[HBS] Halberstädter Straßenbahn

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    • [HBS] Halberstädter Straßenbahn

      Hallo,

      vor kurzer Zeit war ich mit meiner Tochter in Halberstadt, um den Dom zu besichtigen. In diesem Zusammenhang waren auch einige Bilder von der Straßenbahn der Stadt an Holtemme und Goldbach entstanden, welche ich hier im Forum schon gezeigt hatte. Durch den Thread über die Erfurter Straßenbahn bin ich zum Entschluss gekommen, auch der meterspurigen Halberstädter Straßenbahn in diesem Forum einen eigenen Thread zu widmen. Die ersten drei Bilder, welche ich zeigen möchte, entstanden am 04. März 2008. Damals wohnte ich mit meiner Familie noch in Erfurt und wir verbrachten häufiger in Wernigerode ein paar schöne Tage. Zwei Jahre später erfolgte unser Umzug nach Wernigerode und mein zweijähriges Intermezzo bei der HSB, wo ich viele gelernt habe.

      Das erste Bild entstand im Rahmen eines Besuches des Tiergartens Halberstadt. Wir hatten das Auto in Wernigerode gelassen und waren mit dem Zug nach Halberstadt gefahren. Vom Bahnhof nutzten wir dann die Möglichkeit, mit der Straßenbahn in Richtung Klus zu fahren. Hier trifft ein Leoliner auf dem Bahnhofsvorplatz ein. Wie man sehen kann, befand sich das heutzutage schön restaurierte Bahnhofsgebäude damals gerade am Beginn seiner Sanierung.



      An der Endhaltestelle am Hauptbahnhof steht hier ein Fahrzeug bereit, um gleich als Linie 1 zum Friedhof zu fahren.



      Wir fuhren mit der Linie 2 in Richtung Klus und besuchten den Tiergarten. Danach fuhren wir mit der Straßenbahn in die Altstadt. Auf der Klusstrecke nähert sich hier die Linie 2 zum Hauptbahnhof der Haltestelle Kirschallee.



      Die Fahrzeugnummern weiß ich nicht mehr, jedoch, dass es ein schöner Ausflug war. Die Bilder entstanden damals mit einer Digitalknipse in der Qualität ihrer Zeit. Dies soll zunächst eine kleine Einleitung gewesen sein. Der Thread wird noch mit weiteren Beiträgen gefüllt.

      Viele Grüße, René
    • Hallo,

      gerne möchte ich den in einem anderen Thread gezeigten Beitrag hier einfügen. Es war der 19. Dezember 2018 und der erste Ferientag in Sachsen-Anhalt. Ich hatte mit meiner Kleinen gleich Früh um 8 Uhr einen Termin in Thale. Eigentlich wollten wir im Anschluss mal mit der Schmalspurbahn fahren, aber das Wetter war an diesem Tag kalt und trüb, außerdem war es war stürmisch und da war mir dieses Ansinnen das Geld nicht wert, denn eine Fahrt zum Brocken hat eben ihren Preis. Wir fuhren als Alternativprogramm nach Halberstadt, was mir persönlich schließlich fast mehr in den Kram passte.

      In Halberstadt stellten wir das Auto am Bahnhof ab und kauften Tagestickets für die Straßenbahn. Mit der Tram fuhren wir dann in Richtung Zentrum. An der Haltestelle "Hoher Weg" verließen wir die Straßenbahn und warteten noch auf den Triebwagen in der Gegenrichtung. Hier trifft Tw 4 als Linie 2 in der Relation Sargstedter Weg - Herbigstraße an der Haltestelle ein.



      Unser Ziel waren nun Dom und Domschatz. Mit dem Bau der gothischen Kathedrale wurde im 13. Jahrhundert als Antwort auf den Bau des Magdeburger Doms begonnen. Dabei wurden zunächst Teile des vorherigen ottonischen Doms einbezogen. Die Vollendung des gothischen Kirchenbaus ist auf das Jahr 1491 mit der Weihe datiert. Ein Jahr später sollte Kolumbus dann erst Amerika entdecken, was dieses Ereignis auf der zeitlichen Schiene anschaulich werden lässt. Einhundert Jahre nach der Vollendung wurde im Jahre 1591 die protestantische Lehre im Dom eingeführt. Das Innere des Doms bietet überwältigende Dimensionen. Da wir gleich 10 Uhr die ersten Gäste waren, empfing uns eine Stille, welche das Empfinden der Winzigkeit des Menschen in diesem Bauwerk noch zusätzlich verstärkte.



      Blick aus dem Langhaus in Richtung Lettner mit der Triumphkreuzgruppe aus dem Jahre 1220. Auch auf diesem Bild kommen die Dimensionen gut zur Geltung: Das Gefühl von Einsamkeit in der Allmacht des umgebenden Ortes.



      Warum nun kam mir dieser Ort gelegen? Er bot die Möglichkeit des Innehaltens in der hektischen Vorweihnachtszeit. Das tat meinem Kind gut und auch mir. Dem nachfolgenden Bild habe ich den passenden Titel "In jedem Dunkel gibt es ein Licht" gegeben.



      Nach Besuch des Doms folgte eine Besichtigung des beeindruckenden Domschatzes. Ein herausragendes Exponat ist ein riesiger Wandteppich aus dem Jahre 1150, mit Szenen aus dem Leben Abrahams und von Jesus mit seinen Jüngern. Nach über zwei Stunden verließen wir das bauliche Ensemble und uns umgab sofort wieder die Rastlosigkeit unserer heutigen Zeit. Mit der Straßenbahn fuhren wir wieder zum Bahnhof. Hier steht Tw 4 an der Haltestelle zur Fahrt als Linie 1 zum Friedhof bereit.



      Kurz darauf folgte Tw 1, welcher als Linie 2 seine Fahrt zur Herbingstraße fortsetzen wird. Das Einbiegen auf den Bahnhofsvorplatz ermöglichte diese Seitenansicht des Triebwagens.



      Vom Bahnhof fuhren wir zum Gästehaus Spiegelsberge am Tiergarten, wo wir uns das Mittagessen schmecken ließen. Vor der Rückfahrt nach Wernigerode besuchte ich noch die Enhaltestelle Klus, welche von Montag bis Freitag nicht planmäßig bedient wird. Hier fotografierte ich dieses Stillleben.



      Folgt man der Friedrich-List-Straße weiter kommt man zur Klussiedlung und zur "Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber". Demzufolge bevölkern Menschen aus aller Herren Länder den Straßenverlauf, denn viele der dort zeitweise untergebrachten Menschen laufen von der ZASt in die Stadt. In diesem Zusammenhang fällt mir der prophetische Text "Aller Herren Länder" des Poeten Heinz Rudolf Kunze ein, welcher nicht im Jahre 2015, sondern schon im Jahr 1999 entstanden ist.

      Viele Grüße, René
    • Hallo

      Richtig gelungene Mischung aus Farb-und Schwarz-Weiß Fotos und echt toll , daß auch über den Tellerrand geschaut wird und so Aufnahmen wie aus dem Dom .
      Ich hoffe, daß die nie ganz verstummende Diskussion über die Stilllegung der Strassenbahn nun endgültig nicht mehr zur Debatte steht und eine kleine "elektrische " Bimmelbahn erhalten bleibt .

      Glück auf

      Armin Ahlsdorf :wink:
    • Nabend René,

      vielen Dank für die ersten Bilder unserer Tram, wobei mir die alten Zweirichtungswagen inzwischen fehlen. Waren immer eine kleine Abwechslung zwischen den Leo`s.

      Tja Armin, die Diskussion ist lange nicht Geschichte und wenn nicht so hohe Fördermittel an den Leolinern hingen wäre die Tram sicher Geschichte. Das es ihr nicht leicht gemacht wird, merkt man schon an der irrsinnigen Geschichte, das man, wenn nicht genug Leo`s verfügbar sind, nun einen Bus auf dem Kurs laufen lässt....es muss ja unbedingt Niederflur sein. Daher sind die ehemaligen Stuttgarter und Freiburger auch nicht mehr im Liniendienst. Und falls man doch irgendwann mal die Halberstädter Verkehrs AG den Harzer Verkehrsbetrieben zuführt.... :nixw:

      Aber bis dahin erfreuen wir uns an unserer Tram.

      Harzliche Grüsse

      Ulrich
    • Hallo Armin,

      danke für die lobenden Worte und bevor wieder die Diskussion auflebt: Es handelt sich nicht um "echte" S/W-Fotografie, sondern um die digitale Umwandlung eines Prozessors, wie es sich eben heutzutage auch in den allermeisten Fällen mit der "echten" Farbfototografie verhält, denn Michael vergisst heutzutage eigentlich immer den Farbfilm für die Kamera, um es mit den Worten von Nina Hagen zu umschreiben. :zwink:

      Da ich einen Großteil meiner Kindheit in Leipzig verbracht habe, ist für mich die Straßenbahn eine "Bimmel", weil in Leipzig die Straßenbahn eben oft "Bimmel" genannt wird. Insofern finde ich das Thema (meterspurige) Straßenbahn im Bimmelbahn-Forum nicht gänzlich verkehrt aufgehoben. Sicherheitshalber habe ich aber meine Threads über die Straßenbahnen in Naumburg, Erfurt und Halberstadt im "Blick über den Tellerrand" eingereiht. Eine Ausnahme bildet wohl die Nordhisser Straßenbahn mit ihren modernen Combino Duos auf Gleisen der Harzquerbahn.

      Am 07. November 2010 biegt hier ein Leoliner von der Richard-Wagner-Straße auf den Bahnhofsvorplatz ein. Hoffen wir, dass die Halberstädter Straßenbahn das Jahr 2025 auch wirklich überlebt.



      Viele Grüße, René
    • Hallo Ulrich,

      ich hoffe sehr, dass man mit Blick nach Naumburg auch bei den Verantwortlichen in Halberstadt zur Erkenntnis gelangt, dass auch ein kleiner Straßenbahnbetrieb funktionieren kann. Warum die Straßenbahn Halberstadt nicht zu den Harzer Verkehrsbetrieben gehört, bleibt mir ein Rätsel. Dies hätte man vielleicht sogar mit der Kreisreform auf den Weg bringen können.

      Beste Grüße aus Wernigerode, René