • Hallo Kay,

      wie bereits bei Facebook geantwortet, wir Eisenbahnfans sind für die Fahrgastzahlen ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir paar Hanseln machen das Kraut nicht fett.
      Für Touristen und vor allem Tagesausflügler und Spontanfahrer muss das Angebot attraktiv sein. Und das ist es mit dem derzeitigen Fahrplan eben nicht. Außerdem besteht mit diesem in meinen Augen keine Chance, dass sich z.B. Gastronomie entwickelt und die Anliegergemeinden von der Weißeritztalbahn partizipieren könnten.
      Viele Grüße von Johannes
    • Hallo Johannes,

      mit Eisenbahnfans meinte ich nicht nur die handvoll Fotografen hier aus dem Forum, sondern die hunderte von Postern unter dieversen FB Beiträgen, wo es damals um die Wiedereröffnung der Strecke bis Kipsdorf ging. Zum Fahrplan: Es wird wie immer am Geld hängen. Der Freistaat bestellt nicht mehr und die SDG geht nicht in Vorleistung, um eventuell dadurch die Fahrgastzahlen anzukurbeln. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Weil wenn die Fahrgastzahlen dann doch nicht so steigen, dass sich ein Zweizugbetrieb rechnet, wer zahlt die Zeche? Die Fahrgastzahlen steigen mit Sicherheit bei einem Zweizugbetrieb. Die Frage ist aber, ob sie daruch stark genug steigen.

      Grüße Kay
    • Hallo Kay,

      ich meinte mit Eisenbahnfans die Gesamtheit aller sich hobbymäßig mit der Eisenbahn auseinander setzenden Menschen in Deutschland. Und dennoch sind das bei weitem nicht die Massen, die die Züge täglich, wöchentlich und jährlich füllen würden.

      Die Diskussion zu den Kosten für einen Zweizugbetrieb hatten wir schon oft genug. Und da hatten sich einige ja bereits gewundert, warum bei Weißeritztalbahn das, was bei Fichtelbergbahn und Zittauer Schmalspurbahn mit nicht wesentlich mehr oder weniger Zuschüssen geht, nicht auch gehen sollen müsste. Aber diese Diskussion müssen wir nicht unbedingt neu entfachen.
      Viele Grüße von Johannes
    • Hallo Johannes,

      ja keiner traut sich an das Zuschußgeschäft auf 10 oder mehr Jahre, bis dann eventuell wieder im oberen Bereich eine Infrastruktur gewachsen ist, welche Touristen anzieht, wenn dem irgendwann überhaupt so ist.
      Nach wie vor finde ich es trotzdem gefährlich, an solchen Statistiken den Aufschwung oder Niedergang einer Bahn zu beurteilen. 2000 Fahrgäste Unterschied allein durch "Rundungen". ;-) Pauschale Berechnung von Familienkarten mit 6 oder nun 4 Personen... würdest Du von solchen Statistiken das Handeln in deinem privatem Leben abhängig machen und Entscheidungen treffen? Ich nicht. ;-)

      Warum hat noch keiner ausgerechnet, was man in die Hand nehmen muß, bzw wie hoch diese Züge gefüllt sein müßten, um in Eigenregie ein Zugpaar anzubieten?

      Grüße
    • cargonaut schrieb:

      was wäre Deutschland ohne seine Statistiken.... Sie sind zwar manchmal nicht schlecht, sollten aber allenfalls als Anhaltspunkt dienen. Manchmal habe ich das gefühl, dass in Deutschland alles viel zu sehr an Statistiken ausgerichtet wird. Zudem bei den wenigsten Statistiken wirklich dazu steht, wie diese entstanden sind.

      Aber ab Juli müßte ja im Streckenabschnitt Hainsberg-Dippoldiswalde ja wieder alles besser werden, weil da ja wieder der Fahrplan in Kraft tritt, der von vielen gefordert wurde. ;-) Die Begeisterung der Eisenbahnfans läßt eben sehr schnell nach, was nicht nur am Fahrplan der SDG liegt. Die Erklärung wäre mir zu einfach.
      Die Tendenz ist eindeutig! Und diese zeigt auf der Weißeritztalbahn nach der Eröffnungseuphorie wieder klar nach unten: Nach dem eröffnungsbedingten Rekordjahr ist man fast wieder auf dem Stand von 2016 angekommen. Wenn dich das dennoch zufrieden stellt, weil am Ende ja nur wir paar Eisenbahnfans daran schuld sind, da wir ja viel zu verwöhnt sind, kannst du dich glücklich schätzen.

      Meine planerischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse sind aber weit genug ausgeprägt um zu wissen, dass zwar so eine dampfbetriebene Schmalspurbahn unter den gegebenen Bedingungen niemals kostendeckend arbeiten wird, ab einem gewissen Punkt der Einzugbetrieb aber höhere und zumindest gleiche Zuwendungen erfordert als (bzw. wie) ggf. ein Zweizugbetrieb, wenn die Fahrgastzahlen und damit die Fahrgeldeinnahmen durch ein unattraktives Angebot ins Bodenlose sinken. Im Weißeritztal dürfte man bald so weit sein. Anders als im Lößnitzgrund, welcher von sich aus mehr touristische Entwicklung als das Weißeritztal hat, schafft man es eben nicht mit dem einen Umlauf, ein noch brauchbares Angebot zu liefern.

      Manche Nebenbahn wurde schon auf diese Art und Weise unwirtschaftlich gemacht.

      Der groß gelobte "optimierte" Fahrplan ist jedenfalls gescheitert und man sollte sich überlegen, ob ein "weiter so" wirklich sinnvoll ist. Auch ist nicht jeder ständig für seine Wochenendplanung im Internet unterwegs, so dass mitunter Wochenenden mit Zweizugbetrieb informativ an einem Großteil der Fahrgäste vorbeigehen.

      Ein Zweizugbetrieb sollte m.E. an allen Wochenenden von Mai bis Oktober sowie während der Schulferien stattfinden. In Zittau hat man ja auch gezeigt, dass ein gestaffelter Fahrplan Erfolg bringen kann. Und diese Bahn dort zeigt ja, dass man auch effizienter arbeiten kann, als die SDG auf der Weißeritztalbahn es tut. Es muss halt nur ein Wille, Initiative und Innovationskraft vorhanden sein. Bei der SDG gibt man sich leider mit "Schema F" zufrieden.
    • Hallo Drops,

      das die Tendenz nach dem Eröffnungjahr wieder leicht abfällt, war doch zu erwarten. Oder wurde wirklich geglaubt, auf dem Niveau weiter zu fahren? Die Neugierde ist erst einmal gestillt. Ich bin damit mit Sicherheit nicht "zufrieden". Die Frage ist und bleibt, ob durch einen Zweizugbetrieb bei den Fahrgastwerten ein entsprechender Wert erzielt wird, der diesen zumindest Plus/Minus Null im Vergleich zum Einzugbetrieb fahren läßt. Ich bin nur vorsichtig, wenn Zahlen verglichen werden, die unterschiedlich erhoben wurden, wo 2000 Reisende alleine durch Rundungen unter den Tisch fallen oder doch vorhanden sind. Vom Thema Familienkarten mal ganz zu schweigen.


      Drops schrieb:

      Auch ist nicht jeder ständig für seine Wochenendplanung im Internet unterwegs, so dass mitunter Wochenenden mit Zweizugbetrieb informativ an einem Großteil der Fahrgäste vorbeigehen.
      Wie war das mit den verwöhnten Eisenbahnfans? ;-) Wer das in Erfahrung bringen will, der schafft das auch. Die Lösung wäre, alle Wochenenden bereits zur Fahrplanerstellung festzulegen und in den Printmedien zu verbreiten. Wieviele Wochenenden das nun sinnvoller Weise sein sollten, das ist die Frage.... auch etwas eine Wetterfrage...

      Grüße
    • Ich habe nie behauptet, dass die Züge so voll bleiben werden, im Gegenteil. Es gab aber hier im Forum doch einige Schreiber, die genau diese Schlüsse zogen. Zumindest in der Presse war auch von SDG-Verantwortlichen sowas zu lesen. ("Voller Erfolg", "Fahrplankonzept hat sich bewährt", blabla)

      Zu deinem letzten Absatz: es ist eher umgekehrt. Der verwöhnte Eisenbahnfan bekommt solche Fahrtage schon mit, weil er eher dazu neigt, Foren und Betreiberseiten regelmäßig nach Neugkeiten zu durchforsten. Problem ist eher, dass man 90 Prozent der restlichen potenziellen Fahrgäste nicht erreicht. Tatsächlich wurden ja die Fahrtage im Zweizugbetrieb schon ausgeweitet. Nur leider wissen das viele nicht, weil zu spontan.
      Da kann man fast das Gegenteil vermuten: zu zeigen, dass sich Zweizugbetrieb nicht lohnt.

      Mir als verwöhnten Eisenbahnfan ist es sogar sehr recht wenn sonst niemand die Zusatzzüge kennt. Da habe ich einen Privatwagen ohne nervige Mitmenschen. Das kann nur leider nicht Sinn der Sache sein.
    • Hallo zusammen,

      wenn ich mich auch einmal einschalten darf: ich glaube, dass hier ja alle das gleiche wollen. Natürlich am Besten Zweizugbetrieb mit mehr Fahrgastzahlen.
      Wenn man auf die HP der WTB geht, muss man einfach feststellen, dass die Darstellung der Fahrpläne nihct wirklich zeitgemäß ist und ich denke, damit fängt alles an: mit einer einfachen Bedienung, denn viele Menschen heute wollen auf möglichst einfache Weise an Informationen kommen.
      Vielleicht ließt ja auch jemand von den Verantwortlichen mit: schon die Anordnung der PDFs ist nicht wirklich gut gelungen:

      PDF 1 heißt: 9.12.18-16.07.19 UND 4.11.19-14.12.19
      PDF2: 01.-06.01. / 19.-28.04. / 30.05.-02.06. / 08.-10.06. / 30.11.-01.12. / 14.12.19
      PDF3: 17.07-03.11.19

      Ob man das glaubt oder nicht: es gibt viele Menschen, die es überfordert den Fahrplan des anvisierten Reisetages herauszufinden. Nachdem es nicht mehr zur Grundkompetenz des Reisens gehört, dass man Fahrpläne lesen kann, wird diese Fähigkeit auch immer weiter verlernt. Es gibt halt die DB-App und fertig.

      Wenn man die Sache mit PDFs lösen will, dann solllte man wenigstens so sortieren:

      "Sehr geehrte Damen und Herren, im folgenden finden sie die Fahrpläne für das Jahr 2019, bitte beachten Sie, dass es zusätzlich zu den Saisonfahrplänen an bestimmten Feiertagen (oder was auch immer) zusätzliche Fahrten seitens der WTB angeboten werden. Den Fahrplan hierzu finden Sie ganz unten."

      PDF1: 01.01.-16.07.19 (denn auch der Jahreswechsel wirkt deutlich unübersichtlicher, wenn der Fahrplan schon 18 losgeht....das ist für den Reisenden irrelevant)
      PDF2: 17.07.-03.11.19
      PDF3: 04.11.-14.12.19
      PDF4: 15.-31.12.19
      PDF5: die Sonderfahrtage

      Dann ist da wenigstens schon einmal eine Ordnung drin. Noch besser wäre natürlich, wenn man einfach eine elektronische Reiseauskunft installieren würde, das kann doch heute nicht mehr sehr schwierig sein, oder? Da muss man dan fett oben drüber schreiben, dass man bitte konkret nach dem anvisierten Reisetag suchen soll, da es viele Sonderfahrpläne über das Jahr verteilt gibt.

      Ich finde, dass das schon einmal ein ganz einfacher Ansatz wäre. Da kommen nicht 20000 Fahrgäste mehr, das ist klar, aber wenn ich meine Mutter anschaue: die fährt nicht mit der DB, weil sie es schlichtweg nicht wirklich kann.....sie hat halt kein Smartphone und die Fahrpläne sind ja auch wirklich unübersichtlich (verkehrt nur an Samstagen außer wenn es ein Sonntag ist :crazy: usw.....)
      Zu der Diskussion eben: tja, da beißt sich halt die Katze in den Schwanz. Es kommt auf den Mut der Verantwortlichen an. Das gemeine ist, dass man einen konsequenten Zweizugbetrieb dann auch erst ein paar Jahre erproben müsste bis man weiß, wie der angenommen wird.....schwierig

      Liebe Grüße,
      Lenni
    • Hallo

      Die Unterschiede im Betriebsablauf zwischen SDG und der Zittauer Schmalspurbahn liegt vermutlich auch in der Finanzmittelausstattung . Die Mittel sollen für 3 Bahnen bei der SDG reichen und so fällt dann auch der Fahrplan aus , die Verantwortlichen dürfen jetzt nicht kopfscheu reagieren wegen der Fahrgastzahlen . Es ist ein runder Tisch angebracht und jeder muss über seinen Schatten springen , daß die Bahn nach Kipsdorf nicht in eine dunkle Zukunft fährt . Es wurden hier im Forum schon interessante Ansätze geäußert, man muss nur wollen und es sind ja auch viele Mittel investiert worden .

      Glück auf

      Armin Ahlsdorf
    • Hallo Lenni,

      ich stimme Dir durchaus zu, allerdings formuliere ich es mal wieder sehr überspitzt und provokativ:

      Wo hört es auf, wo fängt es an mit dem Service. Die Leute werden immer weiter zur "Verblödung" erzogen. Wann kommt die Zeit, wo jeder einen persönlichen Betreuer braucht, um nach Freital zu kommen. Manchmal frage ich mich, wie die Leute im normalen Leben klarkommen, die durchaus hohen Hürden meistern ... nur zum Bahnfahren sind sie angeblich zu "blöd". Wie gesagt, alles sehr, sehr überspitzt formuliert. Mit Sicherheit hast Du Recht, dass es etwas übersichtlicher gestaltet sein kann. Aber ich frage mich manchmal, wo das in 10-20 Jahren enden soll. Das Problem hat nicht nur die WTB, sondern auch die große Bahn.

      Meine Lösungsvorschläge:

      Zweizugbetrieb an ausgewählten Wochenenden und in den Ferien, die bereits zum Jahresanfang weitesgehend feststehen. Kurzfristig auf Schönwetterwochenenden reagieren zu können, daran wird es schlicht weg am Personalbedarf scheitern. Das allein nutzt aber gar nichts, wenn nicht das Land Sachsen in die Tourismuswirtschaft inverstiert. Kein Gastwirt wird eine neue Gaststätte aufmachen, nur weil am Wochenende Zweizugbetrieb stattfindet. Das braucht Zeit über 10 Jahre oder mehr, dass da wieder etwas wachsen kann. Dazu einen Tarif zumindest für die Dresdner, dass sie die Bimmelbahn mit den normalen Fahrkarten der Zu- und Abfahrt nutzen können oder zumindest dadurch ein Rabatt zu bekommen ist. Ansonsten sind viele Sachen für mich Ausreden von Leuten, die immer einen Grund finden, warum Dies oder Jenes nicht geht.

      Viele Grüße Kay der Cargonaut