Teilstillegung Lößnitzgrundbahn

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    • Teilstillegung Lößnitzgrundbahn

      Hallo,

      wie in dem Thread "Horrormeldung im MDR" bereits zu lesen war, gibt es momentan einige Aufregung über den Fortbestand der sächsischen Schmalspurbahnen.

      Bevor ich hier was zu dem Thema beitrage, möchte ich mich kurz vorstellen:

      Mein Name ist Andreas Börnig, ich wohne seit 1993 in Dresden und bin der Vorstand der Dresdner Dampfeisenbahn AG, in deren Eigentum sich der Traditionsbahnhof Radeburg befindet. Dieses Baudenkmal wird gegenwärtig von Herrn Mietzsch als "Kulturbahnhof" betrieben.

      Wir wurden schon vor einigen Monaten vom Tourismusverband Sächsisches Elbland auf die zu erwartenden Finanzierungsprobleme der Schmalspurbahnen aufmerksam gemacht (erstmals haben wir darüber im Januar in unseren Quartalsberichten informiert). Was die Lößnitzgrundbahn betrifft, muss man sich um den Streckenabschnitt Radebeul - Moritzburg offenbar keine großen Sorgen machen.
      Problematisch ist Moritzburg - Radeburg. In diesem Zusammenhang wurden wir, die SDG und der VVO vom Tourismusverband gebeten, uns was "Attraktivitätssteigerndes" einfallen zu lassen, weil sonst eine Stilllegung erfolgen könnte.

      Da es gegenwärtig unrealistisch erscheint, dass der Dampfzugverkehr auf diesem Streckenabschnitt ausgeweitet werden könnte, haben wir als Vertreter des Bahnhofs Radeburg den Vorschlag "Zille-Express" eingereicht. Ein attraktiver Akku-Elektrotriebwagen, der auf dem Streckenabschnitt Moritzburg - Radeburg zusätzlich zum Einsatz kommen soll und damit touristenfreundlichere Abfahrtzeiten bieten würde.

      Wer sich für diesen Vorschlag interessiert, findet hier ausführlichere Informationen:
      www.dresdner-dampfeisenbahn.de/zilleexpress

      Ich bin überzeugt, dass im Zuge der globalen Finanzprobleme mehr als Meckern und Fordern vonnöten ist. Daher möchte ich gern alle Lößnitzgrundbahnfreunde ermuntern, sich entweder mit Fachwissen, Phantasie bzw. konstruktiver Kritik an diesem Projekt zu beteiligen, oder eigene (bessere?) Ideen zu entwickeln.

      Es wäre wirklich schade, wenn die Lößnitzgrundbahn eines Tages in Moritzburg enden würde…

      Viele Grüße aus Dresden
      Andreas Börnig
    • Es bietet sich für den "Zille-Express" ein Erfahrungsaustausch mit den regelmäßigen Triebwagenbetreibern bei der Zittauer- und Harzer Schmalspurbahn an, die als Vorbild dienen könnten, und auch der Dieselbetrieb mit vorhandenen Fahrzeugen/Wagen sollte dafür geprüft werden. Wichtig sind auch die ÖPNV-Anbindungen ec...

      Bei der Weißeritztalbahn wird es schwieriger. Denn hier ist die Strecke erst wieder aufzubauen. Doch auch dort sind dann solche alternativen Ideen gefragt und die ÖPNV-Anbindung ist auch in diesem Fall unverzichtbar Richtung Altenberg (Müglitztalbahn) und möglichst auch Richtung Holzhau (Freiberger Eisenbahn)...
      MfG Postmeister
      (André K...)

      :wink: Wir fahren mit der Postkutsche, bis die Bimmelbahn kommt!

      Fiat justitia et pereat mundus

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Postmeister ()

    • Hallo Leute

      @clood: Ich denke ein Triebwagen wäre besser als ein Dieselbrummer, da man sich das lästige Umsetzten am Endbahnhof spart (kommt aber auf die Größe des Triebwagens an - bei Einsatz eines Beiwagens fällt dieser Vorteil leider weg) und man kann auch den Schaffner sparen - deswegen finde ich den Einsatz von Diesellok und Personenwagen wirtschaftlich gesehen schlechter als ein Akku-Triebwagen!
      Rationalisieren geht anders!

      Die idee mit dem Akku-Triebwagen ist gleichzeitig etwas neues, was es so noch auf keiner Schmalspurbahn gab (außer auf 600mm Spur) - vielleicht breiten sich die Akku-Triebwagen auch so auf die anderen Strecken aus, wie der Harzbahn-Triebwagen, der es bis zur Molli geschafft hat! ;)

      Gruß
      Daniel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mittelpuffer ()

    • @ Mittelpuffer.
      (bezüglich Akkutriebwagen bei Schmalspurbahnen)

      In meiner Eigenschaft als "Parkeisenbahn(fast-)alleseswisser",
      muss ich dich doch mal entschieden korrigieren, zumindes in der 600mm Spur gibt es mindestens einen Akutriebwagen (sogar in Deutschland), der war auch schon bei diversen Parkeisenbahnen im einsatz, und das obwohl er doch eigentlich ein "Wessi" ist, nähere Infos siehe unter folgenden Link: solarbahn.de . (und der wird von den Fahrgaesten seltsamerweise sogar der Dampflok vorgezogen. (???) )

      wobei die Frage mehr wäre, ob man wirklich einen Akku-Elektrotiebwagen nehmen muss (der hat ja von vornherein feststehende Leistungsgrenzen), oder ob es nicht besser waere einen Diesel-Tw zu nehmen, der kann ja auch gebraucht sein. (evtl. lässt sich ja auch ein Beiwagen zum Steuerwagen umfunktionieren, das würde dann das Umsetzen ersparen, wenn doch mal mehr Mitfahrer da sind)

      @ Clood:
      die Kosten dürften vermutlich über den Kosten eines Gebrauchtfahrzeugkaufes liegen.
      (da es den gewünschten Tw noch nicht wirklich gibt müsste man ihn zumindes technisch auch erstmal konstruieren, andere Baugrupen kann man evtl. von den HSB-Tw oder den bereits in den 1990er Jahren geplanten Tw entnehmen.) aber all zu billig dürfe es wohl nicht werden. :(

      Gruß
      Parkeisenbahnamt
      Auch eine kleine Eisenbahn ist eine Eisenbahn.
    • Zunächst einmal finde ich den Grundgedanken sehr gut. Es darf nicht dazu kommen, dass der Abschnitt Moritzburg - Radeburg stillgelegt wird. Woanders wird um den Wiederaufbau einer Strecke gekämpft und dort will man eine bestehende Strecke stilllegen? Ja wo sind wir denn...

      Auch die Idee, moderne Triebwagen einzusetzen, finde ich grundsätzlich richtig. Nur hätte das schon 10-15 Jahre früher geschehen müssen. Damals wäre der Preis pro Triebwagen bestimmt billiger gewesen als heute. Es gab diesen Ansatz ja schon einmal in den 90er Jahren. Da sollte es zu einer Sammelbestellung der verschiedenen Bahnbetreiber kommen, was sich auf den Stückpreis wiederum positiv ausgewirkt hätte. Leider ist daraus dann nichts geworden.
      Aber ich denke, dass es nur sinnvoll wäre, wenn sich alle Bahnen an diesem Projekt beteiligen. Eine Sammelbestellung wäre in meinen Augen jedenfalls das sinnvollste. Denn ich glaube auch, dass es in Zukunft nicht einfacher mit der Finanzierung des ÖPNV/SPNV werden wird, und früher oder später sind Triebwagen unumgänglich.
      Ganz wichtig ist es aber, nicht komplett vom Dampfbetrieb abzuweichen. Denn welcher Tourist kommt schon extra eines Triebwagens wegen in diese Regionen? Und da dürfen auch die Dampfzüge nach Radeburg nicht gestrichen werden, um wieder zum Thema zurückzukehren.

      Daraus ergibt sich aber für mich eine Frage. In der Zielstellung des Projektes ist die Rede davon, dass der "Zille-Express" den Dampfzugverkehr ergänzen soll. Wie kann die SDG dann aber einsparen, wenn man die Leistungen nach Radeburg beibehält? Auf dem Abschnitt Radebeul - Moritzburg wird man sicher keine Kürzungen vornehmen wollen, wenn dieser doch so "lukrativ" ist. Als sinnvoll empfände ich es auch hier, die bestehenden Züge durch Triebwagen zu ergänzen oder ggf. in der Woche und während der Nebensaison durch Triebwagen zu ersetzen.

      Soweit erstmal meine Gedanken dazu.
      Viele Grüße von Johannes!