[HU] Csömöder Waldbahn

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    • [HU] Csömöder Waldbahn

      Zu Besuch bei der Waldbahn Csömöder in Ungarn

      Wie in jedem Jahr habe ich mir auch im August 2014 nicht nur die Balatonsonne auf den wohlgenährten Bauch scheinen lassen, sondern habe mich auch wieder bei ungarischen Schmalspurbahnen umgesehen. In diesem Jahr stand die Csömöder Waldbahn Lenti - Kistolmac mit dem Sägewerk Csömöder auf dem Progamm. Dort war ich schon 2002 einmal - Zeit mal wieder vorbeizuschauen.

      Bei bestem Ausflugswetter - sonnig und nicht zu heiß - ging es also am 18.08.2014 nach Csömöder. Auch bei dieser Waldbahn hat der Touristenverkehr mittlerweile wirtschaftliche Bedeutung. Im Gegensatz zu anderen ungarischen Waldbahnen wird hier aber noch tatsächlich Holz mit der Bahn ins Sägewerk gefahren!

      Im Sägewerk wurde der touristische Bereich kräftig renoviert. In der Nähe der Bahnsteige gibt es nun viele Rastplätze und auch der in Ungarn obligatorische Kinderspielplatz fehlt nicht. Das Büfe spendiert Getränke, aber wie schon 2002 bekommt man auch jetzt dort nichts zu essen! Aber wir hatten das noch in Erinnerung und waren diesmal vorbereitet!

      Interessant gestaltet sich der Betrieb! Obwohl die Strecke Lenti - Kistolmacs direkt durch das Sägewerk führt, ist dieses und damit die Bahnsteige nur über eine Anschlußweiche zu erreichen. Während die Züge von und nach Kistolmacs direkt ein- und ausfahren können, müssen die Züge von und nach Lenti Kopf machen. Die Weichenstraßen für einfahrende Züge werden durch einen örtlichen Mitarbeiter voreingestellt. Nötige Umstellungen der Weichen werden durch das Zugpersonal vorgenommen.

      Als Lokomotiven stehen viele C50-Traktoren (ich weigere mich innerlich die Teile Lokomotive zu nennen) bereit. Aber auch zwei Mk 48-Lokomotiven konnte ich entdecken. Und nicht zu vergessen die betriebsfähige Dampflok 490 2002. Diese wird jedoch nur wenige Tage im Jahr vor Touri-Zügen eingesetzt.

      Die C50-Traktoren besitzen keine Zugbremse. Gebremst wird über die Geschwindigkeit mit Motorbremse, im Gefälle zusätzlich mit Handbremse durch einen Zugbegleiter, welcher auch Fahrkarten verkauft und die Sicherung der Straßenübergänge übernimmt.

      Nun einige Impressionen aus dem Sägewerk und von der Strecke nach Kistolmacs. Wer ein paar Bilder mehr sehen möchte, findet diese in meinem Fotoblog.

      Im Sägewerk von Csömöder - Von Csömöder nach Kistolmacs


      #01 Ein C-50 Traktor fährt mit einem Holzzug in das Sägewerk in Csömöder ein. Die Nummer des C-50 weicht dabei deutlich vom Nummernschema der anderen C-50 ab. Ob hier gar mehrere Firmen am Werke sind?


      #02 C-50 407 macht Mittagspause! Was hier transportiert wird, darüber gibt es wohl kaum Zweifel


      #03 C-50 405 stellt einen neuen Leerzug zusamen


      #04 Eine der beiden großen Lokomotiven - Mk 48 2015


      #05 Ein Tourizug nach Kistolmacs verläßt gerade das Sägewerk


      #06 Der gleiche Zug passiert hier ohne Halt den Hp. Kanyavar. Das Holzgebäude ist das Stationsgebäude!


      #07 Nur wenige Meter weiter hinter einem Bahnübergang treffen wir den Tourizug erneut.


      #08 Der Zug hat nun Kistolmacs erreicht. Das Umfahrgleis befindet sich ähnlich wie in Lindenberg beim Pollo vor dem Bahnsteigbereich


      Ich hoffe, mein kleiner Ausflug in die ungarischen Wälder hat euch gefallen.

      Gruß, Olaf.
    • Danke Michael, Du scheinst Recht zu haben!
      Es ist schon erstaunlich eine solche Nummer ausgerechnet im tiefsten ungarischen Wald vorzufinden und dann auch noch ohne die alte Nummer dabeizulassen. Es wäre nun interessant, welches Fahrzeug diese Nummer nun darstellt!

      Ich werde mal versuchen, bei meinen ungarischen Facebook-Schmalspurfans Aufklärung zu finden!

      Gruß, Olaf.
    • Hallo Olaf,

      danke für den tollen Bericht! Ich hab es bis jetzt leider nur ein einziges mal nach Csömöder geschafft, zufälligerweise auch 2002.

      Warum du die C50 allerdings nicht als Lok ansiehst erschließt sich mir nicht?! Was hat die typischste aller Ungarischen Feldbahn- bzw. Schmalspurrangierloks mit einem Traktor zutun? Klar sind dort Komponenten aus dem LKW Bau verbaut wurden, aber das wurde auch bei vielen anderen Fahrzeugen so gehandhabt. Die C50 sind vollwertige Loks die keiner anderen Konstruktion zu dieser zeit nachstehen.

      MfG Felix
    • Vielen Dank für den Bildbericht. Ich finde auch, warum sollen das eigentlich keine Lokomotiven sein? Etwas anders als das, was man in Deutschland gewönhnt ist, aber die Loks leisten in Ungarn das gleiche wie eine Ns2 & Co. bei uns. Und die Bedienung ist halt wie beim Lkw - braucht man nichts neues erlernen - auch ein Vorteil, oder? :-)

      Die Nummerierung war bei den Waldeisenbahnen schon immer etwas vielfältig. Die C50 der Wirtschaftsbahnen der MÁV hatten eine 3000er oder 5000er Nummer, die 3000 waren die etwas älteren, leichteren Maschinen der C50, die 5000er waren die mit dem kräftigeren Motor und etwas schwereren Maschinen. In Balatonfenyves habe ich zum ersten mal die neue Europäische Fahrzeugnummer an so einer Lok gesehen. Dort hat GV 5713 die 2920 713-1 bekommen. Ähnliches ist bei der Kindereisenbahn Budapest zu beobachten, die Mk45 wurden zu 2945, die Mk48 zu 2948.
      Die gezeigte Lok paßt allerdings auch wieder nicht so recht in dieses Schema, vielleicht weil die Waldbahn nicht zur MÁV gehört, und man deshalb dort auch ein eigenes System betreibt. Mal sehen, ob dazu noch jemand was neues weiß.

      Viele Grüße -
      Michael
    • Ich habe noch etwas herausgefunden zur Lok. Die angestammte Nummer der Lok ist tatsächlich 5347!

      Die Lok kam irgendwann mal vor vielen Jahren nach Stillegung ihrer Stammstrecke nach Csömöder. Hier kam sie aber nie zum Einsatz, vielleicht war sie damals schon nicht mehr betriebsfähig. Sie bekam deshalb auch keine Csömödaer Nummer. Nun hat man sich wohl dieser Maschiene erinnert und sie neu aufgebaut. Ich habe ein Foto aus dem letzten Jahr gesehen, welches die Lok mit der Nummer 5347 zeigt! Warum sie jetzt ihre Langnummer trägt und nicht nachträglich noch eine Nummer aus dem Csömödaer Pool bekommen hat, das wissen wohl nur die Leute vor Ort!

      Übrigens, die Bezeichnung Lok oder Traktor - letztlich ist es völlig Wurscht was man in diesen Fahrzeugen sieht. Fakt ist, sie sind für ihre Einsatzgebiete die perfekten Fahrzeuge gewesen und sind es auch heute noch! Die C50 als Schienentraktor zu bezeichnen ist keinesfall eine Abwertung, sondern eine ziemlich treffende Charakterisierung dessen, was sie wirklich sind!

      Gruß, Olaf.
    • Hallo Micha!

      [SIZE=1](Ja, ich lebe auch noch, aber mein Leben war ein Bißchen rühriger in den letzten Monaten - viel Arbeit und Reisen - es ist aber längst geplant, dir etwas ausfindiger zu berichten.) [/SIZE]

      Original von OB33
      Vielen Dank für den Bildbericht. Ich finde auch, warum sollen das eigentlich keine Lokomotiven sein? Etwas anders als das, was man in Deutschland gewönhnt ist, aber die Loks leisten in Ungarn das gleiche wie eine Ns2 & Co. bei uns. Und die Bedienung ist halt wie beim Lkw - braucht man nichts neues erlernen - auch ein Vorteil, oder? :-)


      Eines braucht man doch zu erlernen... kein Lenkrad zu suchen... :rp:

      Die Nummerierung war bei den Waldeisenbahnen schon immer etwas vielfältig. Die C50 der Wirtschaftsbahnen der MÁV hatten eine 3000er oder 5000er Nummer, die 3000 waren die etwas älteren, leichteren Maschinen der C50, die 5000er waren die mit dem kräftigeren Motor und etwas schwereren Maschinen.


      Nein, das weißt du falsch. 3000er hatten innere, und die 5000er äußere Achslagern. Hinzu kommen auch noch die Waldbahn-bezogene Nummernschemen (wie z.B. in Lillafüred), und andere Verwirre, wie auch du meinst:

      In Balatonfenyves habe ich zum ersten mal die neue Europäische Fahrzeugnummer an so einer Lok gesehen. Dort hat GV 5713 die 2920 713-1 bekommen. Ähnliches ist bei der Kindereisenbahn Budapest zu beobachten, die Mk45 wurden zu 2945, die Mk48 zu 2948.


      Das war die alte Nummersystem, welche man auch für Normalspurloks einführen wollte, deshalb hießen Tauri bei uns 1047, und erschienen auch an älteren Fahrzeuge solche vierstellige Typennummern. Nun wehen aber andere Winde, und 1047 heißt nun 470 - wie V43 schon 431 und M62 als 628 gilt. Mal sehen, ob die Eingliederung alle, sich noch bei MÁV befindlichen Schmalspurbahnen zu MÁV-START - ja, ab Januar auch die Kindereisenbahn!!! - auch so eine Änderung mit sich bringt.

      Die gezeigte Lok paßt allerdings auch wieder nicht so recht in dieses Schema, vielleicht weil die Waldbahn nicht zur MÁV gehört, und man deshalb dort auch ein eigenes System betreibt. Mal sehen, ob dazu noch jemand was neues weiß.


      Ich denke, das ist lieber etwas laufendes - eine Umnumerierung würde viel Aufwand in Geld und Bürokratie verursachen, welche wenn nicht nötig ist, wird auch nicht getan. Wenn es wirklich um eine Neuzugang geht, dann mußte es getan werden, aber die alte Loks können trotzdem ohne ein Einpassen fahren...

      Noch etwas zu Bilder: der rot-weiße Wagen hinter dem Mk48 ist ein "rollendes Klassenzimmer" - nun gibt es so'was nicht nur in Hûvösvölgy und Királyrét...


      Tschüß

      Péter - du weißt doch, welcher... ;)

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    • Schon vorgestern, also am 19. August passiert, ein Baum fiel auf die Csömödörér Waldeisenbahn.

      Der Text der Mitteilung sagt nicht viel aus über den Unfall. Er besagt, daß das Netz derzeit das größte Schmalspurnetz (109 km) in Ungarn ist, von denen nur etwa 1/3 im Personenverkehr befahren wird. Der Rest dient dem Holztransport.


      "Das traurige Bild"


      Großartig passiert sein kann aber nichts, denn der Wochenendverkehr lief laut eigenem Netzauftritt und das sogar mit Dampflok.

      Grüße aus Debrecen
    • Hallo,

      auch von dieser Waldbahn gibt es erfreuliche Neuigkeiten zu berichten: Von den 10 Lokomotiven der Baureihe C-50 des Bw Csömödér erhielten seit 2013 drei Loks eine Renovierung, die Maschinen wurden komplett remotorisiert und modernisiert. Anstelle des altes Csepel-Motors wurden Cummins QSB 4.5-Motoren eingebaut. Der Cummins QSB 4.5-Dieselmotor mit vier Zylindern wird vom Hersteller als Landwirtschaftsmotor klassifiziert. Die Loksteuerung ist ebenfalls komplett neu. Die dritte umgebaute Lokomotive wurde kurz vor Weihnachten des Jahres 2017 in Betrieb genommen.

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      Das Forstwirtschaftsunternehmen Zalaerdő ließ drei seiner Lokomotiven auf das Vollautomatikgetriebe von Allison umrüsten. Die Loks arbeiten jetzt wesentlich sparsamer und umweltfreundlicher.

      Ein 109 km langes Schmalspurnetz, das längste dieser Art in Ungarn, wird von dem Forstwirtschaftsunternehmen Zalaerdő betrieben. Das Unternehmen setzt dort Eisenbahntraktoren ein, um im Winter Arbeiten für die Forstwirtschaft zu erledigen, während damit von Frühjahr bis Herbst Besucher durch die malerische Landschaft transportiert werden. Zehn Lokomotiven des Typs C-50 werden auf der Waldroute in der Nähe der Stadt Lenti eingesetzt. In den letzten Jahren wurden drei von ihnen auf Allison Vollautomatikgetriebe umgerüstet. Zalaerdő baute 2013 die erste C-50 um. Sie war bereits seit 1960 auf der Strecke in Betrieb. Während des 200-stündigen Testbetriebs auf der Schmalspurstrecke musste sich die Zugmaschine vor schwerbeladenen Zügen unter wechselnden Bedingungen bewähren. Das Unternehmen nutzte sie bis zum Start der Ausflugssaison für Gütertransporte. Nach bestandenen Tests und genehmigter Umgestaltung wurde damit begonnen, die umgerüstete Lok während der Ferienzeit für Passagiertransporte einzusetzen.

      "Das Automatikgetriebe funktioniert sehr gut. Es ist einfach zu bedienen und die Fahrer müssen sich nicht um den Gangwechsel kümmern. Das macht die Fahrt sicherer, da sie ihre Aufmerksamkeit auf die Fracht beziehungsweise die Passagiere und natürlich auf die Strecke richten können", sagte Károly Gál, Abteilungsleiter bei Zalaerdő. "Die Technologie erweist sich als sehr nützlich beim Starten unter schwerer Last sowie beim Stoppen der mit Holz beladenen Wagons." Noch während der Testphase für die erste Lokomotive beauftragte das Unternehmen den Umbau zwei weiterer Lokomotiven. Außerdem wurden alle drei Loks mit einer Technologie zur Kraftstoffeinsparung ausgerüstet. Alle drei Eisenbahntraktoren verfügen außerdem über eine elektronische Getriebesteuerung deren Funktion niedrige Schaltpunkte ermöglicht. Das neue Getriebe mit hydraulische Drehmomentwandler ermöglicht einen sanften Start bei schwerer Last, die jeweils bis zu 60 Tonnen betragen kann. Ununterbrochene Lastschaltungen sind gewährleistet und sorgen für eine kontinuierliche Kraftübertragung auf die Räder und weiche Gangwechsel während der Fahrt. Die patentierten Technologien ermöglichen eine sanfte Beschleunigung unter starker Belastung in starken Neigungen der Strecke und eine hochwirksame Motorbremsung bei langsamer Fahrt. Dies sind wichtige Faktoren, die bei der Betriebssicherheit berücksichtigt werden müssen, unabhängig davon, ob schwere Baumstämme oder viele Passagiere transportiert werden.

      Die alten C-50 Csepel-Motoren wurden vollständig remotorisiert, da Reparaturen aufgrund der verschlissenen Antriebsstränge und Teile nicht kosteneffizient durchgeführt werden konnten. Bei der Modernisierung der Maschinen waren neben einem umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Betrieb auch innovative Lösungen wichtig. Ein weiteres Anliegen war der Einsatz von lokal produzierten Teilen, sofern diese zur Verfügung standen. Der Bahnbetreiber entschied sich für die Vollautomatikgetriebe und die neuen Cummins QSB4.5 Motoren. Das Allison 3000 SP Vollautomatikgetriebe wurde in die Lokomotive integriert, ohne ihre ursprüngliche Form zu verändern.

      Auch die Bedienelemente der Lokomotive mussten komplett erneuert werden. Viele Veränderungen wurden im Fahrerhaus vorgenommen. Neue Farb-LCD-Monitore wurden installiert, welche die Betriebsdaten des Antriebsstrangs anzeigen und den Datenaustausch zwischen der traditionellen Elektronik und dem CAN-Netzwerk sicherstellen. (Quelle: Zalaerdő)

      Freundlichen Gruß, René